LiMux: Was Wien nicht kann, kann München

Zsolt Wilhelm, 03. Dezember 2009 16:55
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    LiMux: Open-Source setzt sich in der Stadt München langsam durch

Wien kauft abermals Microsoft-Lizenzen, die Stadt München kommt dem Ziel "Open-Source" immer näher

Das Open-Source-Projekt der Stadt Wien, "Wienux", hat abermals einen Rückschlag erlitten. Am Mittwoch wurde im zuständigen Gemeinderatssausschuss beschlossen, dass man weiter auf "Microsoft Office" setzt und "für die nächsten drei Jahre Lizenzen" erwerben werde. Die Kosten dafür liegen bei rund einer Million Euro - der WebStandard berichtete.

Was 2005 als fortschrittliches Projekt zur Kosteneinsparung und Plattformunabhängigkeit begann, scheint nun immer mehr im Amtsschimmel zu versickern.

München ist anders

Ein Blick ins Nachbarland Deutschland verrät, dass es auch anders laufen könnte. Die Stadt München setzt seit dem Start des Projekts "LiMux" vor fünf Jahren den Umstieg von Microsoft-Software auf Open-Source-Alternativen langsam aber konsequent fort. Was mit "Die IT-Evolution" freundlich untertitelt wird, soll langfristig dafür sorgen, dass die Stadt Geld einspart und unabhängig von einzelnen Software-Anbietern agieren kann.

Und dies mit Erfolg: Seit 2005 wird auf allen ca. 14.000 PC der Stadtverwaltung freie (Open Source) Software eingesetzt, wenngleich noch vorwiegend nur als Webbrowser und Email-Client. Das freie Office-Paket OpenOffice.org ist auf über 12.000 PC der Verwaltung zumindest schon verfügbar. Und der LiMux Basisclient, ein Linux-Betriebssystem auf Basis Debian, wird immerhin auf ca. 1.800 Arbeitsplätzen eingesetzt.

Ziele

Vorreiter sind hier das Direktorium, das Kulturreferat und die Markthallen München. Sie sind vollständig umgestellt. Die übrigen Referate sollen laut Fahrplan noch 2009 mit der Umstellung auf den Basisclient beginnen. Bis Ende 2011 soll ein Großteil der Stadtverwaltung mit dem Basisclient arbeiten und OpenOffice.org nutzen. Die Stadt München betont dabei, man verfolge einen sanften Übergang. Demnach sei es nicht das Ziel, sämtliche proprietäre Software von heute auf morgen durch Open-Source-Anwendungen zu ersetzen. Webbrowser und Email-Client sind die Vorboten, Open Office ist bereits installiert und mit Hilfe von Schulungen und einer Umgewöhnungsphase wird in den kommenden Jahren auch Windows abgelöst. Auch bei Fachanwendungen kommen bei der Migration nicht zu kurz. Wo nicht auf native Linux-Anwendungen und Web-Applikationen umgestiegen werden kann, soll die Emulationen mittels Wine/Crossover bzw. Terminalserverdiensten zum Einsatz kommen. "Wo ein Wille, da ein Weg", könnte man meinen.

(zw)

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imoves61
10.01.2010 06:21
Wann stehen den die nächsten Wahlen an?

Also ich würde mir als Opposition mal die Geldflüsse von M$ in die SPÖ-Hosentaschen ansehen - es sei den die Eigenen sind auch voll.

Weil für so blöd halte ich die Wiener Beamten bzw. Magistrats-IT'ler nun auch wieder nicht das sie mit OpenSource nicht zurechtkommen bzw. angebliche Webapplikationen die nur im IE laufen nicht auf FF portieren zu können. Da werden sie sich nämlich wundern wenn der Marktanteil am IE weiter so rapide fällt wird M$ auch diesen bald einstampfen (macht ihnen doch eh nur monopolrechtliche Probleme) :-D

Dann können sie im Windows 88 den IE8 (mit seinen 24 Acid3-Testpunkten) verwenden, wenn der da dann überhaupt noch läuft :-)

@TRON++: ...so /etc/fstab geändert und der Rechner ist wieder sauber Hochgefahren :-D

Blick Winkel
18.12.2009 12:45
Openoffice

Ich verwende selber gerne Openoffice und habe es auch in der Firma meines Bruders problemlos installiert. Im Vergleich zum aktuellen Office finde ich es sogar anwendertauglicher.

Der Verdacht, dass man hier mit aller Gewalt jede Veränderung blockieren will und auch viel Schmierflüssigkeit im Spiel ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

TRON++
07.12.2009 09:14
Hey wieso so ruhig hier ?

Haben die lieben Linux Jünger an der /etc/fstab rumgemacht und können nicht mehr booten ? hahahha

Graph Bobby
07.12.2009 14:11
selbst wenn...

...wäre das sehr leicht zu reparieren

TRON++
08.12.2009 15:22
Denke auch (Ausser "werwolfi")

Ich glaube der rafft so ziemlich nichts.

alt-heli .
06.12.2009 20:03
M$ Office 2000 ---> M$ Office 2007....

Pro MA 1-2 Tage Einschulung.... keiner kennt sich wirklich aus.... totale Ablehnung der "Multifunktionsleiste" -- lt. MA "der größte Schrott seit...."

Dokumente sind inkompatibel.... Vorlagen zerschießen sich..... Makros in komplexen -wirklich komplexen Dokumenten/Tabellen funktionieren nicht....

Hat das Gartner bei den TCO's auch miteinbezogen??

Seit dieser tollen Umstellung haben wir in der zentralen IT eine neue Arbeitsgruppe bestehend aus geläuterten ehemaligen M$-Anhänger namens: "Open Source"

Christian90
01.01.2010 21:50

ubitmenu verwenden

maboco
05.12.2009 10:17

Mich würde echt einmal interessieren, wie viele Familienangehörige von SPÖ Politikern und Funktionären in wichtigen Positionen bei MS Österreich arbeiten.

Eine Kreatur
05.12.2009 09:49
alle größeren und "wichtigen" institutionen steigen ..

zunehmend auf linux auch auf anwenderInnenebene um (behörden, staatliche einrichtungen) .. nur österreich schafft es nicht .. vermutlich weil die politikerInnen zu dumm und/oder von microsoft weichgequatscht wurden .. lobbying wird das auch genannt ..

Gerhard E
04.12.2009 20:23
Gartner: München hat LiMux-Kosten unterschätzt

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Bayern immer schon einen Hang zur Geldverwendung gehabt haben (siehe Ludwig von Bayern). In deren neuen Initiative „Erneuerbarer Energie“ finde ich das durchaus sinnvoll. Bei LiMux stehe ich dem wertfrei gegenüber. In Wien sehe ich das anderes – ist ja auch mein Steuergeld. Gartner sagt ganz klar, die TCO Rechenmodel der Münchner stimmen nicht. Für die Linux Freaks: Gartner = großer unabhängiger IT Analyst.; TCO = Total Cost of Ownership (weil die Kosten hören nicht beim Kauf der Lizenzen auf)

holzstock
 
07.12.2009 09:34
Was Gartner sagt...

...muss auch stimmen. Denn immerhin hat es ja GARTNER gesagt. Amen. Das Thema TCO ist von anderen ausreichend behandelt. Vielleicht könnte man hier auch noch das "Nachhaltigkeits"-Öl in das TCO-Feuer gießen.

Und "grundsätzlich" muss man wohl sagen, dass alle Schwedinnen blond und groß sind und alle IT-Profis dicke Brillen haben. Genauso absurd finde ich den Münchner Hang zum Geldverschwenden. Soviel zum Thema "Grundsätzliches".

Chris Edelmann
06.12.2009 23:00

Nehmen wir mal für einen Moment an das Gartner für die paar MS-Dollar dieser Analyse wirklich recherchiert hat:

Im Allgemeinen ist es für eine deutsche Stadt besser 20.000.000 € in lokale IT-Unternehmen zu inverstieren als 15.000.000 € in ein U.S. Unternehmen. Nicht nur weil 20% der Ausgaben über die Steuer eh wieder in der Kasse landen, der ganze IT-Standort München wurde dadurch langfristig lukrativ gemacht.

Kohl-Haas
18.12.2009 18:36

Re.Nicht nur weil 20% der Ausgaben über die Steuer eh wieder in der Kasse landen, der ganze IT-Standort München wurde dadurch langfristig lukrativ gemacht.

Und Sie sind sich sicher dass wird von den MS Hirnis verstanden, Ihren Glauben möchte ich haben aber es ehrt sie einen Versuch war es wohl wert......

Eine Kreatur
05.12.2009 09:54
und sie glauben die tco kosten von microsoft sind geringer?

einschulen sollten sie die leut sowieso auch auf neue microsoft produkte ..
schulungen für open office sind vermutlich etwas aufwendiger, aber wer sich mit microsoft auskennt, wird wenig umstiegsprobleme haben .. insofern ein nullsummenspiel ..

kommen wir zu den updates und problemen die sich daraus ergeben
oder den hardwareanforderungen .. oder die (sowieso am sinnvollsten auf linux basierenden) server ..
oder den unterschiedlichen sicherheitskonzepten - wo microsoft erst in der letzten version des betriebssystems langsam den standard, der bei linux schon seit "jahrzehnten" gilt, in der eigenen software umsetzt ..

für microsoft sind solche kunden wie die gemeinde wien cash-cows .. die nehmen meist das (teure und aufwendige) gesamtpaket

xapient
06.12.2009 11:38

ich wär mir da gar nicht so sicher dass der umstieg von officeXP auf openoffice aufwändiger sei als der umstieg auf office2010.. im grunde handelt es sich bei den meisten dingen die die beamtenbenutzer auch wirklich brauchen nur um eine verlagerung der funktion im user interface.... (ich denke hier klarerweise ausschliesslich an den lernaufwand und nicht die neuprogrammierung von diversen excel vba sachen bei meiner einschätzung)

aceFruchtsaft
05.12.2009 09:36

Ähm, ja... Gartner... bei deren Analysen müsste man den alten Spruch "Wer nix wird, wird Wirt" auf "Wer nix wird, wird Analyst" abändern.

. Carnap
08.12.2009 22:33

Wen die Muse hat niemals geküsst,
wird bei Gartner Analüst.

c42
05.12.2009 04:21

Nachtrag zu Gartner: Scheinbar braucht jede Kultur ihr "Orakel" für Management-Entscheidungen. Die Chinesen haben I Ging, die westliche IT-Welt hat halt Gartner.

werwolfi
05.12.2009 02:41

"Gartner = großer unabhängiger IT Analyst."

ahahahaha... ja, *groß* ist gartner schon...

TRON++
07.12.2009 17:28
Nur über andere herziehen

In Ihrer egozentrischen Welt sind nur sie der Grösste.

c42
05.12.2009 02:31

Eine Gartner-Analyse als "Fakt" zu zitieren, ist in etwa so seriös, wie ein Wikipedia-Zitat in einer Dissertation.

penguin_from_hell
07.12.2009 22:53

Also bitte ....
ich halte die Wikipedia immer noch für deutlich seriöser als Gartner. ;-)

c42
09.12.2009 18:26

Auch wieder wahr :-)

Taran Seven
04.12.2009 17:51
In Österreich gehts halt wie ein Rad gut geschmiert einfach besser...

Zahlen muss es eh das Volk...

verleih nix
04.12.2009 15:24
bei dem preis für die lizenzen würde ich auch beim schmied kaufen

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