Eine Architektur-Insel auf höchstem Standard

4. Dezember 2009, 16:24

Das "Platin-Haus" ist ein Vorreiter der grünen Bauweise

Das 90 Meter hohe Gebäude mitten in Peking scheint mit seinen gläsernen von Stahlgerüsten gehaltenen Dreiecksseiten Segel setzen zu wollen. Luftkissen aus Kunststofffolien bedecken das Dach. Unter dem gigantischen lichtdurchlässigen Vorhang verbergen sich vier 18-stöckige Büro-, Geschäfts- und Hotelbauten, die mit Brücken verbunden sind. 6000 Menschen werden hier im "Parkview Green" ab Mitte 2010 einkaufen und arbeiten, sagt der 37-jährige Projektchef Leo Hwang. Rund 300 Millionen Euro kostet das erste Multifunktionsgebäude Chinas, das für die höchste Kategorie "Platin" nach dem US-Standard „Leeds" für nachhaltiges Bauen nominiert ist.

Technologie sorgt dafür, dass bei der grünen Immobilie alles abgestimmt verläuft: vom Wasserkreislauf bis zu Licht- und Ventilationssystemen. Leo Hwang kommt aus der ökologisch denkenden Enkelgeneration des weltweit erfolgreichen taiwanischen Familienbetriebs der Chyau-Fwu-Baugruppe. Chinas Wissenschaftsministerium fördert Pilotprojekte nach Leeds-Standard. 2002 erbaute es mit US-Forschern Pekings erstes Bürogebäude nach dem „Goldstandard". Für Akademie-Projektleiter Yang Guoxiong ist Chinas energieverschwendender und CO2-erzeugender Bausektor der größte Hebel zur Klimaverbesserung. Er misst den Erfolg des "Goldhauses" weniger an seiner um 74,3 Prozent besseren Energienutzung und an den 1700 Tonnen weniger CO2-Ausstoß, die es nach fünf Jahren Betrieb erzielt, sondern an seiner Vorbildfunktion für die Umweltgesetzgebung, in der 2010 die Auflagen für Neu- und Umbauten definiert werden sollen. (Johnny Erling, DER STANDARD/Printausgabe, 5.12.2009)

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