H. korrigierte abermals Aussage

4. Dezember 2009, 15:04
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Staatsanwaltschaft überprüft Glaubwürdigkeit

Wien - Ernst H., Mitbeschuldigter in dem Entführungsfall Natascha Kampusch, hat erneut in einem zentralen Punkt seine ursprüngliche Aussage geändert. Konkret hat er bei seinen Einvernahmen einen neuen Grund für die mysteriöse Geldüberweisung von 500.000 Schilling (rund 36.300 Euro) rund um den Zeitpunkt der Entführung an seinen einstigen Freund Wolfgang Priklopil angegeben. Ursprünglich hatte H. behauptet, Priklopil das Geld geborgt zu haben, da sich dieser ein neues Auto kaufen wollte.

H. hat nun, so der zuständige Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher, Dokumente vorgelegt, die eine andere Version untermauern sollen. Über Inhalt oder Glaubwürdigkeit der neuen Angaben wollte Mühlbacher keine Angaben machen. "Das müssen wir zuerst überprüfen", sagte der Mühlbacher. H. habe die Tatsache, dass er bei seinen ersten Einvernahmen offenbar nicht die Wahrheit gesagt hat, erneut damit begründet, dass er Angst hatte, "in die Causa hineingezogen zu werden".

Version geändert

Bereits vor einigen Wochen hatte H. bei seiner Einvernahme seine ursprüngliche Version geändert und behauptet, dass Wolfgang Priklopil ihm vor dessen Selbstmord die Tat gestanden habe. Hier muss die Staatsanwaltschaft klären, ob H. seine Aussage nur deshalb korrigiert haben könnte, um etwaiges Insiderwissen zu erklären.

Die DNA-Spuren, die im einstigen Haus von Priklopil in Strasshof - das heute im Besitz von Natascha Kampusch ist - genommen worden sind, wurden indes an das zuständige Labor geschickt. "Es wird aber erst frühestens in einer Woche ein Ergebnis geben", sagte Mühlbacher. Die erneute Überprüfung des "Verlieses" auf Spuren war aber eine reine Vorsichtsmaßnahme, da es demnächst zugeschüttet werden soll. Ebenfalls noch kein Ergebnis gibt es bei der Auswertung der sichergestellten Festplatte eines deutschen selbst ernannten Zeugen, der im Besitz einer "Lebensbeichte" von Wolfgang Priklopil sein will. (APA)

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