Schweigende Mehrheit

4. Dezember 2009, 18:33
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Winckler fordert Studenten subtil auf, sich für Ende der Besetzung auszusprechen

"In der Demokratie sind schweigende Mehrheiten manchmal ein Problem" , sagte Uni-Rektor Georg Winckler zu den Jus-Studenten, die im Austria Center in Transdanubien ihre Einführungsvorlesung hören müssen, weil das Audimax im Hauptgebäude besetzt ist. Winckler forderte die ausgesperrten Studenten damit subtil auf, sich für ein Ende der Besetzung auszusprechen.

Die Anmietung des Ausweichquartiers kostet Geld. Das ist das Problem mit schweigenden Mehrheiten. Sie nehmen es entweder hin und ballen die Faust in der Tasche, oder sie stimmen vielleicht sogar innerlich zu (die derStandard.at-Umfrage, ob das Audimax polizeilich geräumt werden soll, ging 71:24 dagegen aus). Unter den Studenten wird es so sein, dass eine Mehrheit das Anliegen der Protestierenden unterstützt, aber wahrscheinlich gleichzeitig eine Mehrheit für ein Auslaufen der Besetzung wäre.

Wincklers Aufruf an die schweigende Mehrheit wurde im Austria Center beklatscht, aber es entwickelte sich keine Diskussion und offenbar auch keine Aktion. Sie schwiegen lieber. Für ein Ende der Besetzung will niemand demonstrieren. (DER STANDARD/Printausgabe, 5./6. Dezember2009)

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