Flüchtender Bankräuber von Sicherheitsdienst angeschossen

5. Dezember 2009, 00:00
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Schusswechsel, als der Security-Mitarbeiter den Täter stellen wollte - Verdächtige sind Brüder und möglicherweise Serientäter

Melk - Nach einem Banküberfall in Blindenmarkt (Bezirk Melk) ist es am Freitagabend zu einem Schusswechsel zwischen einem mutmaßlichen Räuber und einem Angehörigen eines privaten Sicherheitsdiensts gekommen. Der Verdächtige, obwohl einmal getroffen, flüchtete mit einem Komplizen, laut Polizei seinem Bruder, in einem Pkw auf die A1, wo die Männer von einer Streife gestoppt wurden. Der Angeschossene wurde operiert, sein Mittäter festgenommen, berichtete Oberst Klaus Preining vom Landeskriminalamt NÖ.

Die Männer, beide Österreicher, waren gegen 17.00 Uhr zu dem Geldinstitut in Blindenmarkt gekommen. Einer von ihnen betrat bewaffnet das Geldinstitut, bedrohte eine Angestellte, sprang über das Pult und bediente sich im Tresorraum selbst. Dann verließ er die Filiale wieder. Ein bewaffneter Wachmann eines Sicherheitsdiensts, der die Bank überwachte, habe den Überfall aus einem Nebenraum beobachtet, gewartet bis der Täter im Freien war und dann versucht, ihn auf offener Straße zu stellen, sagte Preining.

Schusswechsel

Der Flüchtende habe daraufhin einmal geschossen, worauf sich ein mehrfacher Schusswechsel zwischen den beiden Männern entwickelte. Der Wachmann habe sechsmal, der Verdächtige drei- bis viermal gefeuert, so der Polizeioffizier. Der Sicherheitsbeamte traf dabei den mutmaßlichen Räuber in den Oberkörper, er selbst wurde nicht verletzt. Der Angeschossene schaffte es noch, zu seinem Bruder in den Pkw zu springen. Die Wirkung des Treffers habe offenbar nicht unmittelbar eingesetzt, sagte Preining. Dann flüchtete das Duo auf die A1 und dort in Fahrtrichtung Wien.

Auf einem Autobahnparkplatz seien die Männer in der Folge von einer Polizeistreife aufgegriffen worden, berichtete der Oberst weiter. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen bzw. in ein Krankenhaus gebracht. Der Verletzte wurde noch in den Abendstunden operiert. Für ihn habe keine akute Lebensgefahr bestanden.

Die Verdächtigen im Alter von 23 und 26 Jahren sollen laut Preining bereits polizeibekannt sein. Nieder- und oberösterreichische Kriminalisten hätten schon ermittelt. Sie seien sich sogar "ziemlich sicher", dass sie es mit Serientätern zu tun haben. Die Brüder "kommen für mehrere solche Aktionen infrage".

Was Niederösterreich angeht, sprachen die Kriminalisten am späten Freitagabend u.a. einen Überfall auf das selbe Institut in Blindenmarkt Ende November 2008 und damit vor ziemlich genau einem Jahr an. Auch ein Coup in Kemmelbach (Bezirk Melk) kurz vor Weihnachten 2006 könnte auf das Konto der Brüder gehen. Am Freitag waren die Männer laut Preining mit einem Mietauto unterwegs, auf das sie gestohlene Kennzeichentafeln montiert hatten. (APA)

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