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Outsourcing 2.0: Serviceorientiert und grün

Markus Drenckhan, 03. Dezember 2009 16:47
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    Foto: ap photo/totul bortamuli, wwf nepal

Diesen Spagat zu meistern, ist die Herausforderung vor dem das "Second Life" des Outsourcings steht

Die Ansprüche der Kunden an die Serviceleistungen von IT-Outsourcing-Partnern steigen. Gleichzeitig nimmt der Kostendruck zu. Der Trend geht zu standardisierten Angeboten. Diesen Spagat zu meistern, ist die Herausforderung vor dem das "Second Life" des Outsourcings steht.

Outsourcing wird erwachsen

Das Auslagern von Dienstleistungen im IKT-Bereich geht in die zweite Runde. Nach der anfänglichen Euphorie in den neunziger Jahren und einem Höhepunkt zur Jahrtausendwende sind sowohl Kunden als auch Anbieter inzwischen an Erfahrungen reicher. Der Trend ist dennoch ungebrochen. Angaben des Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC) zufolge sind seit 2000 die Ausgaben für In-house-Hardware um 20 Prozent gesunken. Mit IT-Dienstleistungen wird inzwischen rund ein Viertel des gesamten Umsatzes aller IKT-Geschäfte in Deutschland erwirtschaftet, stellt der deutsche Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in seiner Präsentation zum deutschen Hightech-Markt 2009/2010 fest.

Ein wesentliches Merkmal des "Next Generation Outsourcings" (NGO) - wie diese nächste Phase in einer PAC-Studie bezeichnet wird - sei eine Standardisierung des Angebotes. Diese werde von den Kunden akzeptiert, wenn es deren Geschäftsbedürfnis nach mehr Flexibilität erfüllt. Eine Entwicklung, die auch Dr. Mathias Weber, Bereichsleiter IT-Services beim BITKOM, bestätigt: "IT-Endprodukte werden zunehmend aus standardisierten, modularen Baugruppen ,konfiguriert‘. Zur Erstellung wird ein Prozess durchlaufen, der die Leistungen aus global verteilten, internen und externen Quellen zusammenstellt."

Unterschiedliche Servicemodelle

Ein klar definiertes, gebündeltes Serviceangebot - darin liegt für T-Systems die Outsourcing-Zukunft: "Outsourcing wird zur Commodity wie Strom aus der Steckdose", sagt Max Schaffer, Direktor des Bereiches ICT Operations und Mitglied der Geschäftsleitung bei T-Systems. Dem Spagat zwischen standardisierten Modulen und individuellen Kundenanforderungen begegnen die Anbieter mit flexiblen Pay-on-Demand-Modellen und internen Hardware-Optimierungen. Vor allem mit Virtualisierungen kann die Hardware in den Rechenzentren der Dienstleister optimaler genutzt werden. Die einzelnen Kundenserver werden als virtuelle Serversysteme auf wenigen zentralen Groß-Rechnern gehostet; natürlich voneinander getrennt. Dadurch reduziert sich der Bedarf an im Outsourcing-Rechenzentrum.

Anbieter von Carrier neutralen-Rechenzentren dagegen setzen auf eine Entbündelung des Angebotes und stellen nur Hardware zur Verfügung. Für die Netzwerkanbindung zum Rechenzentrum muss der Kunde separate Verträge mit anderen Dienstleistern abschließen. „Bei uns kann der Kunde aus 60 verschiedenen Carriern auswählen, die miteinander konkurrieren. Dadurch kriegt er einen guten Preis", sagt Christian Studeny, Geschäftsführer von Interxion Österreich, einem europaweiten Anbieter von Carrier neutralen-Rechenzentren.

Outsourcing ist grün

Die Verbindung von IT und Ökologie ist in den letzten Jahren zu einem großen Thema geworden, das es vor allem derzeit schafft, die Schlagzeilen zu füllen: kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen. Die Ideen sind nicht neu, aber effektiv, so wie ein Projekt in Helsinki zeigt. Dort entsteht ein neues Rechenzentrum, dessen Kühlsystem mit dem städtischen Heizungssystem verbunden ist - Ähnliches ist in der Industrie als Kraft-Wärme-Kopplung bekannt. Die Betreiber gehen davon aus, mit der Abwärme des Rechenzentrums Heizleistung für bis zu 500 Haushalte zur Verfügung stellen zu können.

Ein anderer Ansatz, den Stromverbrauch zu senken, basiert auf der Idee der Multifunktionsgeräte, mit weniger Geräten mehr Funktionen zu bieten. Was im Kleinen gilt, lässt sich auch auf große Systeme anwenden. "Outsourcing ist per se Grün. Der Kunde kann mit In-house-Lösungen nicht den Virtualisierungsgrad erreichen, den wir im Großen schaffen", sagt Schaffer von T-Systems. Hardware und andere Ressourcen möglichst effektiv mit Virtualisierungen und modernster Technologie einzusetzen, das ist auch das Ziel des neu errichteten Test-Rechenzentrum DataCenter 2020. In diesem gemeinsamen Projekt von Intel und T-Systems arbeiten zehn Mitarbeiter beider Unternehmen gemeinsam daran, die Wechselwirkung verschiedener Elemente vor allem in Hinsicht auf die Energieeffizienz zu analysieren. Die Ergebnisse sollen später für die Betriebsoptimierung aller Rechenzentren der beiden Unternehmen eingesetzt werden.

Strom sparen heißt Geld sparen

Die möglichen positiven Effekte solcher Initiativen für die Umwelt beschreibt unter anderem die Smart 2020-Studie, erstellt von McKinsey für die Climate Group, eine nicht kommerzielle Organisation mit Mitgliedern aus Politik und Unternehmen weltweit, die an Lösungen gegen den Klimawandel arbeiten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass ein optimierter und energieeffizienter Einsatz von IKT im Bereich der Energienetze dazu beitragen kann, die weltweiten C02-Emissionen bis zum Jahr 2020 um bis zu 15 Prozent zu verringern. Die Ersparnisse für Unternehmen in allen Branchen würden über 500 Milliarden Euro betragen.

Hier wird deutlich, dass Umweltschutz kein Selbstzweck ist: Strom sparen heißt Geld sparen. Das sieht auch Isabel Richter, Bereichsleiterin Umwelt und Nachhaltigkeit beim BITKOM, als wichtigen Motor für die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen: "Unternehmen optimieren IT-Umgebungen, gestalten sie energieeffizienter und sparen dadurch unnötige operative Kosten ein. Insofern kann man schon allein durch den Kostendruck von einer ernsthaften Umsetzung sprechen." Denn beim Kostensparen treffen sich alle wieder: Anbieter und Kunden. (Markus Drenckhan, derStandard.at, 3.12.2009)

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10 Postings
silent_trust
 
06.12.2009 15:52
Jedes Jahr wieder kommt das "Biittee bitteeeee macht doch Outsorcing Geflenne!"

Ich kenne Mitarbeiter aus verschiedensten Unternehmen, die schon mit verschiedensten Outsourcingpartnern zusammengearbeitet haben. Das Ergebniss lag fast immer irgendwo zwischen Katastrophe und "besser ist es (finanziell, organisatorisch, qualitätsmäßig,...) jetzt auch nicht"
Umso größer ein Unternehmen, umso schwieriger ist es mit dem Outsourcing. Die Koordination passt nicht, man versteht sich gegenseitig nicht, die Kommunikation haut nicht hin und man verkauft sich an den Outsourcingpartner mit Haut und Haaren - eine Beziehung aus der man nur mit sehr viel Geld und Aufwand wieder rauskommt.
Mind. jeder zweite Outsourcingversuch wird binnen 24 Monate zurückgerollt. Meine Erfahrung - und nicht nur meine.

Maggot Brain
07.12.2009 00:09

"Die Koordination passt nicht, man versteht sich gegenseitig nicht, die Kommunikation haut nicht hin": Meiner Erfahrung nach liegt das Problem eher beim Kunden, der intern seine Hausaufgaben nicht gemacht hat.
"man verkauft sich an den Outsourcingpartner mit Haut und Haaren "
Das liegt am Vertrag, den man selbst mitgestaltet und dem Outsourcingpartner den man wählt.
"eine Beziehung aus der man nur mit sehr viel Geld und Aufwand wieder rauskommt."
Ein durch das erste Outsourcing eingeführter Leistungskatalog und Standardisierung sowie das Bestreben des Mitbewerbs den Kunden zu übernehmen führen in der Regel zu niedrigeren Kosten als beim ersten Mal.

stuffy
04.12.2009 06:42
bla,bla,bla,bla,bla ....

Schwache, schwammige Argumente mit viel warmer Luft, und der Versuch noch einen "Deppen" mehr als Neukunden zu gewinnen, um ihn abzocken zu können ...

Grün ist bestenfalls der Wunschgedanke, solange die Geräte Stromfresser und Hitzeentwickler sind, braucht man noch mehr Energie um sie zu Kühlen - eindeutig falscher Ansatz!

Lieber die Abwärme zum Heizen für's Büro gleich selber verwenden - da braucht man doch nicht einen Dritten Nutznießer dazu der daraus auch noch Profit schlägt!

GevatterTod
03.12.2009 21:35
und man vertraut diesen Unternehmen

speziell wenn eine Krisensituation da ist.
Loyalitaet - was ist das?
Der Outsourcing Anbieter macht was im Vertrag steht - fuer alles andere Zahlemann und Soehne!

Maggot Brain
04.12.2009 00:29

dann war der vertrag wohl nicht richtig verhandelt. Eigentor.

GevatterTod
04.12.2009 22:09
wenn sie alle Eventualitaeten im Vertrag haben

dann haben sie einen Vertrag in Telfonbuchstaerke,
eine Vermoegen fuer Rechtsanwaelte ausgegeben
und keinen Outsourcer der den unterschreibt.

Maggot Brain
05.12.2009 22:59

Ich weiss nicht welche Verträge sie unterschreiben, aber Krisenfall sollte da abgedeckt sein. Das schafft man auf Serviceebene in einer Seite DINA4.

silent_trust
 
06.12.2009 15:54

Vollkommener Unsinn!
Allein die Eskalationsworkflows zu beschreiben braucht zwischen einhundert und zweihundert Seiten.
Sie haben sichtlich keine Ahnung von SLAs und OLAs.

Maggot Brain
07.12.2009 00:09

Es ging dem Ursprungsposter um Leistungsinhalte und deren Abgrenzung - was hat das mit Eskalationsworkflows zu tun? Wenn die 100 bis 200 Seiten umfassen, habe ich entweder ein Problem in der Organisation des Kunden oder der des Outsourcers.

GevatterTod
06.12.2009 12:15
sie sind entweder

ein Manager der noch keine Krisensituation erlebt hat - und damit meine ich nicht das mal eben ein Server eingegangen ist sondern das z.B. mehrere Server infiziert sind und munter weitere Maschinen infizieren - am besten in Verbindung mit Problemen des Internet& WAN providers.

oder jemand der selber Outsourcing anbietet.

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