Schweizer Doppelsieg

4. Dezember 2009, 20:49
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Carlo Janka gewinnt Superkombi in Beaver Creek und übernimmt Weltcupführung - Defago vor dem Kroaten Zrnic-Dim Zweiter - Baumann Fünfter, Raich Siebenter

Beaver Creek/Colorado - Einen Schweizer Doppelsieg durch Carlo Janka vor Didier Defago hat am Freitag die erste Saison-Superkombination der Herren in Beaver Creek gebracht. Der 23-jährige Riesentorlauf-Weltmeister Janka feierte seinen dritten Weltcupsieg und den zweiten in der Superkombi und übernahm mit diesem Erfolg auch die Weltcupführung. Österreichs Miniteam hatte keine Chance auf einen Podestplatz, brachte mit Romed Baumann (5.) und Benjamin Raich (7.) aber zwei von nur drei Startern in die Top-Sieben.

Nach der erstmals vom Originalstart bestrittenen Kombi-Abfahrt waren gleich vier Schweizer vorangelegen. Aber während im Slalom Didier Cuche und Patrick Küng weit zurückfielen, reichte Janka die elftbeste Slalomzeit zum Sieg und Defago gar die 16. Zeit noch für Platz zwei. Rang drei ging an den WM-Dritten Natko Zrncic-Dim aus Kroatien, der nach der Abfahrt nur 14. gewesen war. "Es ist gut ausgegangen. Ich bin sehr glücklich, dass ich es geschafft habe", freute sich Janka, der vielfach schon als kommender Weltcupsieger gesehen wird. "Es läuft gut im Moment, ich hoffe, dass es so weiter geht."

Hoffnung auf zumindest einen Podestplatz hatten sich an diesem elendslangen Renntag auch die Österreicher gemacht. Aber weder Baumann noch Raich erwischten eine wirklich optimale Abfahrt und am Ende fuhr Baumann von Platz zwölf mit sechstbester Slalomzeit noch auf Rang fünf vor.

Damit ließ der unter Asthma leidende Baumann auch seinen arrivierten Landsmann Raich hinter sich. "Ich habe attackiert. Fünfter wird man nicht jeden Tag. Ich bin zufrieden mit dem Resultat", sagte Baumann, der die davor letzte Superkombi im vergangenen Februar - damals allerdings in Kombination mit einem Super-G - noch gewonnen hatte.

Raich wusste als Abfahrts-15. früh, dass er keine Chance auf einen Podestplatz oder gar den ersten Saisonsieg haben würde. Als er ins Ziel kam, war er bereits Zweiter hinter dem französischen Halleneuropameister und Slalom-Bestzeithalter Jean-Baptiste Grange aus Frankreich. Am Ende blieb dem Tiroler nach fünftbester Slalomzeit nur Rang sieben. "Ich habe den Rhythmus nicht gefunden. Es war zwar nicht ganz schlecht, aber es wäre deutlich mehr drin gewesen", schüttelte der Pitztaler den Kopf.

Der junge Österreicher Joachim Puchner musste die Kombiabfahrt gleich zweimal absolvieren, weil vor ihm der Kanadier Louis-Pierre Helie schwer gestürzt war und landete letztlich auf Platz 20. "Ich habe nicht alles riskiert, ich hatte mit Nummer eins im Slalom eine super Piste. Ich wollte gut ins Ziel kommen, das ist gelungen", sagte der 22-jährige Salzburger. Der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin erlitt bei einem Sturz einen Speichenbruch im rechten Arm und Prellungen.

Mit Raich, Baumann und Puchner waren nach den Verletzungen von Max Franz und Rainer Schönfelder nur drei Fahrer aus der Skination Österreich an den Kombistart gegangen. Wohl ein Minusrekord im Weltcup. "Hätten wir rechtzeitig gewusst, dass es hier für die Abfahrtsspezialisten ein eigenes Training am Kombitag gibt, hätten wir vielleicht den einen oder anderen Jungen noch mitgenommen", meinte Herrenchef Toni Giger.

Marcel Hirscher oder Philipp Schörghofer waren für einen Kombistart in Beaver Creek nicht infrage gekommen, weil die beiden sich derzeit auf die technischen Disziplinen konzentrieren und erst am Sonntag im Riesentorlauf starten. (APA)

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    Carlo Janka von Platz drei nach der Abfahrt zum Sieg und zur Weltcup-Führung.

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