Sparpotenzial bis 179 Euro bei Energiepreisen

3. Dezember 2009, 14:58
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Wien - Die Großhandelspreise für Strom dürften im Jänner wieder sinken: Der von der Österreichischen Energieagentur berechnete Strompreisindex (ÖSPI) ist gegenüber dem Vormonat Dezember um 0,4 Prozent niedriger und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,7 Prozent, teilte die Agentur heute mit. Für Dezember war ein Anstieg von 3,6 Prozent im Monatsvergleich und von 32,2 Prozent im Jahresabstand vorhergesagt worden. Mit dem ÖSPI wird aber keine Aussage über die tatsächliche Preisgestaltung der Energieversorger gegenüber ihren Endkunden getroffen. Laut dem ebenfalls heute veröffentlichten Energiepreismonitor des Wirtschaftsministeriums können Strom- und Gaskunden in Österreich bei einem Anbieterwechsel derzeit durchschnittlich - je nach Bundesland - bis zu 179 Euro im Jahr sparen.

Einsparpotenzial

Durch einen Wechsel des Stromlieferanten könnten Österreichs Haushalte bis zu 111 Euro sparen, nimmt man Gas noch dazu können es von 0 Euro (Kärnten, Tirol, Vorarlberg) bis zu 179 Euro (Niederösterreich und Wien) werden, geht aus dem Energiepreismonitor hervor. Zu Jahresbeginn war das Einsparpotenzial bei einem Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum Billigstbieter noch zwischen null Euro in Tirol und 314 Euro in Niederösterreich errechnet worden.

Für Haushaltskunden gab es im Dezember keine Strompreisänderungen. Gas ist wie berichtet für Kunden der WienEnergie und der EVN seit Monatsbeginn billiger. Den Gaspreis gesenkt haben auch die Stadtwerke Leoben.

Österreichs Haushalte geben für Strom durchschnittlich (Verbrauch 3.500 Kilowattstunden) pro Jahr zwischen 558 Euro im Netzgebiet Klagenfurt und 692 Euro in Wien aus. Das Einsparpotenzial liegt zwischen 0 Euro in Kärnten, Tirol, Vorarlberg und Salzburg und 111 Euro in Wien. Für Erdgas geben die Haushalte durchschnittlich (Verbrauch 15.000 Kilowattstunden) zwischen 821 Euro im Burgenland und 989 Euro in Klagenfurt aus. Das Einsparpotenzial beträgt zwischen 0 Euro (Burgenland, Oberösterreich, Linz, Kärnten, Tirol und Vorarlberg) und 83 Euro (Niederösterreich).

Stromrechnung aus drei Komponenten

Grundlage des seit dem Vorjahr veröffentlichten ÖSPI seien die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale, so die Energieagentur. Er zeige an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändere. Abgebildet wird zudem nur die reine Energiekomponente. Die Stromrechnung für den Endkunden setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Rund 35 bis 40 Prozent entfallen laut Energieagentur auf die reine Energiekomponenten und nur diese werde vom ÖSPI abgebildet. Der Rest entfällt auf Netzgebühren sowie Steuern und Abgaben. Ein Wechsel des Stromlieferanten wirkt sich nur bei der Energiekomponente aus, die Netzgebühren bleiben unverändert.

Die E-Wirtschaft weist darauf hin, dass der ÖSPI nur eine erwartete Preisentwicklung aufgrund der Großhandelspreise der vergangenen neun Monate darstelle sich zur Abschätzung der Entwicklung der Endkundenpreise nur dann eigne, wenn die verkaufte Strommenge von den Energieversorgern auch in den vergangenen neun Monaten eingekauft wurde. Gerade für Haushaltskunden erfolge der Stromeinkauf seitens der Versorger aber langfristig in Hinblick auf eine Risikostreuung, um stabile Preise gewährleisten zu können, betonte der Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ) gegenüber der APA. Der (rückgerechnete) ÖSPI liegt derzeit mit rund 100 Punkten auf dem Niveau von 2006. Ende 2008 war nach einem Anstieg im Jahresverlauf der Höchststand von 147 Punkten erreicht worden. (APA)

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    Ein durchschnittlicher Haushalt kann Strom- und Gasrechnung durch Lieferantenwechsel deutlich senken.

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