Musik-Downloads

62,47 Dollar für 3 Alben: Musiker fühlt sich von Major-Label geneppt

03. Dezember 2009 14:24

Magere Tantiemen nach fünf Jahren Online-Verkauf - Tim Quirk äußert seinen Unmut

Die Musikindustrie beklagt seit Jahren Umsatzrückgänge. Schuld seien der Absatzrückgang bei CDs, Piraterie, Tauschbörsen und, dass legale Downloads den Gewinnrückgang beim CD-Verkauf nicht wett machen. Doch wo bleiben die Musiker in diesem Krieg der Major-Labels mit der digitalen Revolution? Wer verdient bei Musik-Downloads eigentlich und wie viel geht an wen? 

Tim Quirk, Sänger der US-amerikanischen Pop/Punk-Band Too Much Joy, die bis Ende der 1990er-Jahre unter Vertrag des Labels Warner Music stand, ist heute Manager des Online-Musik-Dienstes Rhapsody und hat einen gewissen Einblick ins Geschäft. Doch seine Verwunderung war groß, als er kürzlich aus dem Briefkasten einen Einkommensbeleg zog.

Schlecht abgezockt

Seit einigen Jahren gibt es die Musik seiner einstigen Band auch online zu kaufen. Mit ihren Idependent-Projekten haben sie bis heute immerhin rund 12.000 US-Dollar an Tantiemen verdient, ausgestellt von der Independent Online Distribution Alliance (IODA). Die von Warner Music veröffentlichten Werke haben, seit es sie als Download gibt, im Gegensatz dazu keinen Cent eingebracht.

Dabei hätte sich Quirk wenigstens in etwa so viel von seinen Major-Label-Alben erwartet, wie von seinen kleineren Projekten. Umso größer war die Enttäuschung als er kürzlich nach fünf stillen Jahren endlich einen Einkommensbeleg von Warner Music zugeschickt bekam. Nach fünf Jahren und drei veröffentlichten Alben belaufen sich die Einnahmen durch Tantiemen von digital verkauften Songs und Alben auf lediglich 62,47 US-Dollar.

Aufruhr

Kann es tatsächlich sein, dass die vom größten Musik-Verleger der Welt vertriebenen Werke in fünf Jahren nur 62 Dollar einbringen, während die Independent-Projekte 12.000 Dollar an Tantiemen einstreichen?

In einem öffentlichen Brief, der mittlerweile von diversen US-Medien abgedruckt wurde, verlangt Quirk nun Einblick in die Einnahmen zu bekommen, die Warner mit den Songs und Alben seiner Band bislang gemacht hat.

Rechtlich schwierig

Quirk gibt an, dass die rechtliche Lage bei digitalen Downloads auf für Labels kompliziert ist. Beispielsweise zahlen große Online-Shops den Verlegern Vorschüsse in Millionenhöhe aus, um Zugriff auf den Katalog zu bekommen. Hier ist es fraglich, ob damit einzelne Bands überhaupt vergütet werden müssen. Im Fall von Too Much Joy käme ärgerlicher Weise noch hinzu, dass sich die Werke angeblich noch nicht amortisiert hätten, weshalb sich Warner vorerst um die Vergütung der lukrativen Bands kümmern würde. Auch hier zeigt sich Quirk zwar verärgert, aber einsichtig. Seiner Meinung nach unverständlich sei aber, dass Warner es sich erlaubt, Einkommensbelege zurückzuhalten. Der Konzern wolle einfach nicht sagen, wie viel Geld Quirks Band auf iTunes und Co. bereits erwirtschaftet hat, was den Verdacht auf Unterschlagung erhärte.

Das Absurde dabei: Nicht nur listet die IODA den Einkommensnachweis penibel genau auf, sondern weiß Quirk auch von seinem Unternehmen Rhapsody ganz genau, wie viel Warner generell an online verkaufter Musik verdient. 

(zw)

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Posting 1 bis 25 von 57
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Peter W1
 
05.12.2009 03:55

Wo sind unsere content mafia fanboys jetzt? An gekaufter Musik verdienen die KünstlerInnen doch so toll. Und die bösen Mordkopierer zerstören das alles.

Genau :) .

Rent a Democracy
04.12.2009 11:47
Stückzahl?

Wenn ich das richtig verstehe, weiß er noch nicht einmal, wie oft sich seine Alben verkauft haben? Denn dann könnte man ja mal eine Schätzung vornehmen. Aber so ist das natürlich ein Witz.

Die großen Labels gehören abgeschafft, sie bescheißen nach beiden Seiten: Künstler und Konsumenten.

Zaubersalz
04.12.2009 10:45
Aber geh Herr Quirk!

Dafür kümmert sich die MI doch fleißig darum, daß Ihre Rechte gewahrt werden! Im Prinzip sind Sie selber schuld! Wenn Sie diese Ihre Alben auf Ihrer eigenen Homepage vertrieben hätten, dafür sagen wir 5 Euro pro Album verlangt hätten, hätten Sie ein Vielfaches verdient! Webspace kostet heute ja nix mehr! Aber trotz Internetzeitalter auf die MI angewiesen zu sein, und dann jammern, daß der Vertrag zu schlecht war und keine Tantiemen gezahlt wurde war Ihnen vielleicht eine leere fürs 4te Album! :-)

CortoMaltese
07.12.2009 19:11
so...

und jetzt raufscrollen und noch einmal lesen. aber langsam.

Zaubersalz
17.12.2009 15:40
Keine Sorge...

...ich kann und habe gelesen! Und ich lese dort nur eine AUSREDE! Man braucht keinen Online-Anbieter oder gar ein Label, die für einen die Lieder verkaufen und dafür dann Geld haben möchten! Nix ist kompliziert! Wenn er der Urheber seiner Werke ist, soll er die in 128kbit-Qualität auf seinen Webspace stellen, ein Formular zur Bestellung der CD-Qualität oder der CD selbst - und fertig! Jeglicher Kontakt mit "Labels" ist vollkommen unnötig, wenn man diesen Vertriebsweg wählt! Er muß ja keinen Online-Laden mit Hunderten Alben aufziehen - lediglich seine 30 Songs verkaufen! Also tun's net so g'scheit! :-)

Allmächtiger Fürst F.U.T.
04.12.2009 10:01

Jawohl! Koss Porta Pro auf dem Photo! Da kennt sich wer aus!

rick astley
04.12.2009 12:14

einfach super, aber mir werden sie immer hin.

Serner
04.12.2009 10:22

einfach die besten!

meineMeinung
04.12.2009 02:54

Ähnlich undurchsichtig wie die AKM.

Gordon_Gecko
03.12.2009 21:57
Im Originalartikel

ist auch ein "lustiger Dialog" zu enthalten. Warner hat sich um 10.000 Dollar "vertan". Als Quirk einen Mitarbeiter auf dieses Versehen hinweist, meint dieser bloß: "10.000 Dollar?Peanuts."

marksu
03.12.2009 19:25
mit dem itunes-foto wird gerade wieder der online-vertrieb mit der content-mafia gleichgesetzt

das geld der konsumenten, die online kaufen versickert in den veralteten strukturen der major-labels. und das liegt definitiv nicht an den downloadplattformen, denn die zahlen ja an die labels.

Bombayflüchtling
03.12.2009 19:12

Da hab ich an freiwilligen Spenden auf Jamendo fast 30% mehr verdient :-)

Meuterei auf der Boeing
03.12.2009 18:48
Too much Money

stuffy
03.12.2009 18:36
Tim Quirk von Too Much Joy

Wer is'n das - noch nie von denen gehört !!!

Braucht sich auch nicht wundern, warum er keine Tantiemen bekommt ...

Lotte Nexa
09.12.2009 10:15
Es ist ein Quirks

mit dem Quirk

the incredible mürrenz
04.12.2009 10:51

Artikel gelesen?

Tango68
03.12.2009 23:47

KroneHit-Hörer?

Redwraithvienna
03.12.2009 20:37
Das ist auch Tim Qurik klar

und darum geht es nicht.

Es geht schlicht darum das Warner (das Label unter denen TMJ veröffentlich wurde) es nicht schafft eine genaue Abrechnung aufzustellen.

Und wenn man das mit x tausend Bands macht die nicht bekannt sind aber dennoch Geld einspielen dann sieht man das es da doch ein gewisses Problem gibt,.

dottore
03.12.2009 19:04
dir ist

aber schon bewusst dass es mehr bands gibt als bei Ö3 gespielt werden, oder?

StrgAltEntf
 
03.12.2009 21:11

Was, es gibt mehr als fünf Bands?!

legolas69
05.12.2009 15:49

klar, ich hab grad die sechste entdeckt!!!
hier ist der link: http://www.radiohead.com/deadairspace/

bin schon gespannt wie die siebente band sein wird! kommen sie aber bitte nicht mit last christmas, dass war schon die erste.

LeganFuh
 
04.12.2009 10:48
und andere Sender?

Jim Kirk
04.12.2009 13:08

Die sind aber sicher auf noch keinem terrestrisch empfangbaren sender in österreich ausgestrahlt worden.

NONE
03.12.2009 18:24

Diese Musikmafia gehört zerschlagen.

Die Gesellschaft hat sich weiter entwickelt, diese moderne Form des Raubrittertums - die Raubtrolle - gehören verbrannt.

Es gibt keine Alternative zur vollständigen und permanenten Zerschlagung.

stolmich
04.12.2009 09:38
volle Zustimmung,

grünes Stricherl. Schönes Wochenende

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