Mehr Beratung für Migrantinnen in Kärnten

3. Dezember 2009, 17:49
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Großer Bedarf: Spracherwerb, Behördengänge und Netzwerken sollen erleichtert werden

Klagenfurt - Das Bundesland Kärnten weitet seine Beratungstätigkeit für Migrantinnen aus. Der für Gleichbehandlung und Frauen zuständige SPÖ-Landesrat Peter Kaiser erklärte bei einem Pressegespräch am Donnerstag, es sei für Migrantinnen enorm wichtig, gerade am Anfang Hilfe und Unterstützung zu bekommen. "Integration ist wichtig, aber sie darf sich nicht in Lippenbekenntnissen erschöpfen."

Unterstützung bei Behördenwegen

Aus diesem Grund wird das Beratungsangebot für Migrantinnen ausgeweitet, zu den bestehenden Beratungsstellen in Klagenfurt und Villach kommt ab Jänner eine in Spittal/Drau dazu. Es handle sich um einen flächenmäßig sehr großen Bezirk, der Oberkärntner Raum sei bisher stark unterversorgt gewesen, sagte Kaiser. Unterstützung gebe es etwa bei Behördenwegen, bei der Anmeldung von Kindern an der Schule. Dazu komme auch Rechtsberatung und der Versuch, ein Netzwerk aufzubauen. "Gerade Netzwerktätigkeit ist wichtig, damit die Frauen ihr Wissen und ihre Erfahrungen in späterer Folge auch Neuankömmlingen zugutekommen lassen können", so Kaiser.

Großer Bedarf

In den landesweit sechs Frauenberatungsstellen werden jährlich mehr als 40.000 Beratungskontakte gezählt, der Anteil der Migrantinnen, die Rat suchen, steigt dabei kontinuierlich. Frauenbeauftragte Helga Grafschafter erklärte, in Kärnten gebe es 18.000 Frauen, die nicht österreichische Staatsbürgerinnen seien, der Bedarf sei daher groß. "Migrantenprobleme treten aber auch noch in der zweiten und dritten Generation auf, vor allem bei Frauen", sagte Grafschafter.

Spracherwerb

Veronique Abessolo, die vor 15 Jahren aus Kamerun nach Österreich gekommen war, erklärte "aus eigener Erfahrung", wie sie hinzufügte, das Wichtigste sei der Erwerb der Sprache: "Wenn man hierherkommt, ist man wie ein einjähriges Kind. Man kann zwar gehen, aber spricht die Sprache nicht." Vielen Frauen werde aber der Zugang zu Spracherwerb und Bildung verwehrt. Umso wichtiger sei es, dass diese Frauen sich an jemanden um Hilfe wenden könnten. (APA)

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