Fundstücke der antiken Stadt Limyra in Wien präsentiert

4. Dezember 2009, 12:40
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Schau und Symposium widmen sich österreichischen Forschungen im Südwesten der Türkei

Wien - An Grabungen in Limyra in der südwesttürkischen Küstenlandschaft Lykien sind österreichische Archäologen und Archäologinnen seit 40 Jahren beteiligt. Dieses Jubiläum wird vom Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) mit einem internationalen Symposium und der Ausstellung "Limyra in Lykien - Österreichische Forschungen im Südwesten der Türkei" im Ephesos Museum des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) begangen. 

Schwerpunkt des internationalen Symposiums "40 Jahre Grabung Limyra" (3. bis 5. Dezember) ist die wissenschaftliche Erforschung der Stadt Limyra in antiker und byzantinischer Zeit.

Exponate

Bei der nun geöffneten Schau, die bis 14. Februar 2010 besucht werden kann, werden erstmals in Österreich originale archäologische Fundstücke aus Limyra, Pflanzen- und Tierfunde aus der Region, völkerkundliche Exponate sowie Tagebücher von den Grabungen und Reisetagebücher österreichischer Expeditionen aus dem 19. Jahrhundert gezeigt. Außerdem sind Modelle, Fotografien und Poster-Präsentationen zu den Ausgrabungsstätte in Südwestanatolien zu sehen.

Ein Teil der Exponate geht auf die Lykien-Forschungsreisen von Otto Benndorf, den ersten Direktor des ÖAI, im 19. Jahrhundert zurück. Die dabei entstandenen Sammlungen aus Archäologie, Zoologie und Botanik gehören heute zum Bestand des KHM, des Naturhistorischen Museums und des Museums für Völkerkunde.

Hintergrund

Die Ruinen der antiken Stadt Limyra liegen etwa sechs Kilometer nordöstlich der heutigen türkischen Stadt Finike. Die ältesten Funde reichen in das 8. Jahrhundert vor Christus zurück. Im 4. Jahrhundert vor Christus erlebte die Stadt eine Blütezeit unter dem lykischen Fürsten Perikle. Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur, Schrift und Sprache mit ausgeprägten Hang zum Bau repräsentativer Grabstätten.

Limyra ist neben Ephesos die zweite wissenschaftliche Grabung österreichischer Forscher in der Türkei. Die Ausgrabungen wurden 1969 begonnen, seit 2002 laufen sie als Projekt des ÖAI. Insgesamt könne Österreich auf 130 Jahre Lykien-Forschung zurückblicken, heißt es in der Aussendung. Zentrale Projekte der aktuellen ÖAI-Forschungen in Lykien sind die Ausgrabung der Thermenanlage eines Theaters, die Untersuchung des 1996 entdeckten Heiligtums auf dem Hügel Yalakbasi und die Dokumentation sogenannter "Spolien", also von Bauteilen oder Reliefs von Bauten älterer Kulturen, die in neuen Bauwerken wiederverwendet werden. (APA/red)

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