Hitzesterblichkeit steigt langfristig

3. Dezember 2009, 15:00
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Studie untersuchte Mortalitätsdaten und rechnete Klimamodelle durch - stadtbauliche Maßnahmen empfohlen

Wien - Die Klimaerwärmung wird langfristig gesehen die Sterberate in die Höhe treiben, besagt eine Studie, die am Donnerstag auf der Hohen Warte in Wien präsentiert worden ist. Bei extremer Hitze sterben den Forschern zufolge elf Prozent mehr Menschen als an "normalen" Tagen. Ab etwa 2040 könnte sich durch eine starke Zunahme der Tage mit sehr hohen Temperaturen die Zahl dieser Hitzeopfer deutlich steigern, bis hin zur Verdoppelung der Anzahl der Toten.

Die Studie ist von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), dem Meteorologischen Institut der Universität Freiburg und der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED) erstellt worden. Es wurden Mortalitätsdaten von 1971 bis 2007 aus ganz Österreich untersucht und verschiedene Klimamodelle durchgerechnet.

Ab 2040 ...

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Hitzetage in diesem Jahrhundert stark steigern wird. In den kommenden 30 Jahren, im Zeitraum 2011 bis 2040, sei noch keine wesentliche Zunahme der Sterblichkeitsrate zu erwarten. Ab 2040 könne sich die Zahl der Hitzetoten in Österreich im Extremfall aber sogar verdoppeln, so die Autoren.

Nach Angaben von Elisabeth Koch, ZAMG-Klimatologin und Projektleiterin, werde nach 2040 nicht nur die Anzahl der Hitzetage steigen. "Auch die heißen Temperaturen werden noch heißer", sagte Koch. Mit vorausdenkender Planung sollten in den kommenden Jahrzehnten die erwarteten Auswirkungen abgefedert werden, empfiehlt die Forscherin. Im Wohnhausbau sollte man sich von riesigen, südwärts gewandten Glasflächen verabschieden. Städtebaulich seien Beschattungsmöglichkeiten und viele Grünflächen wichtig: Pflanzen sorgen für Verdunstung, die wirkt kühlend.

Hitzestress

Krämpfe und Erschöpfung durch Hitze sowie der potenziell tödliche Hitzschlag treffen laut der Studie mehr Frauen als Männer und ganz besonders ältere Menschen. Je plötzlicher und unerwarteter eine Hitzewelle auftritt, desto gefährlicher ist sie: "Hitzestress wirkt sofort", sagte Koch. Vor allem zu Sommerbeginn könnten Extremtemperaturen daher zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führen. Der Organismus und das Verhalten der Menschen haben sich dann noch nicht an die geänderten Bedingungen angepasst. "Deswegen ist ein gut funktionierendes Warnsystem ein wesentlicher Beitrag zur Prävention", so Koch. In Österreich warnt die ZAMG vor Wetterextremen.

Die fortschreitende Zunahme der Hitzetage kann laut Koch mit einem Blick auf die Klimadaten der vergangenen Jahrzehnte belegt werden. "In den 70er Jahren gab es im Schnitt vier bis fünf Tage mit mehr als 30 Grad in Wien. Wenn es heute nicht mindestens 20 Tage sind, sagt man schon: Der Sommer ist mies." (APA)

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    Vor allem zu Sommerbeginn könnten Extremtemperaturen zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führen, so Elisabeth Koch.

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