GM will für Opel Milliarden an Staatshilfen

2. Dezember 2009, 17:43
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GM-Chef Henderson musste gehen - Verwaltungsratschef übernimmt vorerst

Berlin - General Motors (GM) will für die Sanierung von Opel in Europa rund 2,7 Mrd. Euro an Staatshilfen, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Mittwoch. Aus eigener Kraft wolle GM 600 Mio. Euro stemmen, den Rest der geplanten Gesamtkosten von 3,3 Mrd. Euro sollten die europäischen Steuerzahler beisteuern. GM hatte zuvor der deutschen Regierung neue Pläne zur Opel-Sanierung präsentiert.

"Das vorgelegte Papier ist kein Antrag auf staatliche Mittel und kann auch keine Grundlage für eine Prüfung sein. Zu keiner der für die Zukunft von Opel wichtigen Fragen wird in dem Papier eine Antwort gegeben", kritisierte Brüderle. Offen sei auch die Frage nach der künftigen Aufstellung von Opel/Vauxhall im GM-Konzern. Man erfahre nicht, wie viel eigenen Gestaltungsspielraum Opel zum Beispiel bei der Modellentwicklung haben solle. Auch Aussagen dazu, welche Rolle Opel bei zukunftsträchtigen Technologien, etwa im Bereich der Elektromobilität spielen solle, fehlten.

Berlin kritisiert, dass es bei GM offenbar keine Idee für ein Abschottungskonzept gibt, das den Abfluss europäischer Steuergelder in die USA verhindert. "Das Papier von GM bestätigt ebenso wie der Rücktritt von GM-Chef Fritz Henderson, dass es bei GM keine klare Linie gibt", sagte Brüderle.Auf dem Chefsessel nimmt vorübergehend GM-Verwaltungsratschef Ed Whitacre Platz. "Der Rauswurf von Fritz Henderson war eigentlich nur eine Frage der Zeit", sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Überraschend sei eher, dass Whitacre nach vier Monaten noch keinen neuen GM-Chef und keine neue Manager-Riege vorweisen könne. Saab bekommt von GMeine letzte Frist von 30 Tagen zum Überleben. Bis dahin muss sich ein Käufer finden, sonst werde das traditionsreiche Unternehmen abgewickelt, beschloss der GM-Aufsichtsrat. (dpa, DER STANDARD, Printausgabe, 3.12.2009)

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