Zelayas Anhängerschaft gibt Anspruch auf Wiedereinsetzung auf - Forderung nach Verfassunggebender Versammlung
Tegucigalpa - Die Anhänger des gestürzten Präsidenten von Honduras,
Manuel Zelaya, dessen von der internationalen Gemeinschaft geforderte
Wiedereinsetzung durch Parlamentsbeschluss verhindert worden ist, ändern ihre
Strategie. Nachdem Zelaya an seinem Anspruch nicht mehr festhalte, werde man den
Kampf fortsetzen, um die Wahl einer Verfassunggebenden Nationalversammlung zu
erreichen, erklärte der Koordinator der "Widerstandsfront gegen den
Staatsstreich", Juan Barahona, am Freitag in der Hauptstadt Tegucigalpa.
Gleichzeitig kündigte er eine "Pause" bei den Straßenprotesten der Putschgegner
gegen die De-facto-Machthaber an.
Die US-Regierung hatte ihre Enttäuschung über das Scheitern der Bemühungen
zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras ausgedrückt.
Zelaya hätte seine reguläre Amtszeit bis zum 27. Jänner zu Ende führen sollen.
Allerdings hatte er zwischenzeitlich selbst die Rückkehr an die Staatsspitze
abgelehnt, um den Putsch gegen ihn nicht im Nachhinein zu legitimieren, wie er
sagte. Der rechtmäßige Präsident wurde Ende Juni von der Armee in einer
Nacht-und-Nebel-Aktion außer Landes gebracht. Seit dem 21. September, als Zelaya
nach mehreren erfolglosen Versuchen die geheime Rückkehr gelang, hält er sich in
der brasilianischen Botschaft auf.
Die von den Putschisten organisierte Wahl des neuen Präsidenten Porfirio Lobo
am vergangenen Sonntag wird von der Mehrheit der lateinamerikanischen Staaten
nicht anerkannt. Wahlbeobachter sprachen von einer nur 20-prozentigen
Beteiligung und schweren Unregelmäßigkeiten. Die Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS) hatte die Mitgliedschaft von Honduras wegen des Putsches
ausgesetzt. (APA)