Uni Proteste Tag 43

ÖVP fordert Audimax-Räumung

3. Dezember 2009, 11:07
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    foto: derstandard.at/pumberger

    Mittlerweile hält nur mehr ein harter Kern die Stellung im Audimax der Uni Wien.

Generalsekretär Kaltenegger will, dass Wiener Rektor handelt, und unterstützt polizeiliche Maßnahmen - Rektorat setzt auf Verhandlungen

Wien - Die ÖVP fordert den Rektor der Uni Wien, Georg Winckler, dazu auf, für die Räumung des seit mittlerweile mehr als 40 Tagen besetzten Audimax zu sorgen. Dafür stünden ihm eine Reihe an Maßnahmen offen, so VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger, "er ist ja immerhin Hausherr". Auf die Frage, ob dies auch eine polizeiliche Räumung umfasse, meinte Kaltenegger: "Auch diese Möglichkeit steht dem Rektor offen".

Kosten: Mehr als eine Million Euro

Mittlerweile habe die Hörsaal-Besetzung an der Hauptuni Kosten von mehr als einer Mio. Euro verursacht, so der ÖVP-Generalsekretär. "Bei uns melden sich immer mehr Studenten, die fragen, wann wieder für den ordentlichen Betrieb gesorgt wird." Immerhin sei der erste Teil des Wintersemesters schon vorbei, das Audimax werde zum Studieren, Lehren und Prüfen gebraucht. Es gehe nicht an, dass eine "absolute Minderheit" von zehn bis 15 Besetzern den ordentlichen Betrieb lahmlege. Studenten könnten so Probleme mit ihrem Stipendium bekommen - hier sei auch einmal Solidarität der Besetzer gefragt.

"Teuerste Studenten-WG des Landes"

"Der Rektor muss dafür sorgen, dass seine Einrichtungen auch für den Zweck verwendet werden, für den sie da sind", meinte Kaltenegger. Das sei auch seine Verantwortung als Hausherr. "Welche Maßnahmen er auch immer setzt, er findet unsere volle Unterstützung."

Ähnlich äußerte sich JVP-Chef Sebastian Kurz in einer Aussendung. Winckler solle "endlich aufwachen und die sofortige polizeiliche Räumung des Audimax anordnen". Derzeit würden sich im Audimax nur mehr wenige "traurige Gestalten" und Obdachlose einfinden. "Dafür sind die Betreuungseinrichtungen der Stadt Wien zuständig, aber das ist sicher nicht Aufgabe der Universität!" Die Kosten der "teuersten Studenten-WG" des Landes würden sich in der Zwischenzeit auf 16.000 Euro pro Tag summieren. Dafür könnten die "übrig gebliebenen Hausbesetzer" billiger im Hotel Imperial logieren, so Kurz.

Rektorat setzt auf "politische Lösungen"

Das Rektorat der Universität Wien setzt weiterhin auf Verhandlungen mit der Studentenprotestbewegung, um eine Freigabe des seit 41 Tagen besetzten Audimax zu erreichen, so eine Sprecherin des Rektorats. Aus Sicht der Uni Wien "sind politische Lösungen immer besser" als eine Räumung des Hörsaals, wie sie etwa von VP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger und der Jungen ÖVP (JVP) gefordert wird.

"Unser Ziel ist es, möglichst bald wieder den Vorlesungsbetrieb im Audimax stattfinden zu lassen", so die Sprecherin. Deshalb gebe es heute um 17.00 Uhr schließlich eine Diskussion des Rektorats mit dem Plenum des Audimax.

BestzerInnen weisen Vorwürfe zurück

Die BesetzerInnen weisen in einer Aussendung die Vorwürfe zurück. Derzeit würden keine Vorlesungen und Prüfungen entfallen, deshalb sei auch die Behauptung, dass Studierende um ihr Stipendium fürchten müssten, falsch. Von "10 bis 15 Bestzern" zu sprechen, sei außerdem eine starke Untertreibung: "Wären die in der Bewegung aktiven Personen ständig im
Audimax anwesend, würde das vermutlich Herrn Kalteneggers Erwartungen einer optisch
ansprechenden Besetzung befriedigen - vielmehr zeugt es jedoch von der Qualität der
Besetzung, dass ein Großteil der Arbeitsgruppen in dafür geeigneten Räumlichkeiten arbeitet."

Grüne: "Zweites Hainburg"

Kritik an der ÖVP-Forderung kommt vom Grünen Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald: "Die Studierenden im Audimax und an den zahlreichen anderen besetzten Hörsälen in ganz Österreich sind im Recht - mit ihrer Besetzung und mit ihren Anliegen", betont Grünewald. "Die ÖVP will aus dem Audimax offenbar ein zweites Hainburg machen." Ohne die Besetzungen hätte es keine Debatte über die Bildung in Österreich gegeben und genau diese Besetzungen würden die Debatte auch weiter am Leben halten.

Frankfurt am Main: Räumung

In Deutschland greift die Polizei an den Universitäten härter durch. Am Mittwochabend wurde in Frankfurt am Main (deutsches Bundesland Hessen) das von Studenten seit Anfang der Woche besetzte Casino der Universität geräumt. Studentenvertreter warfen den Einsatzkräften am Donnerstag vor, dass es durch gewaltsames Vorgehen auch zu Verletzten gekommen sei. Die Universität begründete die Räumung mit "ausartendem Vandalismus" der Besetzer.

Polizisten hätten getreten und auch mit Schlagstöcken geschlagen, sagte die Vorsitzende des Frankfurter Studentenausschusses AStA, Nadin Sergan, im Hessischen Rundfunk. Es habe Verletzte gegeben. Von einem friedlichen Vorgehen könne nicht die Rede sein.

Gestern hatten die BesetzerInnen an der Uni Wien gefordert, dass sie die Stadt Wien bei der Versorgung der Obdachlosen, die das Audimax als Zufluchtsstätte nutzen, unterstützen sollte. Am Mittwoch Abend wurde ein vierköpfiges Team der Wohnungslosenhilfe entsandt, um die Obdachlosen vor Ort auf ihre Möglichkeiten hinzuweisen. (APA/red/derStandard.at)

unsereuni.at

Veranstaltung im Audimax

Podiumsdiskussion "Wert der Bildung – Ökonomische Aspekte in der Bildungsdebatte" u.a. mit Alexander van der Bellen, ab 19 Uhr

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1277
torch
 
00
10.12.2009, 02:45

Mei, wie lieb, was die ÖVP fordert.

Vom gesellschaftspolitischen Ansatz müsste ich eigentlich zur Kernwählerschichte der ÖVP gehören ... jedoch sehe ich in diesem verkommenen Haufen nur den Klassenfeind der arbeitenden Menschen, egal ob mittlere oder kleine Unternehmer oder Beschäftigte.
Jede Maßnahme, die die VP schwächt oder stört ist zu begrüßen. Die Dolme in der SP sind wiederum nur mehr die Spitze des angepassten Klüngels, die sich in der Bewegung breit gemacht haben und zu ihrem persönlichen Vorteil nutzen und ihresgleichen bedienen. Der Blick auf die politische Landschaft in diesem Land ist wahrhaft trist und trostlos.

smea_gol
00
11.12.2009, 12:22

ich mag sie!
und ich teile ihre meinung über das geschwür övp.

sunnygirl1
 
00
7.12.2009, 14:15
Räumung

Selbstverständlich und sofort!!!!!!

dreyfusard
02
6.12.2009, 18:50

audimax fordert övp räumung

cracy spam
01
5.12.2009, 18:34
Typisch ÖVP

Am besten gleich mit Panzern anrücken ...

So stelle ich mir die ÖVP vor !
Und dieser Haufen nennt sich Volkspartei.
Pfui ÖVP !!!

lgc ;-)

more more
01
9.12.2009, 16:18

Auf Unrecht muss der Rechtsstaat reagieren, sonst macht er sich lächerlich.

smea_gol
00
11.12.2009, 12:23

gut, dann schickt die polizei in die parteizentrale der schwarzen... aber bitte gleich mit gummigeschossen, wasserwerfern und schlagstöcken.

Übrigens: Die Standard Zensur ist ärgerlich!
 
00
5.12.2009, 16:18
Mit "Bildung" hat diese Fraktion noch nie etwas anfangen können.

Der akademische Titel ist ja nur Teil eines Namens - und auf Namen legt man nun einmal Wert - Studium ist Folklore und der Rest ist Freunderlwirtschaft.

also dann ...
00
5.12.2009, 13:00
sg. hr rektor winkler : die hochschulen erzielen - seit jahren ! - ÜBERSCHÜSSE... und die UNI-WIEN "schwimmt" in geld ! ! !

d a s ...
sind die fakten ! (s.bilanz der UNI - WIEN)
seite 114 - bilanz.
- B.IV. der Kassabestand+Guthaben bei Banken...
beträgt 32,2 MIO - und stieg um 12 MIO zu 2007 !!!
um 12 MIO
könnte man ca. 400 ( ! ) lehrkräfte einstellen und sohin das betreuungsverhältnis stark verbessern !
- die wertpapiere betragen ca. 104 MIO
...ca 1/3 der bilanzsumme ( ? ).

seite 116. G/V
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen + Beteiligungen betragen 3,4 MIO ( ? )...

fazit :
- geben sie das geld DEN STUDENTEN Z U R Ü C K !
- erstatten sie - an die STUDENTEN - bericht, über die wahre...finanz. situation der UNI _ WIEN !
- - - - -
http://public.univie.ac.at/fileadmin... cht_2008.p

also dann ...
00
5.12.2009, 13:13
ergänzung : rechnungsbericht der UNI wien.

http://public.univie.ac.at/index.php?id=6087

itavalda
00
5.12.2009, 11:01

Die ÖVP will den Uni Gesetz Pfusch den sie 2002 selbst verbrochen hat durch die Polizei verteidigen lassen !
Der Ständestaat lässt grüßen !

danieln
04
4.12.2009, 23:58

und ich fordere die räumung der övp zentrale, der chefetage der raika und anderer banken und versicherungen

FlXII
 
15
4.12.2009, 13:08
Motosan
07
4.12.2009, 11:36
Der Herr Kaltenegger

ist halt ein bißerl angfressn, weil die die Studenten Bildung wollen und nicht Ausbildung nach dem Bologna Prozeß. Solche Politikinteressierten will keine Parteizentrale, die wollen allesamt daß die Jungwähler (ab 16) devot das Kreuzerl bei der Wahl machen und ansonsten brav die Goschn halten. Und das ganze nennen viele Politiker Demokratie. Und überhaupt wollen sie ja nur unser Bestes und keinen Diskurs in der Gesellschaft. Wozu auch. In den Parteizentralen weiß man doch sowieso was am besten für uns Wappler ist. Nämlich: Brav wählen, keine Fragen stellen und Gusch. Wo ist mein nasser Fetzen.

KingOfMyCastle
00
4.12.2009, 11:41

WAS konkret wäre dein Vorschlag dieses System zu ändern ?

Motosan
02
4.12.2009, 11:54
Mein Vorschlag

Universitäten müßen Bildungs- und Forschungseinrichtungen bleiben. (Parteien zu gründen hat uns niemand in der Grundschule beigebracht. Wären Parteigründungen mit einem Event verbunden hätte jeder Wohnblock oder Straßenzug in Österreich eine eigene Partei.) So aber jammern viele in den Foren, auch ich. Immerhin ein Anfang ist getan. Vielleicht stehe ich ja 2010 mit einem nassen Fetzen vor dem Parlament.

subtextauto
01
4.12.2009, 19:27
Universitäten müßen Bildungs- und Forschungseinrichtungen bleiben.



das trifft genau den punkt, ist aber leider etwas vage formuliert. nur das ziel ohne den weg, quasi.

man müsste aus bildung (nicht ausbildung!) kapital schlagen können. forschung könnte österreichs bedeutendster wirtschaftsfaktor werden. innovation ist bares geld wert - und wäre ohne bildung und forschung nicht möglich. unternehmen, die forschungseinrichtungen betreiben, profitieren von dem bildungsgrad ihrer angestellten. je fundierter und breiter dieser ist, desto besser behauptet sich das unternehmen auf dem freien markt. österreich könnte marktführer sein, wenn es nur wollte...

F. Croma
01
5.12.2009, 13:42
Liab geschrieben -

d.h. aber auch, dass sie die Besten für die Forschung finden müssen. Aussortierung, Wettbewerb, wissenschaftliche Elitenbildung etc. sind unausweichliche Folgen die stehen aber diametral zu einigen Punkten der Studentenforderungen.

itavalda
00
5.12.2009, 10:27

Ich bin dafür Mozart abzuschaffen schließlich hat er kein verwertungsfägiges Label und er trägt nicht zur Wirtschaft bei .

Es gibt auch noch andere Werte als die von der Wirtschaft diktierten !

F. Croma
01
5.12.2009, 13:28
Meine Mozart CD-Box (Complete Works)

habe ich nicht geschenkt bekommen vom Vertrieb - sie schwafeln Unsinn.

itavalda
00
5.12.2009, 14:03

Völlig richtig Ironie ist keine Gegend in Frankreich, Sie Blitzgneiser !

F. Croma
01
5.12.2009, 16:07
I a blitssgneißa

zuviel der Höflichkeit und ich hoffe sie meinen es ernst oder doch nicht ?

KingOfMyCastle
32
4.12.2009, 11:32

Würden sich die Besetzer im RealLife so engagieren (eigene Partei gründen und sodie verhassten anderen austauschen, dort demonstrieren woe es nützt und nicht nur in der warmen Stube vulgo. Audimax [im Sommer wäre vermutlich eh die Donauinsel besetzt worden]), wie sie es in den diversen Foren tun, dann wäre sicher schon viel mehr erreicht worden.

So, uns jetzt könnts mich wieder mit roten Stricherl zupflastern, wenns euch persönliche Genugtuung bereitet. Ist halt meine Meinung.

duliawahimme
00
5.12.2009, 18:38
ihre Meinung muss man ihnen wohl lassen

dass sie reichlich borniert ist, steht auf einem anderen Blatt.
Wie gehen sie denn selber mit Kritik auf so einem Niveau um? Was heißt Kritik... das sind durch nichts zu belegende Unterstellungen, die noch dazu mit der Sache nicht im Entferntesten etwas zu tun haben, sondern einfach gerne als Totschlagargumente gebraucht werden, um einer sachlichen Diskussion auszuweichen. ERBÄRMLICHST!!!

Fistophanes Metaxas
04
4.12.2009, 11:04
Da muß ich an Hr. Prof. Adorno denken ...

... der die in seinem Institut protestierenden Studenten während seiner Vorlestung durch die Polizei entfernen lies. Das war dann auch der Auslöser für seinen Herzinfarkt/Tod. (Sehr verkürzt dargestellt.)

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