Die "sieben Ebenen" und das Küchenmesser

3. Dezember 2009, 22:38
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Jugendlichen auf Friedhof niedergestochen

Korneuburg - Die zwei 18-jährigen Blutsbrüder hatten am frühen Abend des 30. März einen 23-jährigen Freund besucht. Sie tranken Bier und diskutierten über Religion, insbesondere über "die sieben Ebenen". Doch einer der 18-Jährigen nervte, mit seiner ewigen Rechthaberei - und die anderen beiden machten sich heimlich per SMS aus, dass sie dem "Klugscheißer" einen Denkzettel verpassen wollten - um ihm zu zeigen, "dass das Leben anders rennt" .

"Und hier endet die Sache, begreiflich zu sein", berichtet Staatsanwalt Stefan Dunkl am Donnerstag im Korneuburger Straflandesgericht. Der Rechthaber wurde zum Friedhof von Hollabrunn gelockt, dort legten sich die drei auf eine Wiese und schauten die Sterne an.

Dann hieß es auf einmal "Jetzt?" - "Ja, jetzt!" . Der eine, der Jüngere, zückte ein Küchenmesser und begann ohne Unterlass auf das Opfer einzustechen. Der Hauptangeklagte kann oder will sich an nichts erinnern: "Ich weiß nicht, was mit mir los war." Der 23-Jährige wiederum gibt vor Gericht an, er habe die ganze Zeit nur Musik gehört und die "Rangelei" nur aus dem Augenwinkel gesehen.

Später fand man Kampfspuren im Umkreis von 14 Metern - und der Niedergestochene hatte "ein Riesenschwein" gehabt, sagt Staatsanwalt Dunkl. Neben Abwehrverletzungen hatte er Stichwunden in Herz, Lunge und Kopf erlitten. Das Urteil stand bei Redaktionsschluss noch aus. (APA, frei/DER STANDARD, Printausgabe, 4.12.2009)

 

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