GM will bei Opel 8.300 Stellen streichen

3. Dezember 2009, 14:28
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Laut Restrukturierungsplan sollen etwa 6.850 Jobs in der Produktion wegfallen - Bochum und Rüsselsheim sind am stärksten betroffen

Rüsselsheim - Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will bei seinen europäischen Töchtern weniger Stellen abbauen als zunächst erwartet. Nach dem aktuellen Restrukturierungskonzept ist der Wegfall von 8.313 Stellen geplant. In der Produktion sollen insgesamt 6.851 Jobs wegfallen, davon 3.261 in Deutschland.

Darüber hinaus will GM rund 1.300 Jobs in der Verwaltung sowie 162 Stellen in der Entwicklung streichen. Davon dürften in erster Linie die Opel-Zentrale und das Internationale Entwicklungszentrum in Rüsselsheim betroffen sein. Damit könnten im Zuge der Opel-Sanierung in Deutschland bis zu 4.700 Stellen wegfallen. GM hält an der Schließung des Opel-Werks im belgischen Antwerpen fest, hat aber nach eigenen Angaben noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Erholung in weiter Ferne

Nach dem Restrukturierungsplan rechnet GM für das laufende Jahr mit einem Minus von 1,95 Mrd. Euro. Dieses soll sich 2010 auf 1,1 Mrd. Euro verringern. Ab 2012 sollen Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall wieder schwarze Zahlen schreiben. Für die Restrukturierung seines Europageschäfts braucht GM nach eigenen Angaben 3,3 Mrd. Euro. Davon sollen 2,7 Mrd. Euro die europäischen Regierungen bereitstellen. Bis 2014 will der US-Konzern die Staatshilfen zurückzahlen.

Für das Werk Bochum plant GM einen Abbau um 1.799 Stellen in der Produktion. Bochum soll künftig alleiniger Standort für die Fertigung des Minivans Zafira sein. In den Werken Eisenach und Kaiserslautern sollen jeweils 300 Stellen wegfallen. Im Werk Rüsselsheim sollen in der Produktion 862 Jobs gestrichen werden. Rüsselsheim soll zusätzlich zum Mittelklassewagen Insignia auch eine Variante des Kompaktwagens Astra bauen. Dafür fällt ein Teil der Getriebeproduktion weg.

GM rechnet in seinem Sanierungskonzept auch mittelfristig nicht damit, dass sich der westeuropäische Markt vollständig erholen wird. Auch 2014 werde das Marktvolumen bei lediglich 16,2 Mio. Fahrzeugen pro Jahr liegen. Damit würde sich der Gesamtmarkt etwa auf dem Niveau des Jahres 1998 bewegen. (APA/AP)

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