Jeder sein eigener Hotspot

3. Dezember 2009, 09:27
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Nomadisierende Notebook-User lieben WiFi-Hotspots: aufklappen, einloggen, loslegen - Die Gebühren sind meist saftig, die Anmeldung nicht immer unkompliziert

Nomadisierende Notebook-User lieben WiFi-Hotspots: aufklappen, einloggen, loslegen. WiFi (die Markenbezeichnung für die "auf Deutsch" immer noch gerne WLAN genannte Funktechnik) ist immer noch einfacher als UMTS-Modems, um ins Internet zu kommen: Man muss nichts anstecken und braucht keine zusätzliche Software, um eine Verbindung herzustellen. Natürlich gibt es auch Nachteile, vor allem den, dass sich unentgeltliche Hotspots als Serviceleistung leider nicht durchgesetzt haben (unverständlich in Anbetracht der geringen Kosten für den Betrieb eines Hotspots als Service für Gäste in Cafés oder Lounges).

Meist saftige Gebühren

Die Gebühren sind meist saftig, und obendrein erschweren die Angabe von Benutzer- oder Kreditkartendaten den Weg ins Internet. Das Beste beider Welten - die großflächige Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes und die einfache Verbindung über WiFi - vereinen jetzt 3G-Modems, die zugleich ein akkubetriebener Hotspot sind: MiFi (ein Wortspiel zu WiFi, was seinerseits eigentlich keine Abkürzung sondern ein Spiel mit dem Stereo-Kürzel HiFi, High Fidelity, war). Technisch gesehen sind es drahtlose Router, die ein WLAN errichten, das sie durch Anschluss an das 3G-Mobilfunknetz online schalten.

Wucherpreise bei Datenroaming

Orange und "3" haben seit kurzem Geräte von Huawei im Angebot, deren Preis vom jeweiligen Datentarif abhängt; betreiberunabhängig gibt es das Novatel MiFi u. a. bei Amazon um 260 Euro - da es freigeschaltet ist, kann man damit im Ausland mit Prepaid-Datenkarten billiger surfen, statt Wucherpreise für Datenroaming zu zahlen. Eine kleine Hürde für Nicht-Techies ist die erstmalige Einrichtung, aber dann schaltet man die "Personal Hotspots" einfach nach Bedarf ein und aus, das Netz wird mit einem Passwort geschützt. Durch die Mutation des 3G-Anschlusses zu einem WiFi-Hotspot ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, um den Anschluss zu nutzen. Bis zu fünf Teilnehmer können sich einloggen - ideal, um bei kleinen Treffen mehrere Personen mit Internet zu versorgen.

iPod Touch als Internet-Tablet

Die Mobilfunkbetreiber bündeln MiFi mit Spielekonsolen, die sonst keinen eigenen mobilen Zugang zum Internet haben. Und der iPod Touch kann damit in ein Internet-Tablet und sogar ein Handy verwandelt werden: Durch das WLAN des MiFi kann man mit Skype telefonieren (in Summe wahrscheinlich eine billigere, wenn auch umständlichere Lösung als ein iPhone). Die Akkus der MiFi-Geräte halten rund drei Stunden durch, dann müssen die Geräte an die Steckdose oder brauchen einen Reserveakku. Alles in allem: ein weiterer Mobilitätsgewinn.(Helmut Spudich,DER STANDARD, Printausgabe vom 3.12.2009)

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