Poe-Gedichtband um Rekordpreis versteigert

5. Dezember 2009, 15:01
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Höchstpreis auch für Cormac McCarthys Schreibmaschine - Nabokov-Manuskript blieb indes liegen

 

New York - Ein seltenes Exemplar des ersten Buchs von Edgar Allen Poe ist für 662.500 US-Dollar (439.700 Euro) versteigert worden. Der 40-seitige Gedichtband "Tamerlane and Other Poems" erschien 1827 in einer Auflage von etwa 40 bis 50 Stück, von denen nur noch zwölf existieren. Mit der Versteigerung beim New Yorker Auktionshaus Christie's fiel der bisherige Preisrekord für ein amerikanisches Literaturwerk: Vor fast zwei Jahrzehnten war ein anderes Exemplar von "Tamerlane and Other Poems" für 250.000 US-Dollar verkauft worden.

Benefiz für Forschungsinstitut

Einen Höchstpreis von über einer Viertelmillion Dollar hat die alte Schreibmaschine des US-Kultautors Cormac McCarthy erzielt. Für genau 254.500 Dollar (rund 171.300 Euro) wechselte die kleine Olivetti Lettera am Freitagnachmittag   bei  Christie's den Besitzer. Der reale Wert der mechanischen Reiseschreibmaschine war ursprünglich auf höchstens 20.000 Dollar geschätzt worden. Christie's gab nach der Auktion bekannt, dass McCarthy den Käufer als Dank zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen habe.

Das Geld soll einem interdisziplinären Forschungsinstitut in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico zu Gute kommen, dem sich McCarthy verbunden fühlt. Rund fünf Millionen Wörter hat der heute 76-jährige Schriftsteller in den vergangenen 50 Jahren auf der altgedienten blauen Maschine getippt. Der Autor, der durch seine Vorlage für den mehrfach Oscar-prämierten Film "No Country for Old Men" auch im deutschsprachigen Raum bekannt wurde, legte ein Bestätigungsschreiben bei.

Nicht verbrannt

Vladimir Nabokovs unvollendetes Manuskript seines letzten Romans wurde dagegen am Freitag nicht versteigert. Christie's machte über die Gründe keine Angaben. Das Auktionshaus hatte sich für den Entwurf des Textes "Das Modell für Laura" einen Höchstpreis von 400.000 bis 600.000 Dollar erhofft. Der russischstämmige Autor ("Lolita") hatte den Entwurf in seinen letzten beiden Lebensjahren auf 138 linierte Karteikarten geschrieben. Seine Frau Vera ignorierte den Wunsch ihres Mannes, das Manuskript nach seinem Tod 1977 zu verbrennen. Sohn Dimitri entschied sich jetzt, den Text in der unvollendeten Form zu veröffentlichen. (APA)

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