Kanzler will 100.000 Menschen bei Jobsuche unterstützen

4. Dezember 2009, 15:39
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    foto: apa/hans klaus techt

    Rudolf Hundstorfer, Werner Faymann und Gabriele Heinisch-Hosek

Werner Faymann konkretisiert das dritte Arbeitsmarktpaket, besonderer Fokus liegt auf der Förderung von Frauen

Wien - Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen soll der heimische Arbeitsmarkt mit einer Qualifizierungsoffensive entlastet werden. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat am Freitag seine Pläne konkretisiert, wie er rund 100.000 Personen dabei unterstützen will, im kommenden Jahr Arbeit zu finden. Dies bedeute aber nicht, dass es 100.000 zusätzliche Jobs geben werde, wurde im Büro Faymann betont. Die für die Unterstützungsmaßnahme erforderlichen 70 Mio. Euro kommen aus dem Sozialministerium.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat die Kanzlerinitiative begrüßt, aber daran erinnert, dass nur Wirtschaftswachstum Job schaffe. Außerdem wurde betont, dass bei den heute präsentierten Maßnahmen keine zusätzlichen Budgetmittel erforderlich seien, was der Wirtschaftsminister immer abgelehnt hatte.

Fokus auf Frauen

Laut Faymann soll das heute konkretisierte dritte Arbeitsmarktpaket, dass es laut ÖVP unter diesem Namen gar nicht gibt, vor allem Frauen zugute kommen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erinnerte dabei an den von Faymann kürzlich vorgeschlagenen Generationenfonds, der hier die richtigen Antworten geben würde. "Jetzt müssen nur noch die, die bremsen, auf den Zug aufspringen, damit er abfahren kann", so Heinisch-Hosek am Freitag vor Journalisten. ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske begrüßte ebenfalls das Paket, insbesondere die Offensive im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Laut SPÖ sollen in diesem Sektor 6.000 Personen zusätzlich ausgebildet bzw. höher qualifiziert werden. Weitere Punkte des Pakets: Arbeitslose erhalten für Fortbildungskurse ab einer Mindestdauer von drei Monaten 100 Euro monatlich zusätzlich zum Arbeitslosengeld. Bei einer Kursdauer von über sechs Monaten gibt es 200 Euro monatlich. Weiters sollen die regionalen Fachkräftequalifizierungen auf 10.000 Personen verdoppelt werden und das Angebot an Deutschkursen für Migranten steigen. Durch die elektronische Beantragung des Arbeitslosengeldes und einer Aufstockung des Mitarbeiterstandes soll das Arbeitsmarktservice (AMS) entlastet werden. Damit sich Schüler leichter bei der Berufswahl tun, soll es in der 7. und 8. Schulstufe einen verpflichtenden Infotag in den Berufsinformationszentren geben.

Wachstum erforderlich

Aus dem Büro Mitterlehners hieß es dazu: Zusätzliche Qualifizierungen sind immer gut, "es ist aber klar, dass der Zukunftsfokus auf Wachstum gerichtet sein muss, weil alleine mit der Umschichtung von Budgetmitteln werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen".

Kritik kam von den Grünen, die von "vagen Andeutungen" sprachen. "Es kann ja nicht darum gehen, irgendeinen Kurs zu machen, sondern einen, der konkrete nachweisbare Qualifikationen mit sich bringt. Zu diesem wichtigen Punkt hat Bundeskanzler Faymann aber nichts gesagt", hieß es in einer Aussendung der Grünen Arbeitnehmersprecherin Birgit Schatz.

Im November waren inklusive Schulungen 336.527 Personen ohne Arbeit. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Anstieg um 19,9 Prozent. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen stieg um 14,3 Prozent auf 257.745 Personen. Die Anzahl der Schulungsteilnehmer erhöhte sich um 43,2 Prozent auf 78.782.

Kernpunkte des Paketes

  • Qualifizierungsbonus: Arbeitslose erhalten für Fortbildungskurse von bis zu drei Wochen einen monatliche Zusatzunterstützung von 100 Euro, bei Kursen, die länger dauern, gibt es 200 Euro pro Monat. 50.000 Personen sollen davon profitieren.
  • Verdopplung der regionalen Fachkräftequalifizierung: Ab dem kommenden Jahr sollen 10.000 Personen davon profitieren.
  • Integrationsoffensive: Es sollen verstärkt Deutschkurse für Migranten angeboten werden.
  • Initiativen im Sozial- und Gesundheitsbereich: 6.000 Menschen sollen zusätzlich ausgebildet bzw. höher qualifiziert werden.
  • Aufstockung der Aktion 4.000: Bisher wurden 4.000 Langzeitarbeitslose im Kommunalbereich untergebracht, kommendes Jahr sollen 6.000 Jugendliche dazu kommen.
  • Verstärkte Frauenförderung: Konkrete Maßnahmen wurden hier nicht genannt.
  • Entlastung des AMS: Das Arbeitslosengeld soll künftig elektronisch beantragt werden können, außerdem erhält das Arbeitsmarktservice mehr Personal. (APA)
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 208
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ich finde keinen namen
02
6.12.2009, 00:18
wenn man nix im hirn hat

und sich auch nicht wirklich um das land, die bevölkerung kümmern möchte, so wie unsere beiden clowns pröll und faymann, wirft man einfach steuergeld für deppenkurse in die runde

Michael B
01
5.12.2009, 21:53
Wie einfach man doch um 100.- € im Monat die Arbeitslosenstatistik

ein paar Monate vor der Wiener Wahl um einige zehntausend "entlasten" kann!
So billig wird man es nie wieder bekommen!

Ben Hur1
01
5.12.2009, 21:24
Gefaehrliche Drohung der Regierung von hoechster Stelle

Um weiterhin Lohndumping zu betreiben, Steuergeld verschwenden, Menschen zu entrechten.

Diese Konzepte funktionieren seit 39 Jahren nicht ( Kreisky:lieber ein paar Mrd ( schiling ) Schulden, dafuer weniger Arbeitslose ).

Wie waers mal mit einem Umdenken anstatt die alte Leier neu Aufrollen???

Bedinungsloses Buergergeld; mag zwar nicht alle Probleme loesen doch dann bleibt Luft etwas Neues zu ueberlegen und sozialen Frieden nicht aufs Spiel setzen.

Schwachsinnige, ewiggestrige Politiker, die aus der Vergangenheit nicht lernen wollen.

Alo
017
5.12.2009, 14:01
Das Schlimmste von allem

ist der menschenverachtende, aber gut organisierte Amtsmissbrauch an chronisch kranken Arbeitslosen, welchen die PVA prinzipiell zustehende IV-Pensionen verweigert. Die meisten Pensionsanträge gehen erst beim 3. oder 4. Anlauf durch, ganz egal was jemand hat. Um Zahlungen jahrelang zu verzögern werden falsche Gutachten erstellt bzw. Kranke in die Billig-Sozialhilfe und damit auch in die Obdachlosigkeit gedrängt, weil davon niemand seine Fixkosten bezahlen kann. So sitzen denn auch Krebskranke, schwer psychisch Kranke und Menschen mit heftigen, chronischen Schmerzen in Jobcoachings, denen man jede Entlastung und Hilfe verweigert.

Und bei diesen Machenschaften sehen auch SPÖ und Gewerkschaften ungerührt zu! Das ist völliger Wahnsinn!

amber103
100
5.12.2009, 15:54
Vermisschung von allem und jeden

Pensionen sollten nur aufgrund von Alter, und in der Höhe abhängig von der gebrachten Leistung sein. Der soziale Ausgleich solle sich Sozialhilfe nennen.

Chronische Krankheit ist kein Pensionsgrund. Ist jemand aufgrund von Krankheit nicht arbeitsfähig, ist diesem Menschen eine angemessene Sozialhilfe zu gewähren.

Die Invaliditätspension wird vor allem von jenen Menschen in Anspruch genommen, bei denen der Unterschied zwischen Invaliditätspension und Sozialhilfe besonders hoch ist. Diese Form der frühzeitigen Alterspension ist daher grundsätzlich besonders ungerecht gegenüber jenen Menschen, die vorher wenig verdienten.

Durch diese Vermischung werden Gruppenprivilegien (Bauern, Bahnbedienstete, ...) besonders gefördert.

graeslein
 
01
6.12.2009, 01:23



Natürlich sind schwere und chronifizierte Krankheiten ein Pensionierungsgrund. Lesen sie einfach das ASVG. Und diese Bestimmungen erhellen ja auch den Geist dieses Gesetzes. Es handelt sich um eine Versicherungsleistung für den Fall, dass jemand aus Gesundheitsgründen seine Arbeitskraft verliert.

I. O.
02
6.12.2009, 14:20
Ja, aber die Chronisch Kranken

werden fast immer nur bis 50 % Invalide eingestuft, und damit gelten bei AMS als vollständig arbeitsfähigen!
Mehrfache Bandscheibenvorfall, schwere Diabetes, Krebskrankheit, Künstliche Gelenke, Panikattacken, ...uzw...uzw werden nicht berücksichtig!Krankheitsgerechte Job gibst kaum....das Ganze ist nur Pensionraub und Stoß in die Armut/Obdachlosigkeit, oft nach 25-40 Jahre BEITRAGSZEITEN!
Zum Kotzen diese "Sozialpolitik"!

Yudhistira
01
5.12.2009, 12:57
"Kanzler will 100.000 Menschen bei der Jobsuche unterstützen"

Ist dafür nicht Strasser zuständig? Wegen des Koalitionsfriedens mein ich, aber vielleicht sollte man nicht immer alles schwarz(rot) sehen...

Quicktrader Quicktrader
00
5.12.2009, 12:50
Gleichbehandlungsgrundsatz...

...ist für Fayman wohl ein Fremdwort?

ARO5
01
5.12.2009, 15:40

"Kanzler will 100.000 MenschInnen bei Jobsuche unterstützen"

Besser ?

Franz Bartels
112
5.12.2009, 12:43
Diese Drohung kostet sicher wieder Wählerstimmen.

Die ganzen Schulungsmaßnahmen sind doch nur verdeckte Parteienfinanzierung. Wie lange wollt Ihr die Bevölkerung noch verarsch.... ?

QuePasa
04
5.12.2009, 12:13

Wir brauchen mehr Jungunternehmer und nicht Schulungen!

Farinelli
00
6.12.2009, 14:18

ja , super... dann steigen die insolvenzen gleiche noch mehr an...

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
03
5.12.2009, 12:10
Ist das wieder so eine Sprechblase der SPÖ oder ernst zu nehmen?

Gibt es auch schon einen Umsetzungsplan?
Besteht auch eine Umsetzungsgarantie?
Weiß man, wie das Problem zu lösen ist?
Könnte man dann vielleicht weitere 100.000 an Land ziehen?
...
...
...
...BLABLABLA

amber103
00
5.12.2009, 12:53
Natürlich wir umgesetzt: siehe Wien

Sie dir mal die Arbeitlosenzahl für November genauer an:
Angeblich stieg in OÖ die AL um 31% in Wien nur im 7.6%
Die absoluten Zahlen inkulusive Schulungsteilnehmer:
OÖ 10000AL mehr, Wien 12500AL mehr.

Ach ja, die Krise trifft insbesondere die Industrie, und OÖ ist mit nicht als besonders industriearmes Bundesland bekannt.

OÖ hat die Wahlen schon hinter sich, in Wien wird erst gewählt. Was kann der Bürgermeister froh sein, dass er einen Arbeitsminister aus seiner Amtsstube entsandt hat.

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
00
5.12.2009, 18:36
Was ist angeblich?

Wenn man mit Zahlen umsich schmeißt, sollte man wissen, wie diese zu interpretieren sind, bzw. woher sie kommen und zu welchen Zweck sie generiert wurden...........soviel generell und im besonderen zu den 31% Arbeitslosigkeit........

amber103
00
5.12.2009, 21:12
nochmals lesen

Welchen Teil des Wortes "stieg" haben Sie nicht verstanden?

Angeblich schrieb ich, weil in der Veröffentlichung des AMS als auch in den Berichten der Medien darüber, die Schulungsteilnehmer zwar für ganz Österreich angeben werden, diese aber bei den gleichzeitig veröffentlichten Arbeitslosenzahlen für die einzelnen Bundesländern verschwiegen werden, weshalb in der Öffentlichkeit ein falsches Bild entsteht.

Die Tibetanische Gebetsmühle
 
00
6.12.2009, 11:54
"angeblich" ist Wort das Hard Facts to Soft Facts werden läßt.

An den Arbeitslosenzahlen würde ich mich überhaupt nicht aufhängen, weil jede Partei liest diese so, wie benötigt.

Genauso verstand ich Ihr Statement.

radikal
06
5.12.2009, 12:07
ach wie toll

da werden zusätzliche 70 millionen (zu den ohnedies bereits vielen hunderten millionen) an die kursmafia überreicht

um die statistik zu beschönigen

kriegfried stuhlwasser
00
5.12.2009, 11:54

dem kanzler war schon nicht klar daß die sockelarbeitslosigkeit der aufrechterhaltung des drucks am arbeitsmarkt dient um die lohnkosten zu drücken. so weit so schlecht aber durch die wirtschaftskrise ist das problem nunmehr substanziell geworden er muß sich der erkenntnis stellen daß technologische entwicklung und die freßdynamik der heuschrecken arbeitsplätze unnötig macht die vor jahren noch unverzichtbar waren. dennoch arbeit gibt es genug - im dienstleistungsbereich. würde diese leistungsgerecht bezahlt käme der motor wieder ins laufen

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
020
5.12.2009, 11:28
Eine Ausbildungsoffensive ...

... wäre vor allem in Bereich des AMS notwendig!

Aber der Fisch beginnt am (Johannes) Kopf zu stinken, wörtlich!

Noch heute werden die Betroffenen nach Geburtsdatum (!) den BeraterInnen zugeteilt.

Kein Wunder, dass Beratung und Kursplanung überwiegend inkompetent ausfällt.

Nur wirkliche Fachleute aus den entsprechenden Branchen können (fehlende) Qualifikationen erkennen und realistische Perspektiven zeichnen.

Derzeit können die Parteibonzen aus den Regierungsparteien nur eines:

A - rbeitslose
M - enschen
S - chikanieren

Tornos
022
5.12.2009, 10:52
AMS

Es wäre schon wunderbar, könnte man mitreden, zu welchen Kursen einen das AMS so einteilt.

Ein befreundeter 58-jähriger KFZ-Mechanikermeister wird genötigt einen Englisch-Grundkurs zu machen ...

Oder ein Datenbankprogrammierer soll den sinnigen "Computerführerschein" machen, wo er lernt eine Word-Datei zu erstellen. Kommentar der AMS-Dame: "Na das ist doch eh in Ihrem Bereich".

Fängt man übrigens ein Studium an bzw. setzt es fort, während man Arbeitslosengeld bezieht, verliert man sofort jeglichen Anspruch.

Geschieht das alles weiterhin so willkürlich und fast gleichgültig, so glaube ich nicht, daß sich etwas ändern wird.

graeslein
 
21
6.12.2009, 01:34



Wer schon vor der Arbeitslosigkeit nebenberuflich studiert hat, darf es fortsetzen.

Wer studiert, hat einen Anspruch auf Stipendium.

Aber Sie haben Recht, dass es eigentlich Angelegenheit der Arbeitslosen ist, zu entscheiden, welchen der angebotenen Kurse sie besuchen wollen. Diese Zwangsmaßnahmen widersprechen eigentlich dem verfassungsgesetzl. gewährleisteten Recht auf Lernfreiheit.

Tornos
01
6.12.2009, 01:51

Hach nein!

Das ist leider alles nicht so! Sie dürfen grundsätzlich nicht an auch nur irgendeiner Universität immatrikuliert sein und gleichzeitig eine Unterstützung durch das AMS beziehen! Können Sie gerne nachlesen.

Auch dann nicht, wenn sie eh Mediziner sind und nebenher Ägyptologie studieren, was ja als "Hobby" durchgehen würde!

Weil es seitens des AMS einfach keine Regelung gibt ab wie vielen Semesterstunden et cetera Sie es als Hobby machen usw.
Somit wird es das AMS grundsätzlich immer so auslegen, daß sie durch das Studium nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können ...

Verfassungswidrig ist daher viel eher, daß Ihnen persönliche Interessen und damit menschliche Grundfreiheiten verwehrt werden ... weniger Lernfreiheit ..

Cloon
 
012
5.12.2009, 12:20
so etwas ist nur möglich weil...

viele Menschen in Österreich noch immer mit Scheuklappen durchs Leben laufen..
Nicht wenigen Menschen, welche vorher auf den Arbeitslosen rumgehackt haben, werden heute durchs AMS/"das Arbeitslosenprogramm" die Augen geöffnet
und plötzlich verstehen sie ;)

"das AMS" bildet in den wenigsten Fällen,
in den meisten Fällen wird Rochiert und Verwaltet um Regierungsvorgaben zu erfüllen..will man doch mit (fraglichen) Statistiken glänzen..

öffnet endlich die Augen, und hört zu..

lg CLoon

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