Tiefgarage statt Schulhof

Stadt Wien will Baupläne mit Schülern nicht verhandeln

02. Dezember 2009 21:51
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    Foto:standard/andy urban

    Charles Okoro und seine Mitschüler tun es den Studenten gleich und protestieren - nicht gegen den Kahlschlag des Bildungssystems, sondern gegen jenen des Schulhofs und des Sportplatzes

Schüler des Gymnasiums Geblergasse wehren sich gegen Tiefgaragen-Bau, der den Schulhof zerstören würde -Die Stadt Wien will nicht mit ihnen verhandeln

Die Stadt Wien argumentiert mit dem Parkplatzmangel im Bezirk und will mit den Schülern des Gymnasiums Geblergasse nicht reden

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Wien - "Sie müssen einsehen, dass sie das lassen sollen" , sagt Charles Okoro, Schulsprecher des Gymnasiums Geblergasse. Er steht vor dem Amtshaus Hernals, um ihn herum skandieren etwa 150 Schüler: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bäume klaut." Einige sind als Baum verkleidet, andere verteilen Zettel mit der Aufschrift "Stopp dem Garagenbau" an Passanten.

Der Stadt Wien will unter dem Schulhof der Geblergasse ab 2010 eine vierstöckige Tiefgarage mit 252 Parkplätzen bauen. 14 Bäume müssten gefällt werden, statt ihrer würde ein Lüftungsrohr im Sommer Schatten spenden.

Außerdem befürchten die Schüler, dass sie ihren Sport- und Pausenplatz während der Arbeiten nicht benutzen können. "Sie haben uns eine Sprintstrecke und neue Bäume versprochen - aber beides haben wir schon" , meint Charles.

Auf Facebook gründeten Charles und einige anderen die Gruppe "Rettet den Schulhof" , bald wurde daraus eine Bürgerinitiative, Eltern und einige Lehrer schlossen sich an. Nutzt der Protest nichts, denken sie über eine Besetzung nach.

"Keiner muss sich irgendwo anketten" , beruhigt Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer. Sie will einen runden Tisch mit allen Beteiligten einberufen. Martin Schipany, Sprecher des zuständigen Stadtrats Schicker, hält das nicht für nötig. "Die Gegend ist extrem überparkt, wir brauchen diese Garage" , sagt er. Verhandeln werde die Stadt mit den Schülern nicht: "Das ist nicht unsere Zuständigkeit."

Ingrid Kaiser-Hackl, Elternvertreterin und Mitorganisatorin des Protests, kennt den Unwillen der Stadt. "Die halten uns für eine lächerliche Minderheit" , sagt sie. Aufgeben werden die Protestierenden aber nicht. "Im Notfall müssen wir eben lauter werden" . (Tobias Müller, DER STANDARD Printausgabe 3.12.2009)

 

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Posting 1 bis 25 von 179
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Briefmarkenkleber
17.08.2010 17:24
Dummer Titel

"Stadt Wien will Baupläne mit Schülern nicht verhandeln."

Wie "verhandeln" Schüler"? Für jeden Einser in Betragen einen Stellplatz weniger, für jeden Fünfer in Mathematik eine Parketage mehr?

Briefmarkenkleber
17.08.2010 17:13
Redets mit ihm, bevor er sich schwarz ärgert!

Edda73
17.08.2010 14:53
Demokratie

geht den Herrn Schicker erst was an, wenn die alle zur Wahl gehen. Zum Beispiel zur Gemeinderatswahl in Wien! Also - geht wählen, demonstrieren, hört nicht auf zu sprechen!

Baumschulschüler
24.03.2010 16:06
Versprechungen von Politikern!

Politiker versprechen gerne etwas, dass nach zweijähriger Bauzeit leider aus finanziellen Gründen nicht eingehalten werden kann.
Den Lehrkräften der Roterdschule wurde versprochen nach dem Bau der Sport und Funhalle hohe Zäune um die Freiflächen und eine Kletterwand zu errichten.
Leider kein Geld vorhanden.
Da kann man nur sagen: "Versprochen und gebrochen".

a lang!... hat heada...
01.03.2010 12:10
der politiker von heute:

"Das ist nicht unsere Zuständigkeit."

bzw. "demokratie? geht uns nix an."

a lang!... hat heada...
01.03.2010 12:07

jaja, die wiener parkplatz-immo-OK lässt sich da nicht dreinreden.

ein schönes beispiel ist auch das mehr od. weniger leere parkhaus in der kurt-tichy-gasse (1100). weil der betreiber ja vielleicht verluste schreiben könnte wenn die plätze nicht voll belegt sind, wird halt ein freund kontaktiert der dann ziemlich obskure parkverbote in diesem bereich veranlasst.
zusätzlich werden parkgelegenheiten mit unnötigen pfeilern etc. verstellt.
blöd nur dass der dortige hofer nix dagegen hat wenn man die ganze nacht auf deren parkplatz steht.

btw. ich bin weder autobesitzer noch der meinung dass es ein recht ist einen parkplatz auf der straße zu bekommen.
aber ich seh auch mißstände wenn sie mich nicht direkt betreffen.

linkerFlügel
19.01.2010 17:06
Unnötig!

Die vor einigen Jahren erbaute Tiefgarage am Parhamerplatz (ca. 500m von der Schule in der Geblergasse entfernt) soll kaum belegt sein...
Warum also noch eine Tiefgarage notwendig sein soll ist mir ein Rätsel!

baumfreund
16.12.2009 15:06
Bezirksjournal Wien West, 51. Woche, Seite 3: 3 Parteien für Garage

"in der jüngsten sitzung der bezirksvertretung stimmten SPÖ, ÖVP und FPÖ für die errichtung der tiefgarage mit rund 250 stellplätzen unter dem schulhof". (ist dazu keine änderung des flächenwidmungsplans notwendig, wie anrainern mit schreiben der MA 21A im november 2009 mitgeteilt wurde??)

€girl
05.12.2009 17:35
Der Bürger ist Eigentum der Verweser - er hat zu kuschen!

badat
04.12.2009 18:53

Tja, da lernt man gleich früh im Leben, wie die Wertigkeiten liegen. Ob Schüler Sport betreiben können - wurscht. Es ist schließlich eine himmelschreiende, gegen sämtliche Menschenrechtskonventionen verstoßende Grausamkeit, wenn man von seinem Parkplatz mehr als 100 Meter zur Haustür gehen, oder -meine Hände zittern beim Schreiben dieser Grausamkeit- sich gar vor dem Autokauf überlegen müsste, ob man überhaupt einen Platz zum Abstellen hat. Schließlich sind exakt 100% aller Autos in der Stadt für das wirtschaftliche, geistige und physische Überleben ihrer Besitzer unbedingt nowtendig.

baumfreund
04.12.2009 15:49
die unmittelbaren anrainer müssten den schülern eigentlich dankbar sein!

es ist gar nicht auszudenken, was hier an schäden bei den nachbarhäusern entstehen könnte. man muss sich so eine baugrube nur einmal vorstellen. viel glück bei den nachfolgenden schadenersatzprozessen, hoffentlich sind alle rechtschutzversichert (zuständig ist dann in der regel nämlich niemand). in der marchettigasse im 6. bezirk gab es da einen spektakulären fall, wurde in "presse" und "krone" ausführlich berichtet. ein prämiertes biedermeierensemble wurde durch einen neubau ruiniert.

Zukunftsoptimist
03.12.2009 23:00
Warum so eilig?

Ist doch klar: nach den Wahlen wird's nicht mehr gehen, also noch rasch vorher, egal, wie viele Wähler man vergrault. Hauptsache, es werden noch ein paar hübsche Euro eingefahren. Nein, nicht für die Schule oder gar die Schüler, auch nicht für die Anrainer, die wollen eh keine teure Garage statt der billigeren Straßenparkplätze. Eh schon wissen, für wen: für einen Garagenbauer, der sich nicht alles behält, was er von der Stadt Wien aus unseren Steuergeldern bekommt. Wählt sie ab, diese Drohnen!

JETZT 10% UMSONST, NUR FÜR KURZE ZEIT!
 
03.12.2009 21:08

die schüler sollten das grundlagenwerk "kritik der praktischen vernunft" von immanuel kant lesen, dann würden sie vernünftiger werden.

baumfreund
06.12.2009 15:55
philosophiert darin der meister über viergeschoßige tiefgaragen?

wahrscheinlich wäre er dem wahnsinn anheim gefallen, wenn er den egoismus der bauwerber der heutigen zeit erleben müßte!

96%
04.12.2009 09:30

das würde mich auch interessieren, was kant über autos philosophiert hätte! unter seiner voraussetzung, der mensch sei ein vernunftwesen, hätte er eine tiefgarage nicht einmal ansatzweise angedacht, sondern den individualverkehr grundsätzlich verdammt.
aber wenn sie so schlau daher kommen, troll ich mal zurück und empfehle ihnen machiavellis "il principe" zu lesen.

JETZT 10% UMSONST, NUR FÜR KURZE ZEIT!
 
04.12.2009 09:46

warum denken sie dass immanuel kant den individualverkehr grundsätzlich verdammt hätte?
niccolò machiavelli war ein fadgasverströmender langweiler.

96%
04.12.2009 15:17

ich kenne ja machiavelli nicht persönlich, gut möglich, dass er ein langeweiler war. aber der hierzulande in politischen sphären erhobene vorwurf des machiavellismus hatte seinerzeit heftigste reaktionen hervorgerufen, von fadgas war da nichts zu merken, ich würde die stimmung eher als explosiv bezeichnen.
kant imaginär: wenn jeder für sich auto fährt, die straßen diesen individualverkehr nicht aufnehmen können (das wiener straßenkonzept entstammt dem 19.jhdt, nicht ganz kants zeit, aber eher seine als unsere), dann staut es sich. ein allgemein gültiges konzept "stau" ist aber nicht wünschenswert, daher muss auf den individualverkehr verzichtet werden. das vernunftwesen erkennt dies und ändert sein verhalten, der politiker nicht.

cantanto
03.12.2009 20:45
Gymnasien sind eben Dinge die die Roten nicht interessieren.

Da passiert zu viel Bildung....

LPFe
07.12.2009 23:30
ahso ?

die PISA Ergebnisse sprechen ja für sich, wieviel Bildung hier tatsächlich stattfindet

96%
03.12.2009 17:35

da geht's doch längst nicht nur um bäume!
2 jahre baulärm, dreck, abgase, der gesamte fuhrpark im schulhof, ebenso zu- und abfahrten. bedeutet im klartext für die kinder: schularbeiten, test, prüfungen, matura mit zusätzlichem stressfaktor. weiters kein auslauf, kein sport im freien. der witz an der sache: nächstes jahr startet dort die neue ganztagsschule (zeitgleich mit den arbeiten)! da können dann die kinder den ganzen tag drinnen sitzen. ob das BM schmied weiß?

Ernst Kratochwil
04.12.2009 10:57
Eigentlich sollte in ganz Wien nix mehr gebaut werden, das

länger als ein Jahr dauert.

Wie kommen die Anrainer dazu, diesen unmenschlichen Stress ertragen zu müssen.


Issjaschrecklich.

Allmächtiger Satan
03.12.2009 18:14

Und die Schule, der Sportplatz, die Gehwege dorthin sind wohl wie ein Baum der Erde entwachsen und haben frischen Frühlingsduft verbreitet.

96%
03.12.2009 20:27

das weiß ich nicht, aber beim AKH war's bestimmt so! keiner will sich mehr daran erinnern und keiner war's gewesen.

aus der kanalisation tönt es:
03.12.2009 16:36

jugendliche heben ihre sentimentalitäten über das wohl aller anderen, kennen ma schon,
nein danke

BraS
03.12.2009 16:29
"wir brauchen diese Garage"

wenn dem so wäre, warum muss die Stadt Wien dann eigentlich jeden einzelnen Stellplatz mit enormen Summen fördern?

Wäre der Parkdruck gar so groß, müsste sich längst ein privater Errichter finden, der die Garage OHNE Förderung baut. Wo ist der?

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