Sponsoren halten dem untreuen Tiger die Treue

4. Dezember 2009, 17:46
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Mit einer Änderung des Ehevertrags und einer Art Schmerzensgeld soll Tiger Woods seine Ehefrau besänftigt haben

Orlando/Wien - Auf ein Jahreseinkommen von 100 Millionen Dollar wird Tiger Woods geschätzt. Nach Recherchen des Wirtschaftsmagazins Forbes ist die 33-jährige Nummer eins der Golf-Weltrangliste auch der erste Sport-Milliardär. Mit Finanzkraft kann er jetzt zumindest die schlimmsten häuslichen Wellen des Skandals um seine außerehelichen Beziehungen glätten. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Woods seiner Gattin Elin Nordegren einen siebenstelligen Dollarbetrag überwiesen, um die Ehe zu retten. Die 29-jährige Mutter seiner beiden Kinder soll zudem eine Änderung im Ehevertrag gefordert haben. In der Basisversion werden ihr bei einer Trennung nach mindestens zehn Jahren 20 Millionen garantiert. Die Schwedin poche nun auf mehr Geld bei kürzerer Laufzeit.

US Weekly konnte mit einer Aussage von Nordegren selbst aufwarten: "Ja, er hat mich betrogen!" Wie oft und mit wem, darüber wird seit vergangenen Freitag, als die Affäre infolge eines mysteriösen Autounfalls des Sportlers nahe seinem Anwesen in Orlando (Florida) ins Rollen kam, lustvoll gemutmaßt. Bisher geben drei Frauen an, Woods näher kennengelernt zu haben, als schicklich gewesen wäre. "Fehltritte" , die er von ganzem Herzen bedauere, hatte der Reuige schon am Mittwoch auf seiner Website eingeräumt.

Den großen Sponsoren, die 80 Prozent von Woods' Einkommen zahlen, scheint das zu genügen. "Unsere Anzeigenkampagnen mit ihm werden sich nicht ändern. Tiger und seine Familie haben unsere volle Unterstützung" , sagte ein Sprecher von Nike der New York Times. "Kurzfristig werden wir unsere Marketing-Strategie nicht ändern" , beschied auch Michael Norton für die Proctor&Gamble-Tochter Gillette. Ganz ohne Rasur wird Woods aber nach Einschätzung von Phil de Picotto vom US-Rechtevermarkter Octagon nicht davonkommen. Bei zukünftigen Deals mit dem Tiger werde auf "anderer Bandbreite" verhandelt werden.

Sportlerkollegen wie der selbst skandalumwitterte John Daly bekundeten Solidarität mit und Sympathie für Woods. Der schwedische Top-Golfer Jesper Parnevik urteilte dagegen hart, schließlich hatte Elin Nordgren Woods über ihn kennengelernt. "Wahrscheinlich haben wir gedacht, er war ein besserer Junge als er wirklich ist" , sagte Parnevik. (APA, lü, DER STANDARD Printaussgabe 5.12.2009)

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