Eine neue Weltordnung

4. Dezember 2009, 17:49

Beim Klimaschutz geht es um einen fairen Ausgleich und die Glaubwürdigkeit aller

Es geht um viel bei diesem UN-Gipfel in Kopenhagen: Nicht nur um ein Folgeabkommen für das Kioto-Protokoll, sondern - pathetisch ausgedrückt - um die Zukunft dieses Planeten und seiner Bewohner. Alle zur Verfügung stehenden Daten zeigen Klimaveränderungen mit Folgen, die Inselbewohner stärker als reale Bedrohung wahrnehmen als Österreicher, die in einem Land ohne Meereszugang und in einer gemäßigten Klimazone leben. Aber jede Österreicherin, jeder Österreicher trägt mit seinem Verhalten dazu bei, ob ein Bewohner der Malediven künftig auch noch auf seinem Eiland leben kann oder Bangladescher ihre Heimat nicht verlassen müssen.

In Kopenhagen geht es auch deshalb um mehr, weil es um Gerechtigkeit geht: Darum, ob alle Menschen auf dieser Welt das gleiche Recht zu konsumieren, sich zu entwickeln haben. Denn folgerichtig sagen Schwellenländer wie Indien: Warum sollen wir uns einschränken, wenn die industrialisierten Staaten Jahrzehnte über ihre Verhältnisse gelebt und das Problem hauptsächlich verursacht haben? Deshalb müssen in Kopenhagen Entwicklungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Es ist gerecht, wenn die Erste Welt finanziell dazu beiträgt, dass klimaschonende Technologien auch in Dritte-Welt-Ländern zum Einsatz kommen können. Die Kosten für Umrüstungen weltweit werden auf insgesamt 1000 Milliarden Euro geschätzt.

Es wird schwierig genug werden, in Kopenhagen überhaupt Reduktionsziele festzulegen. Immerhin ist Bewegung in die Verhandlungen gekommen: US-Präsident Barack Obama hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger George W. Bush nicht nur die Daten der Wissenschafter zur Erderwärmung anerkannt, sondern auch konkrete Reduktionsziele genannt: Das ist ein Fortschritt. Auch China, der inzwischen größte Produzent von Treibhausgasen weltweit, hat harte Zahlen vorgelegt. Dass die kommunistische Führung, die bei einer Drosselung des wirtschaftlichen Aufholprozesses soziale Spannungen im Land befürchtet, den Ausstoß von Treibhausgasen verlangsamen will, ist immerhin etwas. Sowohl Obama als auch Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao wollen in Kopenhagen dabei sein - das ist ein Signal, das Hoffnung weckt.

Die österreichischen Teilnehmer werden keine entscheidende Rolle spielen, aber auf den Beitrag Österreichs kommt es in diesem komplexen System genauso an. Dass Österreich seine Klimaziele als einziges der alten EU-Länder deutlich - gleich um 24 Prozentpunkte - verfehlt hat, ist blamabel. Bisher hat sich Österreich als Umweltmusterland geriert. Schaut man genauer hin, fällt der Vergleich nicht so gut aus. Bei einer EU-Abfallstudie landete Österreich nur auf Platz 6, der Anteil der Umweltsteuern beträgt nur 5,6 Prozent.

Überfällig ist ein Plan mit konkreten Vorgaben, wer wie viel in welchem Bereich einsparen muss. Der größte Klimasünder in Österreich ist der Individualverkehr. Folgerichtig muss der öffentliche Verkehr ausgebaut werden - etwa das seit Jahren diskutierte Jahresticket der Bahn Realität werden.

Nur wenn in Kopenhagen die drei Ziele - konkrete Reduktionsvereinbarungen, ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen und Finanzzusagen - erreicht werden, kann man von einem Erfolg sprechen. Für die Umsetzung muss dann Klimaschutz auf gangbare kleine, konkrete Schritte heruntergebrochen werden. Diejenigen, die bisher zu viel emittiert haben, müssen mehr beitragen. Es geht nicht nur um Gerechtigkeit, es geht auch um eine neue Weltordnung - und um Glaubwürdigkeit. Und zwar von jedem Einzelnen. (Alexandra Föderl-Schmid/DER STANDARD, Printausgabe, 5.12.2009)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
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project subvert
00
9.12.2009, 14:10

Schön, dass die westliche Welt endlich mal begeistert einen Schrei nach Gerechtigkeit loslässt. Wären die Gründe dafür nur nicht der ominöse Klimawandel und die fragwürdige Rolle des Menschen bei der ganzen Sache...

Denn so ein kollektives "wir müssen handeln" hätte ich schon seit Jahrzehnten gern gesehen, wenn es zB darum geht dass in manchen Ländern Menschen verrecken weil sie die 20cent für eine Mahlzeit nicht haben, und dergleichen.

Aber nein, kein Wort, keine globale Empörung. Es sei denn natürlich, mit dem gemeinsamen Einschreiten und der 'Herstellung von Gerechtigkeit' lassen sich 'hierzulande' neue Steuern einführen und die Wirtschaft umlenken... dann brauchen wir plötzlich ganz dringend ne 'neue Weltordnung'

Schwalbe
00
9.12.2009, 13:39

österreich könnte sich mit den malediven solidarisieren. bei uns geht es um etwa 60 mio nächtigungen pro winter, darum ob die touristen früher oder später ausbleiben und auch um die frage, ab welcher einkommesnklasse in naher zukunft schifahren noch leistbar sein wird - nur mehr auf auf kunstschnee ...

Yudhistira
35
6.12.2009, 17:29
In diesem Forum kann man sehen, wie sehr Menschen

schon beinflußt sind von der Informationsmanipulation der Mächtigen und Profiteure des bestehenden Systems. Das Mißtrauen der Poster gilt den Mahnern und nicht denen, die uns anlügen und nur auf ihren persönlichen Vorteil aus sind. Ihr solltet wieder lernen, euch selbst zu vertrauen, dann werdet ihr auch unterscheiden können, wer wirklich für das Gemeinwohl (und euer Wohl) arbeitet und wer nicht.
Und: die neue Weltordnung wird keine der Profiteure sein....

Bonnie Farts
01
6.12.2009, 17:19
Tja,

früher gab man den Hexen die Schuld, wenn es einen abrupten "Klimawandel" gab und heute gibt man den Autofahrern und der Industrie (CO2) die Schuld, wenn sich das Klima ein bisserl ändert...

...viel hat sich also nicht geändert!

Hanno Zettele
08
6.12.2009, 17:16
"Eine neue Weltordnung"

Wie es den Anschein hat, geht es wirklich um diese!

Und dazu braucht man den Klima-Schwindel!

her wig
20
6.12.2009, 18:01

... oder wie man durch einfache Vertauschung von Ursache und Wirkung Verschwörungstheorien konstruieren kann.

*esofan*
00
6.12.2009, 17:08

hauptsache kein dritter (zb die uno) kommt daher um einzukassieren ohne ausreichend zu blechen

kdalaryd
04
6.12.2009, 15:18

Ganz grosses Kino diese Klimaforen;)

johann potakowskyj
 
01
6.12.2009, 13:58
ja alle faschsiten ob links oder rechts

finden diese bedrohung sicherlich ganz toll. endlich können sie in den club der welterretter mitglied werden. bisher war das ja ein privileg von universalreligionen, aber jetzt ...oh, Gott!!!!

Was kommt da auf uns zu!?

Rapsodie
27
6.12.2009, 13:13
Da legt sie sich ins Zeug, die Frau Föderl-Schmid

Wenns um so tolle neue Dinge wie die NWO geht.

Hier kann man sich einen Film ansehen, wie die tolle neue Weltordnung aussieht:

http://video.google.de/videoplay... 401&hl=de#

und zur furchtbaren menschgemachten Klimakatastrophe einfach mal nach "Climategate" googeln - und wenn man dan immer noch der neuen Klimareligion anhängt, nun ja ....

her wig
11
6.12.2009, 14:07

Es geht doch nichts über die Auswahl der Informationsquellen, nicht wahr?

Rapsodie
00
6.12.2009, 14:22

ja ich weis - sorry - der böse, böse Google - her mit der Internetzensur!

luquas
03
6.12.2009, 11:12
Medienschelte

Wie in Österreich (und in der BRD) an dieses Thema von den (unabhängigen ?) Medien herangegangen wird, ist einfach ein Skandal. Tendentiös und einseitig, dass der Sau graust. Jeder Spinner mit halbseidenen difusen Interessen kommt zu Wort und die Vernünftige, die Relativierenden werden totgeschwiegen. Ein Pfui auf diese gleichgeschalteten Medien, die alles bieten, außer Information.

ranchorelaxo
15
6.12.2009, 10:32

neue weltordnung???
klingt sehr nach bilderberger, wo ja heuer auch der standardherausgeber auf der gästeliste stand...
:(

Friedrich Gruber
01
6.12.2009, 15:49
Das System der Hohen Geheimen Netzwerke

besteht darin stets auf allen Seiten der Gesellschaft, Politik, eines Streitfalls vertreten zu sein. Nur müssen die Repräsentanten stets wissen, dass immer am Anfang und am Ende der Bund kommt und dann viel später ihr Lager in dem sie stehen. Auf diese Eigenschaft zur absoluten Treue werden sie geprüft und eingeschworen, ehe sie eingesetzt werden. Natürlich gilt das auch für Machtpositionen in Medien. Wer sich nicht einschwören lässt, wird in der Regel gar nichts oder er wird abgebaut.

Harald Lamprecht
16
6.12.2009, 09:59
New World Order ?

Mir kommt das Kotzen

her wig
00
6.12.2009, 14:53

Welcome to the real world, Neo.

Wir sind Hehlerware
00
6.12.2009, 09:43

Der Klimawandel, so wie ein Großteil der anderen Probleme der Menscheit (Überkonsum, Überbevölkerung etc.) sind eine direkte Folge der Nutzung gespeicherter Sonnenenergie in der Form fossiler Brennstoffe.

Die Verfügbarkeit und Nutzung dieser gespeicherten Energie bringt den Planeten und seine Bewohner aus ihrem natürlichen Gleichgewicht.

Will man u.a. den Klimawandel bremsen, dann muß die Energiewende her. Weg von Öl, Gas und Atom.

Linus Tintifax
11
6.12.2009, 11:47
einspruch

die nutzung fossiler brennstoffe hat nichts mit dem klimawandel zu tun (keine messbaren auswirkungen) aber ohne gäb's keine modernen technologien, keine maschinelle massenproduktion. kurz: kein konfortables leben wie wir es kennen. frage: wann war die menschheit jemals im gleichgewicht (stärkere übernehmen mehr verantwortung, gestehen aber den schwächeren gleiche rechte zu)? und: welche alternativenergien versprechen eine ähnlich gute engergiebilanz wie fossile brennstoffe bzw. mit welchen alternativen "energiequellen" ließe sich ähnlich einfach und kostengünstig unser moderner lebensstandard aufrechterhalten bzw. noch verbessern?

her wig
00
6.12.2009, 14:12

Keine messbaren Auswirkungen? Die Erforschung der Ursache-Wirkung-Beziehung ist ein laufender Prozess, welcher durchaus auch Indizien dafür geliefert hat dass es diesbezügliche Zusammenhänge gibt. Merke: Falschinformation macht die Argumente nur scheinbar besser.

luquas
00
6.12.2009, 11:08
"Weg von Öl, Gas und Atom. "

Her mit ?

Yudhistira
00
6.12.2009, 18:05
love!

Googlehupf2
12
6.12.2009, 15:07
"Ihr bewegt falsch" , hat vor bald 100 Jahren der ....

.. Österreicher Viktor Schauberger allen, die es sich bis heute nicht anhören wollten, ins Stammbuch geschrieben. Statt lebensfeindlichem Explosions-Motor eben Implosions-Motoren einsetzen, statt auf Zentrifugal-Kräfte auf Zentripetal-Kräfte (wie die Natur sie nutzt) setzen. Statt auf Fossil-Treibstoffe auf Magnet-Motoren, Raumenergie (Tesla) oder Wasserstoff-Technologie bauen.
Allesamt Technologien, wo wir depperten Österreicher mit begnadeten Forschern gesegnet, Weltmarkt-Spitzen erreichen könnten, würden wir nicht kongeniale Leitfiguren zu unseren Regenten berufen, für die das alles Visionen sind, die "behandelt" gehören. (Vraanz).
Aber es geht auch anders: http://www.youtube.com/profile?u... 35F4hDdocc

Fritz234
00
6.12.2009, 17:58

Hast mich überzeugt! Ich steig sofort um von Zentrifugalkräfte auf Zentripetalkräfte! lol

Andreas N
00
6.12.2009, 09:12
Österreich trägt dazu bei ...

.... daß die Malediven nicht im Meer absaufen. mit 0,3 % globalen Emissionen und in einer Politik, die vor allem auf Autofahrer einprügelt (15 % Anteil an diesen 0,3 %), die restlichen 85 % aber verschont....
arme Malediven

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