Google Public DNS: Schnelleres Web-Surfen ohne Filter

4. Dezember 2009, 09:50
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Softwarehersteller startet öffentliche Domain Name Server - Sicherheit im Fokus

Ein äußerst ambitioniertes Ziel hat man sich beim Softwarehersteller Google gesetzt: "Das Web beschleunigen" lautet das Vorhaben, das das Unternehmen derzeit auf unterschiedlichsten Wegen angeht. Neben dem eigenen Browser Google  Chrome hat man etwa vor kurzem mit SPDY eine optimierte Variante von HTTP präsentiert, nun folgt der nächste Schritt in dieser Strategie.

Abfragen

Mit den Google Public DNS widmet man sich einem weiteren potentiellen Flaschenhals in der Internet-Infrastruktur: Die Domain Name Server (DNS) kümmern sich um die Zuordnung der Internetadressen zu den eigentlich dahinter stehenden Ziffernkombinationen, ein Vorgang der je nach Implementation unterschiedlich flott vonstatten geht. Gerade bei komplexeren Seiten sind schon mal mehrere DNS-Abfragen nötig, die die Darstellung der betreffenden Webpage beeinträchtigen können.

Umsetzung

Also hat man sich dazu aufgemacht, eigene DNS zu implementieren. Mit Prefetching und ausgefeilten Caching-Techniken will man flotter als die Konkurrenz sein, ein Vorhaben, das man offenbar durchaus erreichen kann, wie erste Test zeigen. Auch in den Beobachtungen des WebStandard erwiesen sich die Google Public DNS als äußerst flott, vor allem auch in Vergleich zu ähnlichen Services wie OpenDNS. Allerdings hängen die Ergebnisse hier stark vom jeweiligen Standort und der abgefragten Seite ab.

Sicherheit

Google nennt aber noch zwei andere Vorteile für die Nutzung seines Services: Sicherheit und Echtheit. So hat man einigen Aufwand getrieben um sogenannten DNS-Poisoning-Attacken zu verhindern, mit denen immer wieder versucht wird, bekannte Domains auf gefälschte Seite umzuleiten.

Filter

Zusätzlich verspricht das Unternehmen, dass man keinerlei Filter oder Blocklisten einsetzt, der Zugang zum Netz also vollkommen uneingeschränkt ist. Entsprechende Filter sind ein der Möglichkeiten die äußerst umstrittenen Netzblockaden umzusetzen. Auch eine Umleitung von nicht vorhandenen Seiten auf eigene Services - die von Providern gern zur Werbung genutzt wird - gebe es nicht.

Hintergrund

Weitere Informationen zu den Hintergründen und wie man die Google Public DNS selbst verwenden kann, dokumentiert Google auf den zugehörigen Projektseiten. (apo, derStandard.at, 04.12.09)

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