"Green Tech bleibt Wachstumsmarkt"

4. Dezember 2009, 17:29
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Die Angst um sogenannte Green Jobs sei nicht begründet, sagt Alexander Kainer, Projektmanager bei Roland Berger Strategy Consultants - Im Gegenteil: Bis 2015 seien 20.000 neue Jobs in dem Bereich möglich

Die sogenannten "Green Tech Industries" (Energie- und Umwelttechnik) bleiben ein Wachstumsmarkt, sagt Alexander Kainer, Senior Project Manager bei Roland Berger Strategy Consultants in Wien. Das ist die gute Nachricht inmitten einer getrübten Stimmung nach Nichterreichen der Kioto-Ziele. Zentral sei dabei aber die Konzentration auf Forschung und Entwicklung und eine stärken Fokussierung auf den Hightech-Bereich, so Kainer weiter. Österreichische Unternehmen seien im Midtech-Bereich erfolgreich, hier seien auch entsprechende politische Rahmenbedin-gungen verankert, es werde auch hinlänglich investiert, denkt man etwa an die Beträge, die für thermische Sanierung zur Verfügung gestellt werden, sagt er. Beim F&E-Aufwand allerdings liege Österreich mit 2,4 Prozent des BIP (2005) nicht im Vorreiterfeld, ortet Kainer Nachholbedarf und noch notwendige Stimuli.

Eine zurzeit kolportierte Bedrohung von Green Jobs sieht Kainer nicht. Wobei das Jahr 2010 sicher kein Referenzjahr werde - hier seien sämtliche personelle Maßnahmen konjunktur-, weniger branchenbedingt zu bewerten. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Experten im Energiebereich etwa sei nach wie vor groß, und denke man an Wachstumsmärkte in Osteuropa, so sei der Bedarf an Green Tech enorm.

In einer von Roland Berger im Frühsommer durchgeführten Kurzumfrage (Greentech Snapshot 2009) gaben sich die befragten und in Österreich ansässigen Umwelttechnologie-Unternehmen optimistisch. Nach einem Wachstum von zwölf Prozent im Jahr 2007 erwarteten sie null bis zwei Prozent Wachstum im Jahr 2009/10. Für 2011 werde ein Wachstum von zehn bis 15 Prozent erwartet.

Optimistisch stimmt auch die im Sommer 2009 präsentierte Studie (Umwelttechnologien - Wachstumschance für Österreichs Wirtschaft), die bis 2015 in Österreich 20.000 neue Arbeitsplätze durch Umwelttechnologien für möglich hält. "Wir glauben nach wie vor an die Zahlen" , sagt Kainer. Massive Anstrengungen im Bereich der Umwelttechnologien seien dennoch erforderlich: Die Vernetzung mit anderen Unternehmen, auch im Ausland, sei noch zu gering, es brauche mehr Venture-Capital und für einen nachhaltigen Umstieg von Midtech auf Hightech brauche es auch kurzfristig mehr Anreize, so Kainer. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.12.2009)

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