Vom krankhaften Knochenabbau bis zu Malaria

3. Dezember 2009, 18:51
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Forschungsförderungspreis der Erste Bank in Wien überreicht

Wien - Die Blockade eines Chemokin-Rezeptors (CCR2) könnte ein neuer Weg sein, die Osteoporose zu behandeln. Am Donnerstag wurden in Wien die Auszeichnungen des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank vergeben. Erster Preisträger ist Nikolaus Binder von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III mit einer Arbeit zu den Mechanismen, die hinter einem krankhaften Knochenabbau stehen.

In der in "Nature Medicine" publizierten Arbeit konnten die beteiligten Wissenschafter zeigen, dass ein Chemokinrezeptor (Proteine in der Oberflächenmembran) der Klasse C-C (sogenannter CCR2) in der Regulierung des Knochengleichgewichts eine essenzielle Rolle spielt. Mäuse ohne Rezeptor zeigten nämlich nicht nur eine erhöhte Knochendichte, sondern auch eine erhöhte Stabilität der Knochen. CCR2 ist offenbar wichtig für das Ausreifen, die Anzahl und die Größe der "Knochenfress-Zellen", der Osteoklasten. Ihre Unterdrückung wäre ein möglicher Ansatzpunkt für neue Therapien.

Zweiter Preis

Um das Langzeitüberleben und die Vermeidung von Lungentransplantationen bei operierten Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertension (CTEPH) ging es in der Arbeit von Nika Skoro-Sajer von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II, die dafür mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Dabei stellte sich heraus, dass Untersuchungen zur Reaktionsfähigkeit der kleinen Gefäße in der Lunge einen aussagekräftigen Marker für den Verlauf der Erkrankung erbringen können. Außerdem lässt sich damit eventuell das Ausmaß der Erkrankung feststellen.

Dritter Preis

Malaria ist bis heute eine der Hauptursachen der hohen Kindersterblichkeit im tropischen Afrika. Aufgrund zunehmender Resistenzen gegen herkömmliche Malariamedikamente ist die Entwicklung neuer Medikamente und Medikamentenkombinationen zur Therapie von Kleinkindern von großer Bedeutung. In der der dritten prämierten Arbeit untersuchten Michael Ramharter und seine Mitarbeiter (Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin am Wiener AKH) die Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt) und Heilungsrate einer neuen Medikamentenkombination zur Therapie der Malaria bei Kindern.

Dabei wurde erstmals die Kombination der Arzneimittel Artesunat und Pyronaridin in einer Tablette und einer Medikamentenzusammensetzung zur Therapie der Malaria bei Kindern untersucht. Die Kombination zeigte in dieser im zentralafrikanischen Gabun durchgeführten Studie eine ausgezeichnete Verträglichkeit und gute Heilungsrate. Basierend auf diesen Ergebnissen konnte die Medikamentenkombination von Artesunat und Pyronaridin in großen Phase III-Studien untersucht werden und ist derzeit zur Registrierung bei internationalen Registrierungsbehörden eingereicht. (APA)

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