Boxer Sekowitsch auf offener Straße erstochen- 20 Jahre Haft

2. Dezember 2009, 16:05
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Wien - Mit einem Schuldspruch ist der Prozess um den Tod des ehemaligen Boxchampions Edip Sekowitsch auch genannt der "Stier von Serbien" am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht zu Ende gegangen. Der 27-Jährige Tschetschene hat den 50-Jährigen vor dessen Lokal "Champ's Pub" am Wiedner Gürtel mit fünf Messerstichen in Gesicht, Hals und Brust tödlich verletzt.

Der 27-jährige wurde wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt.  Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Verteidiger Lennart Binder meldete dagegen Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab. Bei der Urteilsverkündung waren unter anderem die Kinder und Freunde Sekowitschs - darunter die Wiener Box-Legende Hans Orsolics - anwesend.

Der Tschetschene war rein zufällig in Sekowitschs Lokal unweit des Südbahnhof gekommen. Er hat den letzten Zug Richtung Graz versäumt, wo seine Mutter lebt. Zeugenaussagen zufolge soll der 27-Jährige Lokalgästen aggressiv begegnet sein. "Er war wie verrückt", erinnerte sich eine junge Frau an das Verhalten des Mannes. Der Ex-Boxer Sekowitsch wies den Tschetschenen schließlich nach draußen.

Als Sekowitsch das Pub schließen wollte, kam es dann gegen 5.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung. Auf der Straße stach der 27-Jährige dann mit einem Klappmesser fünfmal auf den Ex-Boxer ein. Ein Stich ging direkt ins Herz.  Sekowitsch verblutete am Gehsteig.

Zuerst gab der Tschetschene an, dass er ein Freund des Opfers sei. Als die Beamten an der Kleidung des Mannes Blutspuren bemerkten, wurde dieser eingehend befragt. "Da hat er mit einem gewissen Stolz gesagt, dass er es war, der das gemacht hat", gab ein Polizist zu Protokoll.

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf Notwehr. Sekowitsch sei auf ihn losgegangen. Er habe Angst gehabt, sein Messer gezogen und zugestochen.(APA)

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