Tabakrauch macht Kinder verhaltensauffällig

3. Dezember 2009, 14:22
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Eine Belastung während der Schwangerschaft erhöht Risiko für Verhaltensauffälligkeiten am meisten

Neuherberg - Kinder, die während ihrer frühen Entwicklung Tabakrauch ausgesetzt sind, können bis zum Alter von rund zehn Jahren Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftern des Helmholtz Zentrums München und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Besonders negativ wirke sich der Einfluss des Tabakrauches während der Schwangerschaft aus. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht.

"Wir konnten zeigen, dass Kinder, die während der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren Tabakrauch ausgesetzt sind, im Schulalter gehäuft Verhaltensauffälligkeiten entwickeln", sagt Joachim Heinrich vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München. Dabei macht es für die kindliche Entwicklung einen Unterschied, ob das Kind erst nach der Geburt oder schon während der vorgeburtlichen Entwicklung mit Tabakrauch konfrontiert wurde. Die 1995 gestartete Studie GINI und ihre Folgestudie GINI-Plus (German Infant Study on the influence of Nutrition Intervention PLUS environmental and genetic influences on allergy development) untersuchen die Gesundheit von Kindern in Deutschland. An der aktuellen Plus-Studie nahmen knapp 6.000 Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren teil, die zwischen 1995 und 1998 geboren wurden.

Während der Schwangerschaft schädlicher

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Tabakrauch auf die Verhaltensentwicklung von Kindern wesentlichen Einfluss nimmt. Dabei spielt der Einfluss während der Schwangerschaft eine größere Rolle als die Belastung der Kinder nach dieser sensiblen Entwicklungsphase. Aber auch allein der Aufenthalt von Kindern in verrauchten Räumen ist mit einem erhöhten Risiko für Verhaltensauffälligkeiten verbunden.

Kinder, die ausschließlich vor der Geburt durch Tabakrauch belastet wurden, haben der Studie zufolge ein 1,9-fach erhöhtes Risiko, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Das Risiko bei Kindern, die erst nach der Geburt Tabakrauch ausgesetzt waren, war immer noch um den Faktor 1,3 erhöht. Kinder, die sowohl vor als auch nach der Geburt in einer Raucherumgebung aufwuchsen, hatten ein 2-fach erhöhtes Risiko, Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizite, oder Störungen in der Beziehung mit Gleichaltrigen. Ein Zusammenhang mit prekären Familienverhältnissen konnte ausgeschlossen werden. (red)

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    Die Studien-Ergebnisse machen deutlich, dass Tabakrauch auf die Verhaltensentwicklung von Kindern wesentlichen Einfluss nimmt

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