Fettpolster mit Fett bekämpfen

4. Dezember 2009, 14:39
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Die Aktivierung des braunen Fettgewebes könnte beim Abnehmen helfen

Bonn - Es klingt paradox: Ungeliebte Fettpolster lassen sich offenbar mit Fett bekämpfen. Das sogenannte braune Fettgewebe enthält im Gegensatz zum gewöhnlichen weißen Fett massenweise Mitochondrien. Diese Zellkraftwerke verbrennen Fett, um Energie zu erzeugen, und könnten daher beim Abnehmen helfen. Forscher der Universität Bonn entdeckten, wie sich die Produktion und Funktion brauner Fettzellen gezielt anregen lässt.

Bis vor kurzem dachte man, braunes Fett komme nur in Neugeborenen vor und gehe dann verloren. Erst kürzlich wiesen Forscher nach, dass auch Erwachsene in der Nackenregion braunes Fettgewebe haben. Bei stark übergewichtigen Personen ist dieses Depot aber kaum aktiv oder fehlt ganz.

Die Bonner Forscher entdeckten einen Mechanismus, der den Körper zur Produktion brauner Fettzellen anregt. Ein bestimmter Signalweg sorgt dafür, dass sich Stammzellen des Fettgewebes zu braunen Fettzellen entwickeln. Entscheidend dafür ist das Enzym PKG.

Übergewicht durch Störung des braunen Fettgewebes

Die Forscher vermuten in der Zeitschrift "Science Signaling", dass eine Störung des braunen Fettgewebes bei Erwachsenen zu Übergewicht führen kann. Umgekehrt könnte die Aktivierung dieser Fettzellen beim Abnehmen helfen. 50 Gramm aktives braunes Fettgewebe reichen schätzungsweise aus, um den Energieverbrauch im Ruhezustand um 20 Prozent zu steigern.

"Bei gleicher Ernährung und Aktivität würden die Fettreserven um fünf Kilo pro Jahr abschmelzen", erläuterte Andreas Pfeiffer vom Pharmazentrum Bonn. "Das macht unsere Ergebnisse aus therapeutischer Sicht interessant: Indem wir den PKG-Signalweg im braunen Fett aktivieren, wollen wir gewissermaßen Fett mit Fett bekämpfen." (APA/AP)

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    Eine Störung des braunen Fettgewebes kann zu Übergewicht führen

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