Trend zu günstigeren Büroflächen in Wien

4. Dezember 2009, 14:36
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Büromarktbericht von EHL Immobilien: Neuflächenproduktion und Vermietungsleistung gingen heuer parallel zurück

Rückläufiges Marktvolumen, steigender Leerstand, sinkende Spitzenmieten - der Wiener Büromarkt hatte schon einmal bessere Jahre gesehen als das aktuelle. Auch wenn die globale Wirtschaftskrise ganz allgemein bisher nur geringe negative Folgen zeitigte und sich der Markt für Büroimmobilien in der Bundeshauptstadt "deutlich besser als der europäische Durchschnitt" entwickelt habe, so gingen doch sowohl die Neuflächenproduktion als auch die Vermietungsleistung heuer merklich zurück, wie dem aktuellen Büromarktbericht von EHL Immobilien zu entnehmen ist.

Veränderungen in der Mieterstruktur

Die Fertigstellung neuer Flächen dürfte demnach heuer um elf Prozent auf 195.000 Quadratmeter sinken (2008: 220.000), die Vermietungsleistung nur noch 270.000 Quadratmeter erreichen, nach 300.000 im Vorjahr. "Bei den Neuvermietungen geht der Trend eindeutig in Richtung unteres und mittleres Preissegment", heißt es im Bericht. Diese Verschiebung in der Nachfragestruktur hin zu kostengünstigeren Flächen sei die markanteste Veränderung im heurigen Jahr, resümieren die Experten von EHL Immobilien.

Der Anteil der Vermietungen im Bereich ab 15 Euro aufwärts umfasse derzeit nur rund fünf Prozent der Neuvermietungen. Mitschuld an der Entwicklung sei auch, dass der traditionell im obersten Segment agierende Finanzsektor deutlich weniger nachfragt und im Gegenzug etwa Schulungsunternehmen, die überwiegend sehr kostengünstige Flächen benötigen, ihren Bedarf deutlich ausgeweitet hätten.

Zum anderen würden derzeit zahlreiche Firmen "durch einen bewussten Verzicht auf prestigeträchtige Standorte Kostenbewusstsein und Sensibilität für die geänderte wirtschaftliche Situation unter Beweis stellen" wollen, was unter anderem zu einem deutlichen Nachfragerückgang in der Wiener City geführt habe. Bei EHL Immobilien rechnet man allerdings bei einem Wiedererstarken der Wirtschaftsleistung mit Nachzieheffekten.

"Ruf als stabiler Markt zu Recht"

Die Spitzenmieten gingen demnach von 23 auf 21 Euro pro Quadratmeter und Monat zurück, die Durchschnittsmieten blieben unverändert.„Es zeigt sich, dass Wien zu Recht einen traditionellen Ruf als stabiler Markt hat: keine spektakulären Höhenflüge in Boomjahren, aber auch keine massiven Einbrüche während konjunktureller Schwächeperioden", resümiert Michael Ehlmaier, geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien.

Das Interesse institutioneller Anleger, das schon im ersten Halbjahr 2009 wieder deutlich gestiegen ist, dürfte in der zweiten Jahreshälfte und im nächsten Jahr zu deutlich höheren Transaktionsvolumina führen, heißt es abschließend. (red)

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    Das Projekt "Viertel Zwei" bei der Wiener Messe, das die neue Konzernzentrale der OMV beherbergt, ist derzeit einer der attraktivsten Standorte. Die Objekte "Hoch Zwei" (22.000 m²) und "Plus Zwei" (18.000 m²) sind voll vermietet, die nächsten Baustufen "Rund Vier" (21.000 m²) und "Biz Zwei" (17.000 m²) werden noch heuer fertig und weisen ebenfalls einen hohen Vorvermietungsgrad auf.

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