EU-Energieminister erörtern Pläne für Gaskrisen

4. Dezember 2009, 17:10
posten

Die EU-Energieminister schmieden in Brüssel Interventionspläne für den Fall weiterer Gaskrisen

Brüssel/Wien - Die EU-Energieminister treffen sich ab Sonntagabend in Brüssel, um Interventionspläne für den Fall weiterer Gaskrisen zu schmieden. Voraussichtlich fällt da auch die Entscheidung über den Sitz der künftigen Energieregulierungsbehörde, die die nationalen Regulatoren koordinieren soll.

Debattiert wird beispielsweise darüber, welche Gruppen im Fall eines Versorgungsengpasses zu "geschützten Verbrauchern" erklärt werden, die prioritär mit Gas versorgt werden müssen. Privathaushalte sollen auf jeden Fall unter diese Definition fallen, heißt es in Ratskreisen. Welche öffentlichen bzw. gemeinnützigen Einrichtungen darunterfallen sollen, sei aber noch nicht ausdiskutiert.

Die aktuelle Lage rund um Russland und die Ukraine werden die Energieminister am Montag erörtern. Die Ukraine hat Anfang November ihre Gasrechnung für Oktober bezahlt, die Novemberrate von 770 Mio. Dollar (509 Mio. Euro) wurde Freitag überwiesen.

In Nordeuropa sowie Deutschland und Italien ist Erdgas im Großhandel derzeit um rund ein Drittel billiger als in Österreich - hierzulande werden die Endkunden aber noch bis 2011 warten müssen, bis weitere Wettbewerbsregeln greifen und auch sie in einem ähnlichen Ausmaß profitieren können. Davon geht Energieregulator Walter Boltz aus. Die E-Control wird 2010 wie die Finanzmarktaufsicht als Anstalt öffentlichen Rechts organisiert. Dabei werden die E-Control Kommission und die formal noch weisungsgebundene E-Control GmbH zusammengelegt. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6.12.2009)

Share if you care.