Wien entsandte Wohnungshilfe-Team ins Audimax

3. Dezember 2009, 11:16
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Vierköpfiges Team in Kontakt mit Wiener Obdachlosen, die in der besetzten Universität schlafen

Wien - Nach den gestrigen Klagen der studentischen Audimax-Besetzer, dass der Hörsaal mittlerweile zur "Zufluchtsstätte von Obdachlosen" geworden sei und man deshalb "Sofortmaßnahmen" der Stadt fordere, hat das zuständige Gesundheitsressort ein vierköpfiges Team der Wohnungslosenhilfe entsandt. Auf Veranlassung von Sozialstadträtin Sonja Wehsely seien diese im Audimax gewesen, um sich um die Betroffenen zu kümmern, berichtete ein Sprecher: "Wir haben Kontakt und bleiben in Kontakt."

Es gehe dabei vornehmlich darum, den Leuten das bestehende soziale Netz bewusst zu machen, zumal es freie Kapazitäten an Notschlafplätzen in Wien gebe: "Die Betroffenen wissen, wo sie sich hinwenden können." Konkrete Verpflegung oder Ähnliches habe das Wohnungshilfe-Team bei seinen Besuchen nicht im Gepäck, zumal die Obdachlosen im Audimax ja eine Infrastruktur vorfänden: "Die sind dort grundsätzlich versorgt." Bisher wurden laut Wehsely-Büro fünf unterstandslose Personen kurzfristig betreut.

Neben der Versorgung der Betroffenen habe man dafür gesorgt, dass sowohl die Universität wie die Besetzer nun die Kontaktmöglichkeiten zu den entsprechenden Stellen hätten: "Ob das in Anspruch genommen wird oder nicht, liegt nicht in unserer Hand."

Es bestehe jedenfalls kein Mangel an Angeboten. Die Kritik am System der Wiener Wohnungslosenhilfe laufe deshalb ins Leere, weil "dieses System europaweit an der Spitze steht", beschied Wesehly via Aussendung. Dabei könne man - wie auch im Fall des Audimax' - nur für Wiener Obdachlose sorgen: "Das sieht richtigerweise das Gesetz so vor. Nur so lässt sich Sozialtourismus nach Wien vermeiden." Der zuständige Fonds Soziales Wien (FSW) betreut in Wien 5.470 Menschen, für die 4.000 Wohnplätze bereitstehen. (APA)

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