Anschlag auf Moschee in Rawalpindi

4. Dezember 2009, 14:29
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Dutzende Tote - Täter hatten islamisches Gotteshaus während Freitagsgebets gestürmt - Auch hochrangige Militärs unter Opfern

Rawalpindi - Beim Angriff eines Selbstmordkommandos auf eine Moschee in Pakistans Garnisonsstadt Rawalpindi sind am Freitag mindestens 30 Menschen getötet worden. Zwei Attentäter sprengten sich während des Gebets in die Luft, wie Innenminister Rehman Malik dem Fernsehsender ARY sagte. Rawalpindi, Sitz des Hauptquartiers der pakistanischen Streitkräfte, war in den vergangenen Wochen mehrfach Schauplatz blutiger Anschläge.

Zahlreiche weitere Menschen wurden nach Angaben des Innenministers bei dem Angriff verletzt. Die Explosionen brachten demnach auch das Dach des Gotteshauses zum Einsturz. Nach Angaben eines Armeesprechers fielen auch Schüsse. Der Angriff richtete sich gegen die Moschee des Qasim-Marktes in der Innenstadt von Rawalpindi, wo sich auch die Unterkünfte zahlreicher Armeeangehöriger und ihrer Familien befinden.

Armee vermutet Islamisten hinter Tat

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag; der Armeesprecher Athar Abbas vermutete militante Islamisten oder die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Taliban hinter der Tat. "Die Terroristen sind während des Freitagsgebets in die Moschee eingedrungen und haben dann ihre Bomben gezündet", sagte Abbas.

Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender Geo, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich rund 200 bis 300 Menschen in der Moschee aufgehalten. Die Moschee wird seinen Angaben zufolge vor allem von Militärangehörigen besucht. Er selbst sei von einem Splitter am Bein verletzt worden.

Die pakistanische Armee startete Mitte Oktober mit 30.000 Soldaten eine Großoffensive gegen die islamistischen Aufständischen in den Taliban-Hochburgen im Nordwesten Pakistans. In den vergangenen zweieinhalb Jahren starben bei einer Serie von Anschlägen in Pakistan fast 2600 Menschen, die in der Mehrzahl der Taliban-Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zugeschrieben werden.

Terrorserie

Im nahe Islamabad gelegenen Rawalpindi war erst vor einem Monat ein Selbstmordanschlag vor einem Einkaufszentrum verübt worden, bei dem 34 Menschen getötet wurden. Anfang Oktober attackierten islamistische Rebellen das Hauptquartier der Armee; bei den Kämpfen und einer Geiselnahme starben 22 Menschen, unter ihnen 14 Militärangehörige Die mutmaßlichen Taliban waren in Armee-Uniform in das Armee-Hauptquartier eingedrungen.

Rawalpindi liegt direkt neben der Hauptstadt Islamabad im Norden Pakistans. Im Westen herrscht Sorge, dass radikale Islamisten die Kontrolle über die Atomwaffen des Landes an sich reißen könnten. (APA/AFP/AP/Reuters)

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