Viral-Kampagne macht Alexander Wrabetz zum Helden

3. Dezember 2009, 16:33
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Schwedischer Rundfunk auf der Suche nach Gebührenzahlern - User aus 200 Ländern haben Video erstellt, etat.at eines mit dem ORF-General

Per Mausklick zum Hero in einer Hollywood-tauglichen Video-Produktion - das macht der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Schweden seit kurzem in einer Marketing-Aktion rund um die Suche nach widerwilligen Gebührenzahlern möglich. Über tackfilm.se/en können Internet-User ihre eigenen Fotos in einen mehrminütigen Video-Clip integrieren und werden so zum Star und Mittelpunkt einer Video-Story. Mitte November startete die Aktion im Internet - und hat bereits nach wenigen Wochen rund eine Million Internet-User zu "Heroes" gemacht, wie die für die Gebühreneinhebung zuständige Gesellschaft "Radiotjänst" erklärt.

"Our Hero"

In dem professionell produzierten Video-Clip einer fiktiven Pressekonferenz wird ironisch-pathetisch und mit dramatischem Sound "Our Hero" angekündigt - der nach einigen Minuten dann schlussendlich mit einem Foto präsentiert wird. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt sorgt ebendieser "Hero" beim Betrachter des Videos für ungläubiges Staunen, ist es doch plötzlich er selbst, der sich mitten im Geschehen findet und in weiterer Folge weltweit als Star zelebriert wird, von riesigen Video-Walls lächelt und mit seinem Konterfei den Nachttisch von unbekannten Menschen ziert.

Eine Million Fotos downgeloaded

Am 16. November startete der schwedische Rundfunk die Aktion. "Bis jetzt wurden eine Million Fotos downgeloaded, die Website wurde bisher von rund 4 Millionen Usern besucht", erklärt Per Leander von Radiotjänst. "Die Ergebnisse übertreffen meine wildesten Träume", sagt Leander, der sich vom Erfolg der Aktion selbst überrascht zeigt. Und nachdem das Web keine Grenzen kennt, ist die Aktion auch international bereits bekannt: Obwohl erst seit kurzem mit englischen Untertiteln versehen, haben bereits User aus rund 200 Ländern ihr eigenes Video erstellt. Und nicht zuletzt seien seit dem Start der Kampagne rund 1.000 neue Gebührenzahler hinzugekommen, so Leander.

Link kann auf Facebook oder Twitter integriert werden

Bei der Verbreitung des Clips setzt der schwedische Rundfunk voll auf "virales Marketing". Der Link des Video-Files kann einfach in Facebook oder Twitter integriert werden, die Communities in den sozialen Netzwerken sorgen so in kurzer Zeit für eine massenhafte Verbreitung.

Rund 90 Prozent der schwedischen Haushalte zahlen derzeit die Rundfunkgebühr für den öffentlich-rechtlichen TV-Sender SVT sowie für die schwedischen Radioprogramme des Senders SR sowie ein zum Angebot zählendes Bildungs-Programm (UR). Radiotjänst weist für 2007 rund 6,2 Mrd. Kronen (604 Mio. Euro) an Gebühren aus, 53 Prozent davon wurden dem TV-Sender SVT und rund 35 Prozent dem Radiobereich zugewiesen. (APA)

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