Massensterben trieb Tiere in die kühlende Antarktis

2. Dezember 2009, 23:00
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Darauf deutet ein neuer Fossilfund eines entfernten Verwandten der Säugetiere hin

Chicago - Vor 252 Millionen Jahren fand das bisher größte Aussterbeereignis in der Erdgeschichte statt, das sogenannte Perm-Trias-Ereignis. Wahrscheinlich wurde es durch eine globale Erderwärmung hervorgerufen, die wiederum Folge verstärkter Vulkanaktivität in Sibirien war. Nun deutet ein neuer Fossilfund eines entfernten Verwandten der Säugetiere, Kombuisia antarctica, darauf hin, dass manche Landtiere die Katastrophe in den kühleren Klimaten der Antarktis überlebt haben dürften, wie Forscher vom Field Museum in Chicago in der Fachzeitschrift "Naturwissenschaften" schreiben.

Das katzengroße Tier war ein Anomodontier und gehörte damit zur Gruppe der Therapsiden, "säugetierähnlichen" Reptilien, von denen letztlich auch die Säugetiere abstammen. Kombuisia allerdings gehörte einer parallelen Entwicklungslinie innerhalb dieser Gruppe an und war keiner unserer direkten Vorfahren. Es hatte kein Fell, dürfte noch Eier gelegt und seine Jungen nicht gesäugt haben. Ob es sich um ein endothermes Tier handelte, ist nicht geklärt.

Kombuisia antarctica gehörte zu den wenigen überlebenden größeren Lebensformen einer Zeit, in der ein Großteil des Lebens auf der Erde ausgelöscht wurde. Damals lag die Antarktis noch weiter nördlich als heute, sie hatte keine permanente Eisbedeckung und es herrschte insgesamt ein wärmeres Klima. Die Zuflucht von Kombuisia in der Antarktis war höchstwahrscheinlich keine Folge von saisonaler Migration, sondern eher einer langfristigen Habitatverlagerung nach Süden. Paläontologen vermuten, dass Verhaltensanpassungen wie Winterschlaf, Kältestarre oder der Bau von Höhlen den Tieren halfen, um in diesen Extrembedingungen überleben zu können. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 3. 12. 2009)

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