"Plane neues Zeitungsprojekt"

3. Dezember 2009, 11:35
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"Unbewusst kantiger geworden": Blogger Andreas Unterberger, Ex-Chefredakteur der "Wiener Zeitung" und der "Presse" über Postings, Heimat, Leistung, Zukunft und Abschied bei der "Wiener Zeitung"

"Schaue, dass du dich immer in den Spiegel schauen kannst" ist Andreas Unterbergers Rat an junge Journalisten. Der Ex-Chefredakteur der "Wiener Zeitung" und "Presse" war zu Gast im derStandard.at-Chat und kündigte ein neues Zeitungsprojekt an, die Realisierungschancen dafür sieht er bei "30 bis 40 Prozent".

Und wie finanziert sich sein Blog (andreas-unterberger.at)? "Bisher komplett aus eigener Tasche - ich muss mich korrigieren: ein Leser hat mir anonym in einem Kuvert 30 Euro geschickt und dazu geschrieben, er ertrage es nicht, mich unentgeltlich zu lesen".

In den letzten Wochen sei Unterberger von "einigen Dutzenden Lesern und Usern aufgefordert" worden, eine Partei zu gründen, erzählt er. Doch das komme für ihn sicher nicht infrage. "Ich bleibe bei meinen Leisten, und das heißt: Journalismus."

Zu seiner Rolle als Provokateur und "schrecklichen Alten" des österreichischen Journalismus befragt, meint er: "Mag sein, dass ich unbewusst kantiger geworden bin, aber ich kann Ihnen versichern: Es haben sich auch in den letzten Jahren immer wieder Menschen aus den verschiedensten Richtungen über mich sehr geärgert." (red)

ModeratorIn: derStandard.at begrüßt Andreas Unterberger im Chat. Wir bitten die UserInnen um Fragen.

Andreas Unterberger: Herzlichen Dank dem Onlinestandard für die Einladung und Feuer frei für alle bösen und vielleicht sogar netten Fragen.

Zitronengras: Welche Zeitung lesen Sie lieber, Wiener Zeitung oder Presse?

Andreas Unterberger: Warum kommt die schwierigste Frage gleich zu Beginn? Ich wechsle zwischen den beiden, wenn Sie mir nur die Auswahl zwischen der Wiener Zeitung und der Presse lassen.

UserInnenfrage per Mail: was halten sie von der presse unter fleischhacker?

Andreas Unterberger: Ich glaube die entscheidende Antwort auf solche Fragen geben immer die Leser, und die sind laut Mediaanalyse um 1/3 weniger geworden.

UserInnenfrage per Mail: warum tun sie sich ein tägliches tagebuch an und genießen nicht ihre pension?

Andreas Unterberger: Erstens bin ich nicht in Pension. Zweitens habe ich selten etwas getan was mir mehr Freude und Spaß macht, als in vollkommener Freiheit zu bloggen und auf so viel Echo und Leser zu stoßen. Das einzige Problem ist die noch fehlende ökonomische Basis.

ModeratorIn: Haben Sie aktuelle Zahlen zu Ihrem Blog?

Andreas Unterberger: Ich habe die Zahlen für November mit, da hatt ich 31 500 Besucher, 84 000 Zugriffe und 245 900 Seitenzugriffe. Was mich am meisten freut, ist die durchschnittliche Verweilzeit von 5,28 Minuten.

UserInnenfrage per Mail: wie finanzieren sie eigentlich ihren blog?

Andreas Unterberger: Bisher komplett aus eigener Tasche - ich muss mich korrigieren: ein Leser hat mir anonym in einem Kuvert 30 Euro geschickt und dazu geschrieben, er ertrage es nicht, mich unentgeltlich zu lesen.

UserInnenfrage per Mail: wer verfasst die postings auf derStandard.at, die auf ihren blog verweisen, wieviel zahen sie dafür?

Andreas Unterberger: Ich zahle sicher für keine Postings und weiß natürlich auch nicht, wer irgendwelche Postings verfasst hat.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Betreiben Sie das Blog nur aus Jux und Tollerei oder verfolgen Sie damit auch finanzielle Interessen?

Andreas Unterberger: Derzeit ist es nur die Freude am Schreiben, ob daraus auch einmal eine finanziell sinnvolle Dimension wird, liegt in den Sternen, darüber spreche ich sehr viel mit meinen Freunden.

UserInnenfrage per Mail: was gefällt ihnen am standard? was nicht?

Andreas Unterberger: Ich schätze am Standard dass er in klassischer Qualitätszeitungs-Manier weitgehend zwischen Meinung und Bericht trennt. Und dass er auch in seiner Kommentarlinie eine relativ klar identifizierbare links-liberale Linie verfolgt. Was zwar nur selten meine Linie ist, aber was immer für die Identität einer Zeitung gut ist.

ModeratorIn: Was halten Sie vom Online-Standard und Online-Medien allgemein?

Andreas Unterberger: Der Online-Standard ist natürlich unter den Printablegern der eindeutig führende. Onlinemedien haben auch eine weiter wachsende Zukunft. Für mich ist aber die entscheidende Frage noch völlig offen: wie finanziert man bei dem auf online üblichen Prinzip "content is free" die Kosten der journalistischen Arbeit. Werbung alleine ist nach allen bisherigen Erfahrungen dazu nicht ausreichend.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Was halten Sie von der Sonntags-Presse? Wäre das unter Ihrer Ägide möglich gewesen?

Andreas Unterberger: Auch in meiner Zeit haben wir eine Sonntags-Presse geprüft, aber aus betriebswirtschaftlich zwingenden Überlegungen davon Abstand genommen. Möglicherweise ist in der Presse heute die Betriebswirtschaft nicht mehr so wichtig.

ModeratorIn: UserInnenfrage per Mail: Sie sagen, Sie sind noch nicht in Pension. Gibt es neben dem Blog noch einen Zukunftsplan in der Zeitungsbranche?

Andreas Unterberger: Ja.

kalind: Wie sehen sie die Presse im Vergleich zum Standard aufgestellt?

Andreas Unterberger: Der Standard scheint mir heute eine viel klarere Identität zu haben.

numeris: Halten Sie den Standard für ein extrem linkes Medium?

Andreas Unterberger: Ich habe ihn schon einmal als linksliberal bezeichnet. Wenn Sie es noch präzisiert wollen: mit deutlichen grünen Einsprengseln.

numeris: Erkennen Sie einen Unterschied zwischen Druck- und online-Ausgabe des Standard? Ist der online-Standard weiter links?

Andreas Unterberger: Diese Frage überfordert mich, ehrlich gesagt.

Zitronengras: Herr Unterberger, sehen Sie sich als letztes Bollwerk des Neoliberalismus/Konservativismus in Österreich?

Andreas Unterberger: Sicher nicht als "letztes". Ich sehe einen deutlich wachsenden gesellschaftlichen Trend in diese beiden Richtungen.

UserInnenfrage per Mail: was kosten die tägliche anzeige für ihr tagebuch in der presse?

Andreas Unterberger: Gar nichts. Das ist noch ein altes Gegengeschäftsguthaben aus der Zeit meiner Trennung von der Presse und würde zum Jahresende verfallen.

UserInnenfrage per Mail: wie sehen sie die entwicklung bei der wiener zeitung?

Andreas Unterberger: Nach meinen Informationen ist mindestens bei einem halben Dutzend Autoren etwas passiert, was bei mir nie passiert ist: Dass Beiträge beziehungsweise Kolumnen im letzten Moment hinausgekippt wurden.

Bankster, halb Banker, halb Gangster: Fühlen Sie sich nach Ihrem Abgang von der Wiener Zeitung ungerecht behandelt?

Andreas Unterberger: Ich habe rechtlich naturgemäß auf allem bestanden, was mir zugestanden ist. Ich halte es aber für einen schlimmen Eingriff in die Pressefreiheit und in den Medienpluralismus, wenn der Bundeskanzler den Chefredakteur eines öffentlich-rechtlichen Mediums aus offensichtlich parteipolitischen Gründen entfernt. Das erinnert mich schon ein wenig an die Debatte etwa in Deutschland um den ZDF-Chefredakteur (der natürlich eine weit wichtigere Funktion hat).

UserInnenfrage per Mail: warum greifen sie die frauenhäuser so an? finden sie nicht, dass sie einen wertvollen beitrag für die gesellschaft leisten?

Andreas Unterberger: Selbstverständlich leisten Frauenhäuser einen wertvollen Beitrag. Aber wir hatten vor ein paar Jahren intensive Indizien und auch darüber berichtet, dass eine bestimmte Organisation die Zahl der Anrufe von Hilfesuchenden Frauen nach oben manipuliert hat, um die öffentlichen Subventionen stärker fließen zu lassen.

UserInnenfrage per Mail: warum haben sie etwas gegen schwule?

Andreas Unterberger: Ich habe nichts gegen Schwule, aber sehr wohl etwas dagegen, dass durch die nunmehr bevorstehenden Gesetzesnovellen ein zusätzlicher Kreis von Personen finanzielle Ansprüche etwa auf Witwer/Witwen-Renten hat (für die bekanntlich nie ein Pensionsbeitrag eingezahlt worden ist). Diese Renten sind ja einst für jene Ehepartner geschaffen worden, die nach dem Tod des anderen Partners der Kindererziehung wegen ohne Beruf dastehen. In Zeiten extremer Budgetknappheiten habe ich für eine solche Ausweitung von Sozialleistungen absolut null Verständnis.

UserInnenfrage per Mail: was ist der unterschied zwischen ihnen und bsp.weise dem herrn strache- oder allgemeiner, inwiefern grenzen sie sich als "bürgerlicher" vom rechten rand ab- oder ist das garnicht gewünscht? beide haben sie "angst" vor dem islam- und transportieren

Andreas Unterberger: Nach allen Umfragen, die ich kenne, hat nicht nur Herr Strache, sondern auch viele andere Österreicher in ganz anderen Organisationen Sorge wegen des Vordringens des politischen Islams. Ich war vor zwei Stunden bei einer Pressekonferenz von 20 christlichen Organisationen, die vehement gegen die Christenverfolgungen in islamischen Ländern protestiert haben. Selbstverständlich gibt es noch eine ganze lange Liste von Positionen, wo ich anderer Meinung als Herr Strache bin. Dies beispielsweise auch schon deshalb, weil meine Eltern in der NS-Zeit ihren Beruf verloren haben beziehungsweise alle öffentlichen Klienten eingebüßt haben.

guguck: zweimal nachgefragt: sg. hr. unterberger - Sie hätten weitere zeitungspläne - welcher art und natur sind die ? kolumnen im letzten moment hinausgekippt - wurden Sie auch über gründe dieser handlungsweise von Ihren informanten in kenntnis gesetzt? un

Andreas Unterberger: Wenn ein Chefredakteur Kolumnen hinauskippt, sollte er den betroffenen Autoren zumindest eine ordentliche Begründung geben, was zumindest in einem Teil der Fälle nicht passiert ist. Zu den Zeitungsplänen will ich noch nicht allzu viel sagen. Ich schätze die Realisierungschance derzeit auf 30 bis 40 Prozent.

Zitronengras: Eine Nachfrage zu Ihrem Zukunftsplan in der Zeitungsbranche: Hat es was mit Online/neuen Medien zu tun?

Andreas Unterberger: Im Onlinebereich bin ich ja jetzt schon aktiv. Da gibt es Ausbaupläne, die leichter zu realisieren sind als jene im Printbereich.

kalind: Die große Frage, wie Qualitätsjournalismus in Zukunft finanziert werden soll, würden Sie wie beantworten?

Andreas Unterberger: Hier sehe ich als erste Notwendigkeit einmal das Erfordernis einer breiten Diskussion über die Wichtigkeit von Qualitätsmedien in der Demokratie. Das kann dann zum Beispiel zu einer signifikanten Ausweitung der staatlichen Presseförderung führen, wie sie einst von Kreisky und dann von Schüssel in sehr sauberer Form strukturiert worden ist. Aber Presse und Standard bekommen nur knapp über einer Million jährlich. Dem stehen etwa 100 Millionen gegenüber, wie sie zumindest nach einer Berechnung der APA auf sehr unsauberem Weg an Zeitungen im Gegenzug für politische Willfährigkeit geflossen sind. Das kam bekanntlich vor allem den Wiener Boulevardzeitungen zugute.

UserInnenfrage per Mail: welches medium in österreich ist ihre lieblingslektüre?

Andreas Unterberger: Nachdem Spiegel und Cicero und Weltwoche auch in Österreich erhältlich sind, bezeichne ich sie als meine "Lieblingslektüre in Österreich". Darüber hinaus habe ich auch viel Gewinn beim Lesen der FAZ.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Was halten Sie von Ihrem Nachfolger bei der "Wiener Zeitung"?

Andreas Unterberger: Er tut mir leid, wenn die Informationen wirklich stimmen sollten, dass er im Gegensatz zu mir in seinem Vertrag weder Unabhängigkeit noch Weisungsfreiheit stehen hat.

Hackab: Was halten Sie von den Untergriffigkeiten M. Fleischhacker? Wie beurteilen Sie dessen journalistischen Fähigkeiten?

Andreas Unterberger: Jeder mag schreiben, was er will.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Sollte die "Wiener Zeitung" eingestellt werden und zum Beispiel nur noch online existieren?

Andreas Unterberger: Online hat die Wiener Zeitung keine journalistische Zukunft. Ich glaube, es tut Österreich gut, wenn es eine dritte unabhängige Qualitätszeitung gibt.

Rafaela: Hätten Sie gerne so wie Anneliese Rohrer einen fixen Kommentar in der Presse?

Andreas Unterberger: Ich glaube, das würde in die derzeitige Umgebung schlecht passen.

Der dicke Jokkl: Haben Sie jemals an eine Karriere in der Politik gedacht?

Andreas Unterberger: In den letzten Wochen haben mich einige Dutzende Leser und User aufgefordert, eine Partei zu gründen. Das kommt für mich sicher nicht infrage. Ich bleibe bei meinem Leisten, und das heißt: Journalismus.

Belacqua: Können Sie bitte kurz in ein paar Worten zusammenfassen, warum man eine konservative und neoliberale Haltung einnehmen sollte?

Andreas Unterberger: In ein paar kurzen Worten ist das nicht möglich. Zum Konservativismus: Ich verstehe mich als wertkonservativ, das ist fast das Gegenteil von strukturkonservativ. Unter den für das Überleben einer Gesellschaft unabdingbaren Werten würde ich Leistung, Anständigkeit, Ehrlichkeit, Familie, Heimat in aller Kürze an die Spitze reihen. Zum Liberalismus: Die Verantwortung des Einzelnen ist absolut unabdingbar, wenn wir weiter in einem Wohlstandsland leben wollen. Wohlstand auf Schulden führt unweigerlich zu einem Crash.

numeris: Halten Sie Kleine Koalitionen für effektiver, würden Sie sich wieder SchwarzBlau wünschen, wäre das überhaupt möglich mit den derzeitigen Politikern?

Andreas Unterberger: Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es sicher ein Mehrheitswahlrechtssystem, wo jeweils eine Partei die Verantwortung trägt, ohne dass ständig Kompromisse zu Lasten des Steuerzahlers eingegangen werden. Mit den "derzeitigen Politikern" ist es sicher schwer, eine größere Freude zu haben. Aber bisweilen fällt mir selbstkritisch der Satz ein: Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient. Außerdem haben wir unter dem Druck Jörg Haiders, aber auch beispielsweise des profil in den letzten Jahrzehnten den Politikerberuf so verteufelt, dass es kaum noch anständige UND kluge junge Menschen gibt, die in die Politik gehen.

ModeratorIn: UserInnenfrage per Mail: Verraten Sie, ob es bei Ihrem Projekt um eine Tageszeitung oder eine Zeitschrift geht? Sie werden doch wohl nicht ein Konkurrenzprodukt zur Presse planen, oder?

Andreas Unterberger: Bei einem Projekt in so frühem Anfangsstadium sollte man gar nichts sagen. Ich heiße nicht Fellner. Es kann durchaus auch sein, dass es nicht abhebt.

munition23: gibt ihnen irgendwer feedback bevor sie die texte veröffentlichen, oder sind siue dafür ganz alleine verantwortlich

Andreas Unterberger: Leider bin ich derzeit ein Ein-Mann-Betrieb, aber es gibt etwa ein halbes Dutzend User, die mich sofort informieren, wenn ich einen sprachlichen oder inhaltlichen Fehler begangen habe.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Welche Zensur bei den Postings auf Ihrer Seite kommt zum Einsatz?

Andreas Unterberger: Bisher bin ich sehr glücklich, dass ich erst ein einziges Mal ein Posting aus inhaltlichen Gründen entfernen musste. Drei weitere Postings habe ich entfernt, weil sie mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht haben, den ich inzwischen korrigiert habe. Diese Postings wären daher sinnlos gewesen.

183ff54e-3492-4ff2-98f5-4b82c1a7b555: Tangieren Sie die kritischen Postings auf derStandard.at Ihrer Person gegenüber oder ist Ihnen das egal?

Andreas Unterberger: Ich habe im Laufe meines Lebens soviele aggressive und kritische Postings bekommen, dass mir das weitgehend egal geworden ist. Vor allem aber ist die Menge sowohl meiner "Besucher" wie auch die über 1000 persönlichen Mails in den letzten Tagen eine gewaltige positive Motivation.

Bankster, halb Banker, halb Gangster: Derzeit wird von der öVP die Räumung des Audi Max überlegt. Wie stehen Sie dazu?

Andreas Unterberger: Ich habe in meinem Blog schon mehrfach auf deutsche und Schweizer Beispiele verwiesen, wo es ebenfalls zu einer Räumung gekommen ist. Der Schaden für die anderen Studenten ist weit größer als die Resthoffnung mancher, dass man durch eine anhaltende Besetzung noch weitere Gelder herauspressen kann. Auch daher ist eine Räumung die einzig rechtmäßige Antwort auf Besitz- und Sachstörungen

inaris: Was sagt ein erfahrener Mann wie sie zu meinem Eindruck, dass der österreichische Journalismus sich auf niedrigem Nineau bewegt.

Andreas Unterberger: Aus der Tatsache, dass ich primär deutsche Medien als meine Lieblingslektüre geoutet habe, können Sie einen ähnlichen Eindruck ableiten.

guguck: starker tobak, den Sie hier zwischen den zeilen gegen göweil auffahren. man könnte verstehen: er agiere willkürlich (kolumnen) und sei nicht unabhängig und weisungsfrei (muss das in einem cr-vertrag explizit festgehalten werden?) auch Ihre meinung b

Andreas Unterberger: Ich habe auch in den letzten Jahren mehrfach den Nutzen von amtlichen Veröffentlichungen unterstrichen. Dies gilt insbesondere nach einer Finanzkrise, die durch einen Mangel an Transparenz mit ausgelöst worden ist. Die Unabhängigkeit eines Chefredakteurs kann im Dienstvertrag verankert sein, wie es bei mir zweimal war. Sie kann natürlich auch in einem Gesetz oder Redaktionsstatut stehen.

Nestor1979: Werden Sie im nächsten Jahr mit einem Internet-Journal herauskommen?

Andreas Unterberger: Ich weiß zwar nicht genau, was Sie unter Internet-Journal verstehen, aber jedenfalls denke ich auch an einen Ausbau des Blogs, aber auch an einen Zusammenschluss mit anderen Blogs.

faust: Warum kommen die Begriffe "links" und "linkslinks" so oft in Ihren Einträgen vor? Jeder weiß doch, wie überholt solche Mascherl sind...

Andreas Unterberger: An das Vokabel linkslinks kann ich mich, ehrlich gesagt, kaum erinnern. Aber Sie werden schon recht haben. Natürlich ist jede Etikettierung eine Vereinfachung, die bisweilen wichtige Nuancen außer Acht lässt.

es sei bemerkt: Besteht die Gefahr, dass Sie sich mit der Rolle des Provokateures und "schrecklichen Alten" des österreichischen Journalismus zunehmend anfreunden und noch bewusster Extrempositionen beziehen? Nicht zuletzt um Empörung anzufachen? Für einen freien B

Andreas Unterberger: Mag sein, dass ich unbewusst kantiger geworden bin, aber ich kann Ihnen versichern: Es haben sich auch in den letzten Jahren immer wieder Menschen aus den verschiedensten Richtungen über mich sehr geärgert.

Joschi lummer: Wenn Sie einem jungen Journalisten einen Rat geben würden, was würden sie ihm sagenß

Andreas Unterberger: Schaue, dass du dich immer in den Spiegel schauen kannst.

ModeratorIn: derStandard.at bedankt sich bei Andreas Unterberger und den UserInnen. Schönen Tag!

Andreas Unterberger: Vielen Dank für die vielen Fragen, aus denen ich selber viel gelernt habe. Ich weiß natürlich nicht, wieviele Fragen noch unbeantwortet geblieben sind. Einen schönen Nachmittag und bald wieder ein Stück Sonne!

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