Tritte gegen Kopf: 15 Jahre Haft und Einweisung in Anstalt

3. Dezember 2009, 22:15
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Gewaltexzess wegen einer Zigarette: 19-Jähriger Kärntner trat Bewusstlosen gegen Kopf - Opfer starb nach Monaten im Wachkoma - Urteil nicht rechtskräftig

Klagenfurt - "Ich mache alles, was ich machen kann", sagt der 19-jährige im Klagenfurter Straflandesgericht. Er habe begonnen, seinen Hauptschulabschluss nachzuholen und sich auch einer Alkohol- und Gewalttherapie unterzogen. Doch der psychiatrische Gutachter Max Neumann hat Zweifel: "Ein nahtloses Aneinanderreihen von Gewalt, die er tief verinnerlicht hat, geht nicht in so kurzer Zeit weg."

Mit Gewalt war der heute 19-Jährige von Kindheit an konfrontiert. Bei seinen Eltern war es derart zugegangen, dass er freiwillig in ein Heim ging. Drogen nahm er ab zwölf. Danach gab's zwei Vorstrafen wegen Einbruchsdiebstahls, eine wegen Körperverletzung.

Und dann der Abend des 10. Juni 2008. Der Angeklagte hatte im Park der Kärntner Schützen in Klagenfurt Wein und Tabletten zu sich genommen und dann Cannabis geraucht. Danach schnorrte er bei einem 39-Jährigen Zigaretten - der sagte aber, er solle sich "schleichen". Was dann passierte, daran kann er sich nicht erinnern. Staatsanwalt Helmut Jamnig berichtet von wuchtigen Faustschlägen; das Opfer sei zu Boden gegangen, dann habe der Angeklagte "in Fußballerart" gegen den Kopf des Liegenden getreten. Der 39-Jährige starb nach mehreren Monaten im Wachkoma.

Der Staatsanwalt beantragte die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Die Geschworenen folgten ihm: 15 Jahre Haft und Einweisung. (APA, frei/DER STANDARD, Printausgabe, 4.12.2009)

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