Die magische Zahl 20 – und wie sie zu erreichen ist

4. Dezember 2009, 17:56
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    foto: meina schellander

    Meina Schellander: Composite element 8.

Unabhängig davon, was bei den Verhandlungen in Kopenhagen herauskommt: Die EU will bei den Treibhausgasen bis 2020 minus 20 Prozent erreichen. Das ist ambitioniert und greift in viele Bereiche ein

Brüssel/Wien - "Das sind bindende Ziele", streicht Paul Hodson mehrmals hervor. Der Experte der EU-Generaldirektion "Energie und Transport" spielt mit dieser Betonung beim Klima- und Energiepaket der EU - flapsig gerne "2020-Ziele" genannt - auf die Parallelen zum Kioto-Protokoll an. Im Rahmen des Kioto-Vertrages (gilt 2008 bis 2012) müssen die Länder Treibhausgase einsparen - und verfehlen dieses Ziel gewaltig, wie im Falle Österreich hinreichend bekannt.

Damit dies nicht auch bei den 2020-Zielen passiert, werden auch Etappenziele künftig überprüft werden, kündigt Hodson an. Die erste Etappe steht im Sommer 2010 an, wenn die Mitglieder und so auch Österreich erklären müssen, wie sie die Einsparziele zu erreichen gedenken. Im Jahr 2020 sollen, so der Plan, 20 Prozent weniger Energie verbraucht werden und der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Gesamtenergieverbrauch 20 Prozent betragen. Durch die dabei erreichte Reduktion beim Einsatz fossiler Energie sollen dann auch die Treibhausgase um mindestens 20 Prozent zurückgegangen sein.

Zur Erreichung dieser Ziele wurde eine EU-interne Lastenverteilung festgemacht. Diese ist im Falle von Österreich, das dann 34 Prozent regenerativer Energie am Gesamtenergiemix aufweisen muss, recht happig. Zum Vergleich: 2005 lag der Alternativenergieanteil in Österreich bei 23,3 Prozent - der Wasserkraft sei Dank. Deutschland beispielsweise hat mit 18 Prozent erneuerbarer Energien 2020 eine moderatere Vorgabe; Schweden mit 45 Prozent die ambitionierteste aller EU-Staaten.

Diese EU-interne Lastenteilung wurde aus einem Schlüssel kreiert, der sich aus dem BIP des jeweiligen Mitgliedes und dem Stand der Alternativenergiegewinnung 2005 errechnet, erklärt Hodson. In diese "Renewable Energy Action Plans", an denen alle EU-Staaten derzeit arbeiten, darf Atomkraft nicht eineingerechnet werden, erklärt Hodson. Dies ist damit anders als beim Kioto-Protokoll, wo die Zielerreichung für Staaten mit bestehenden Atomkraftanlagen einfacher ist, weil Nuklearenergie keine CO2-Emissionen hat. Auch Energiegewinnung aus Torf wurde für den Alternativplan nicht erlaubt. Dies ist vor allem für einige baltische Staaten relevant.

Mehr Biomasse

Hodson erwartet, dass in den Plänen der EU-Mitglieder die Biomasse eine führende Rolle einnehmen wird. Dies vor allem deshalb, weil die Beimischungen von Bio-ethanol und Biodiesel in gängigen Sprit auf Schiene ist. Dies bestätigt für Österreich auch Johann Marihart, als Agrana-Chef auch Chef des Bioethanolwerks in Pischelsdorf/Niederösterreich. Es sei möglich, von den derzeit fünf Prozent Beimischung relativ schnell auf zehn Prozent zu gehen, erklärt er. Im Alternativenergieplan der EU ist vorgesehen, dass dieser Zehn-Prozent-Wert zumindest bis 2020 erreicht wird.

Außerdem soll im Rahmen des Energiepakets die CO2-Sequestrierung gefördert werden. Darunter wird die Verhinderung des CO2-Ausstoßes verstanden, indem das Treibhausgas direkt bei der Produktion abgeschieden und unter-irdisch in erschöpften Gasfeldern oder ehemaligen Salzbergwerken gespeichert wird. Finanziert werden sollen diese umstrittenen Projekte - die bei Bau und Betrieb sehr energieaufwändig sind - über die künftig vorgesehene Auktionierung von Industrie-Verschmutzungszertifikaten. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD/Printausgabe, 5.12.2009)

ElGuancho1
30
7.12.2009, 05:18
Bitte ohne mich

danke...

ich krieg nämlich eh keine Kinder, also is mir des wurscht, ob nach mir nurmehr Einzeller die Erde bevölkern.

kann sein
Claus Faber
00
18.12.2009, 08:05
Dann bitte dringend von dieser Welt auswandern

Du lebst nämlich mit Menschen auf dieser Welt, die schon Kinder haben (wie ich zB). Und die erwarten von Dir Rücksicht. Und fordern Dich dringend zum Auswandern auf, wenn es Dir wurscht ist.. Und wenn Du's nicht tust oder kannst, dann arbeiten sie dafür, dass du musst, was Milliarden anderen Menschen ein Anliegen ist. Das heisst dann Zusammenleben.

voiceofVIRUS
00
4.12.2009, 23:43
Müsste wohl heißen...

der Biomasse sei Dank. Schließlich ist Biomasse in Österreich der mit großem Abstand bedeutendste erneuerbare Energieträger in Österreich.

Heavyweather
01
9.12.2009, 20:25

Wassser, Wind, Sonne und Erdwärme haben wir auch...
Wenn wir das gscheit nützen würden wäre der Strom billiger und wir hätten 0 CO2 Emissionen.

Ein gscheites Windkraftwerk kann schliesslich 1-6 GW liefern.
Die Dinger sind leise, sicher und billig.

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