Hand in Hand durchs Land

4. Dezember 2009, 16:34
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Künstler unbekannt - Von Andrea Schurian

Nein, hier soll nicht auf die allgemeinen Handschläge und besonderen Qualitäten des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes eingegangen werden. Unbestritten schüttelte Jörg Haider viele, viele Hände und merkte sich auch jeden dazugehörigen Vornamen. Is ja nur a Landle, a klans.

Auch keine praktische Haider-Besichtigungstourenkarte soll hier nachgereicht werden, auf der alle Gedenkorte, -plätze, -brücken und -ausstellungen eingezeichnet sind.

Wiens toter Bürgermeister Helmut Zilk kriegt für seinen Namen nur ein kleines Plätzchen, Jörg Haider, Kärntens ehemaliger Sonnenschein (fast) alles. Nur einen zwölf Meter hohen, von innen beleuchteten Lichtturm aus Autoblech, den der Kärntner Künstler Harry Jeschofnig um 20.000 Euro nahe der Unfallstelle errichten wollte, lehnten Land und Witwe ab.

Dafür wurde dieser Tage vor dem Klagenfurter Bergbaumuseum ein Denkmal enthüllt: zwei schwarze Granitsäulen, dazwischen fünf Händepaare aus Kupfer, die sich einander reichen. Tun.

"Hand in Hand fürs Vaterland" wurde durch die Privatinitiative des Vereins Kraftholz aus St. Georgen im Lavanttal realisiert. Nur: Wie heißt eigentlich der Künstler, der dieses "Zeichen der Dankbarkeit" (LH Gerhard Dörfler) schuf?

Wird sein Name verschwiegen, weil Künstler prinzipiell eh nicht wichtig sind? Oder geniert sich Anonymus gar dafür? (Andrea Schurian, DER STANDARD/Printausgabe, 05./06.12.2009)

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