Vorarlberger Lehrer formulierten Protestnote

4. Dezember 2009, 13:28

Wurde von knapp einem Drittel der Vorarlberger Mittelschullehrer unterzeichnet

Bregenz - Knapp ein Drittel der Lehrer an den Vorarlberger Mittelschulen hat eine Protestnote an Schullandesrat Siegi Stemer (ÖVP) unterzeichnet. In ihrem Schreiben bezeichneten die Pädagogen den Entwicklungsprozess der Vorarlberger Mittelschule als "nicht zielführend in Richtung einer gemeinsamen Schule". Stemer erklärte, dass mit der Lehrerschaft ein konstruktives Gespräch stattgefunden habe. Der Forderung, die gemeinsame Schule an das Ende des Entwicklungsprozesses zu stellen, könne er aber nicht nachkommen. "Davor gilt es vier grundlegende Fragen zu klären", betonte der Landesrat.

496 von 1.648 Lehrern der Vorarlberger Mittelschulen brachten in der Protestnote an Stemer ihren Unmut zum Ausdruck. Unter anderem heißt es darin: "Wir empfinden uns zunehmend als Marionetten, die in unregelmäßigen Abständen Vorgaben und Verordnungen umzusetzen haben, die für uns mit einer nachhaltigen Schulentwicklung wenig zu tun haben". Insbesondere wurde die Frage gestellt: "Ist das Ziel der Vorarlberger Mittelschule die gemeinsame Schule aller 10- bis 14-Jährigen?".

Ergebnis der Entwicklung "offen"

Stemer seinerseits erklärte das Ergebnis des Entwicklungsprozesses zum wiederholten Male als "offen". Am Ende könne durchaus eine neue Schulform stehen, zuvor aber gebe es vier Grundsatzfragen zu klären. Zum einen sei die Zusammenlegung von zwei Schultypen mit massiven gesetzlichen, organisatorischen und finanziellen Folgen verbunden, sagte der Landesrat. Weiters verwies er auf die derzeit unterschiedliche Ausbildung von AHS- und Mittelschullehrern sowie auf den bis 2013 fixierten Finanzausgleich, "den man nicht einfach vom Tisch wischen kann". Die vierte Schlüsselfrage betreffe die völlig unterschiedlichen Dienstrechte der Pädagogen. "Wenn man die gemeinsame Schule will, müssen diese vier Kardinalfragen gründlich durchdacht und diskutiert werden. Ansonsten ist sie nicht möglich", stellte Stemer fest. Ihm sei bei der Mittelschule in erster Linie die Weiterentwicklung in Richtung schülerzentrierter Pädagogik wichtig, betonte Stemer.

"Zeit des Schönredens vorbei"

Als berechtige Kritikpunkte der Lehrerschaft akzeptierte der Landesrat etwa, dass die Verschränkung der Mittelschulen mit den Gymnasien noch nicht in ausreichendem Maße gegeben sei. "Derzeit haben wir etwa 20 AHS-Professoren, die an der Mittelschule unterrichten", sagte Stemer. Es sei ein klares Ziel, die Verschränkung bis zum kommenden Schuljahr deutlich auszubauen. Zudem stehe er im Entwicklungsprozess der Mittelschule für eine "gewisse Entschleunigung" ein. "Die Schulentwicklung bedeutet einen massiven Mehraufwand, wir muten den Schulteams unheimlich viel zu", befand der Landesrat.

Solidarität mit den Lehrern gab es seitens der Grünen. "Die Zeit des Schönredens der Neuen Mittelschule ist vorbei", stellte der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, in einer Aussendung fest und forderte zum wiederholten Mal eine gemeinsame Schule für die 10- bis 15-Jährigen.(APA)

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21 Postings
f. ullinger
00
8.12.2009, 15:27
quiz (frage)

wer wird älter?
due claucida oder die nms?

f. ullinger
00
8.12.2009, 15:34
naja

da hat die tastatur wieder einmal nicht mitgespielt.

Doper
12
6.12.2009, 18:28
Nachdem die Bundesministerin die Bevölkerung gegen die Lehrer aufzubringen versuchte,

geht es jetzt vielleicht auch ihr nächstes Vorhaben auf. Die Lehrer unterschiedlicher Ausbildung sollen gegeneinander aufgehetzt werden.

Aus den NMS hört man schon Beschwerden der Hauptschullehrer, dass die zusätzlich eingesetzten AHS-Lehrer besser entlohnt werden, obwohl sie auch keine andere Arbeit verrichten als sie selbst.

Intrigen SCHMIEDen kann sie.

bassin
03
6.12.2009, 10:06
sie wird scheitern

zu glauben, ein auf grund der größe ein träges system in österreich ändern zu können, ist naiv. nichts wírd überbleiben von der nms (bin grundsätzlich nicht gegen sie). das einzige was bleiben wird: unterstufenlehrer (sek I), die gerade in den "nebenfächern" nichts mehr können ("system pädak"), weil nur die hauptfächer wichtig sind, einheitlich auf das niedere hs-gehaltniveau degradierte, frustrierte lehrer und boomende privatschulen - von montesori bis streng konservativ, weil die öffentliche schule endgültig ruiniert ist - wo die bildungsbewussten eltern mit ihren kindern hinstürmen.

PS: wie war das mit den integrationsschulen? einführen, dann geld streichen und jetzt ist die vs-lehrerin meist alleine mit der ganzen bandbreite...

Das 3.Auge wacht
41
5.12.2009, 19:03
Freiheit für das Bildungswesen

Selbstverwaltete 12 Klassige Gesamtschulen
die seit über 80 Jahren erfolgreich und sparsam agieren sind z.B.die Freien Waldorfschulen.
besonders viele Lehrer, also Eltern mit hohem Bildungsbewusstsein geben gerne Ihre Kinder dorthin. Die meisten Absolventenen machen die Matura und schauen gerne auf Ihre Schule zurück.
Nicht nur Wissen und Sachkompetenz sondern auch die Selbstkompetenz und die Sozialkompetenz -also die optimale Förderung der individuellen mitgebrachten Talente sind bei dieser Pädagogik wichtig. Lösung für mehr Menschen in Österreich? Der
BILDUNGSGUTSCHEIN mit freier Schul-und Methodenwahl ist gefordert und Respekt für die neue Generation - sie erwartet eine individuelle Behandlung ihrer Entwicklung - JETZT ists Zeit!

zusatzprotokoll
02
6.12.2009, 10:22

Waldorfschule wäre prinzipiell super, benötigt aber ein hohes Maß an Elternzuwendung und -mitarbeit. Deshalb ist dieser Vorschlag nur bedingt tauglich.

GoodieGoodie
15
6.12.2009, 10:19

Wer in einer Waldorf-Schule war, kann zwar nicht lesen, aber seinen Namen tanzen!

Achilles26
 
12
5.12.2009, 15:30
In der Falle der ÖVP

Die "Neue Mittelschule" perpetuiert in Wirklichkeit das mehrgliedrige Schulsystem im Bereich der 10 bis 14 jährigen. Die Schwarzen lassen die Frau Minister ein bisschen herumexperimentieren, weil sie ganz genau wissen, wie sei eine echte Gesamtschule problemlos verhindern können.
Die Lehrer im Westen haben nicht lange gebraucht, um zu erkennen, dass die Neue Mittelschule die reine Farce ist und bildungsplitisch in die nächste Sackgasse führt. Die Pädagogen werden als Schachfiguren missbraucht, denen man Sand in die Augen streut.
Ich habe drei Jahrzehnte in einem "roten" Schulversuch selber unterrichtet und kenne diese ganzen Spielchen aus eigener Erfahrung.

Das 3.Auge wacht
02
5.12.2009, 18:52
jetzt ist die Zeit gekommen

Solidarität mit den Lehrern gab es seitens der Grünen. "Die Zeit des Schönredens der Neuen Mittelschule ist vorbei", stellte der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, in einer Aussendung fest und forderte zum wiederholten Mal eine gemeinsame Schule für die 10- bis 15-Jährigen.(APA)

mountaineer
30
5.12.2009, 14:35

komisch. jetzt haben sich die gsi-berger schon die rosinen herausgepickt und sind immer noch unzufrieden.
so wie früher, als sie zur schweiz wollten - nur die schweizer wollten nicht. deshalb bin ich für die umbenennung in hinterarlberg, weil es ja von wien aus gesehen eigentlich so heißen müsste.

Sche
01
6.12.2009, 16:40
Welche Rosinen?

Die 6 Zusatzstunden, von denen nur 4 an die Schulen weitergegeben werden (keine Ahnung, was mit den 2 übrigen geschieht)?
Stundenlange Teambesprechungen? Fehlendes Lehr- und Lernmaterial, weil die Gemeinden (= Schulerhalter) aus den letzten Löchern pfeifen?


Ansonsten: Wien mag die Bundeshauptstadt sein, aber die Bezeichnung VORArlberg ist und bleibt korrekt: Es sind die Füße, die sich bewegen und nicht der Wasserkopf!

rofr
00
7.12.2009, 17:22
Wieso nur 4 Stunden?

Bei uns werden aber alle 6 Stunden pro Klasse verwendet. Diese 6 Stunden werden von HAK-Lehrern in den Unterrichtsgegenständen E und D gehalten. Nebenbei - AHS-Lehrer sind keine zu bekommen. Die werden schon wissen, warum sie sich weigern. Wieso gerade Oberstufenlehrer wie die HAK-Lehrer die NMS qualitativ verbessern, weiß ich allerdings nicht.

Sche
00
8.12.2009, 11:12
Keine Ahnung...

...wohin die 2 Stunden "verschwinden", jedenfalls erhalten die NMS in Vlbg. nur 4!
Ansonsten dasselbe Bild: AHS-Lehrer sind nur in Einzelfällen anzutreffen und hier nur meist für einwöchige Projekte - das war dann schon die Zusammenarbeit.

Wenn die Politik wirklich ehrlich wäre, müsste man den Menschen draußen sagen, NMS = Hauptschule mit neuem Türschild und vielleicht ein bisschen experimenteller (Teamteaching und Co. - auch wenn das gar nicht soooo neu ist).

rofr
00
8.12.2009, 11:58
AHS-Lehrer wo?

Ein schönes Beispiel ist Enns. Die NMS wäre mittels "Patschengang" (= Gang, durch den man auch mit Hausschuhen gehen kann) von der AHS erreichbar. Die Superlehrer kommen aber von der HAK Perg, ca. 25 km einfache Fahrtstrecke.
Grundsätzlich wäre die NMS auch nicht übel, wenn man nur wüsste, was sie darstellen soll. Ich fühle mich wirklich sehr wohl mit meinem "Mitlehrer" in Mathematik, ich vergleiche die jetzige Situation mit der verböchenen Volksschuloberstufe.
Letzter Kurs Leistungsbeurteilung: Wenn in Englisch das Wort phonetisch erkennbar ist, ist die Mindestanforderung erfüllt. In Mathematik? Wenn man bei 3 mal 4 irgendwie in die Nähe von 12 kommt?

rofr
00
8.12.2009, 16:23
Entschuldigung - zu spät gesehen

Es soll heißen "verblichenen" anstelle von "verböchenen"

rofr
02
5.12.2009, 21:05

Ich glaube nicht, dass Sie näher über die NMS Bescheid wissen. Ich unterrichte in einer NMS und das große Problem ist, dass keiner von den Proponenten weiß, was das eigentlich sein oder werden soll. Der Standardsatz ist (O-Ton): "Ich beneide Sie, dass Sie sich auf eine Reise begeben, bei der man nicht weiß, wo sie hinführen wird. "
Im Klartext: Jeder kann tun, was er will.
Was feststeht ist: Die NMS darf keine AHS sein. Wozu müssen dann AHS-Lehrer unterrichten?
Diese Unklarheit ist das, wogegen die "GSI-BERGER" protestieren.
Ich bin übrigens Oberösterreicher und ein Großteil meiner Kollegen sind auch aus diesem Grund sauer.

asinus
02
5.12.2009, 08:19

Hr. Walser verpasst keine Gelegenheit, die Gesamtschule als Allheilmittel zu preisen. Jetzt soll er wenigstens einmal die Evaluierungsphase abwarten. Wenn die Gesamtschule flächendeckend im derzeitigen Zustand eingeführt wird, wird er sich noch wundern, wie die Privatschulen boomen.

f. ullinger
04
4.12.2009, 19:39
lang hat es nicht gedauert

bis die vorarlberger lehrer draufgekommen sind, welche katze sie da im sack gekauft haben.

ride my pimp
21
5.12.2009, 12:16

die Vorarlberger sind halt überall ein bisserl langsamer.
Die Schmied hat sich ja nicht von ungefähr die Vorarlberger als CrashDummies ausgesucht, weil die erst ein Jahr nach dem Crash "Aua" schreien, und selbst dann wissen sie nicht genau, warum.

LL MM
04
5.12.2009, 21:53

Die NMS gibt es nicht nur in Vorarlberg. Auch sind die dort keineswegs die "ersten".

http://www.neuemittelschule.at/hintergru... dorte.html

Dafür sind sie die "ersten", die offen Kritik üben, während man anderswo noch schwiegt und das Türschild "Neue Mittelschule" hauptsächlich dazu benützt, um genügend Schüler zu bekommen.

readymate
61
4.12.2009, 21:50
Die haben gar nichts "gekauft",


sondern einen vollen Geldsack geschenkt bekommen, auf den sie sich so begierig gestürzt haben, dass nichts mehr davon für andere Bundesländer übriggeblieben ist, Foolinger...!

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