Mehr Sicherheit mit Flexray

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Nach dem 7er-BMW erscheint nun auch der neue Audi A8 mit einer neuen Daten-Kommunikationsarchitektur namens Flexray

Die am weitesten verbreitete Technik hieß bisher CAN-Bus. Flexray ist nicht nur zehnmal schneller, sondern auch wesentlich sicherer. CAN-Bussysteme sind nämlich ausschließlich ereignisgesteuert, während Flexray auch zeitgesteuerte Funktionen enthält, wie etwa in der Luft- und Raumfahrt schon länger üblich.

Zeitgesteuert heißt, dass sich das System im Millisekundentakt ständig überwacht und auch dann Fehler entdecken kann, wenn eine Funktion gerade nicht abgerufen wird. So kann etwa eine Fehlfunktion des ABS bereits erkannt werden, noch bevor man das nächste Mal auf die Bremse tritt.

Das Wesentliche an Flexray ist der weite Spagat zwischen hoher Funktionssicherheit und großer Bandbreite, also Datenübertragungsmenge, sodass diese Elektronikarchitektur vorzugsweise in der Motor- und Fahrdynamiksteuerung eingesetzt wird. Im Bereich des Infotainment arbeitet man mit noch größeren Bandbreiten, dort stehen aber die Sicherheitsanforderungen nicht dermaßen zwingend im Vordergrund.

Anders bei den Assistenzsystemen, wo bereits an einer sehr sicheren Elektronikarchitektur mit größerer Bandbreite als Flexray gearbeitet wird. Bei der Entwicklung des Flexray-Systems im Audi A8 war auch die TTTech maßgeblich beteiligt, ein Wiener Unternehmen, dessen Gründer, Hermann Kopetz, als großer Pionier in Sachen zeitgesteuerte Systeme gilt. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/4.12.2009)

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8 Postings
Klingt als hätte da wer token ring erfunden?

zu Hilfe!

Als obs nicht schon genug Elektronik in den Autos gäbe, die dann nach ein paar Jahren den Dienst versagt, ohne daß man dann - trotz Interface - den Defekt leicht lokalisieren könnte bzw. daß eine Reparatur lohnen würde. Gebaut, um auszufallen, Verfallsbeschleuniger sozusagen. Aber das ist für den Herren Manager, der ohnehin jedes Jahr ein neues Auto kostenlos zu Verfügung gestellt bekommt nicht wirklich ein Problem. Der Gebrauchtwagenpöbel soll gefälligst Ersatzteile benötigen, die er nur beim Hersteller bekommt, oder eben ein Neues kaufen/leasen. Wann werden die Kunden endlich begreifen, daß Autos keine Investitions- sondern Wegwerfgüter sind?

ist es nicht so, dass die flexray leute zuerst beim kopetz waren und dann losgegangen sind und statt dem ttp (time-triggered protocol, das was die tttech von kopetz entwickelt hat und vertreibt) flexray geschaffen haben? und dass da durchaus eine ziemliche feindseligkeit herrscht?

ich hatte jedenfalls mal ein seminar beim kopetz und da hat er sichs nicht nehmen lassen, zu erklären, welchen zentralen teil die leute bei flexray nicht eingebaut haben, der bei ttp natürlich enthalten ist.

und man muss jedenfalls sagen, die kopetz vorlesungen sind wirklich lehrreich. da geht man mit einem haufen guter konzepte in der hand raus.

FlexRay gibts weil Prof. nicht wollte

FlexRay gibt es weil die Entwickler von TTP ihre Patente nicht teilen wollten und auch nicht bereit waren an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. FlexRay wurde somit ohne die Wiener Firma entwickelt und begann sich am Markt durchzusetzen (BMW ...). Zeitgesteuerte Protokole gibt es in der Flugzeugindustrie schon wesentlich länger – die Uni-Wien hat das Potential erkannt und hat sich frühzeitig damit beschäftigt. AUDI hat wiederum durch eine lange Partnerschaft die Wiener Firma (die vom besagten Uni-Professor gegründet wurde) an Bord geholt, wohl auch um ein Gegengewicht zu zum deutschen Marktführer (Zeiger mit V ;-) zu erhalten. Der Rest ist Marketing – beide Protokole (ttp und Fr) haben ihrer Vor- und Nachteile.

toll

dann kannst uns ja erklären um was es da geht. dem redakteur was scheinbar egal.

auf wikipedia sind die protokolle (zumindest ttp) gut beschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Time... d_Protocol
http://de.wikipedia.org/wiki/FlexRay


ich könnte das nicht mehr so gut zusammenfassen, im prinzip geht es um ein übertragungsprotokoll, das jedem teilnehmer bestimmte punkte in der zeit zuteilt, wo er auf dem gemeinsamen bus übertragen kann und sei es nur eine "nix los hier" nachricht. dadurch kann einerseits erkannt werden, wenn einer "tot" ist, weil nix daher kommt, andererseits können diese übertragungszeitpunkte genutzt werden, um die uhren aller teilnehmer zu synchronisieren. dann kommt noch einiges dazu, aber das grundprinzip der zeitgesteuerten kommunikation ist, denke ich, der kernpunkt.

so ein artikel sollte dann doch zumindest kurz erklären, was das genau ist, finde ich.

Sehe ich auch so. Ich bin nicht gerade technikfern, aber bei dem Artikel musste ich wirklich lange nachdenken worums da geht ^^

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