Ausmaß des Wettskandals in Spanien unklar

3. Dezember 2009, 18:00
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Bisher nur unbestätigte Anschuldigungen - Kritik am spanischen Verband

Madrid - Zwei Tage nach der Aufdeckung eines Skandals um illegale Fußballwetten und manipulierte Spiele in Spanien herrschte weiterhin Unklarheit über das wahre Ausmaß der Affäre. Nach einem Bericht des Sportblatts "Marca" soll gegen bis zu 300 Fußballer ermittelt werden. "Der Wettskandal nimmt die Ausmaße eines Tsunamis an", titelte das Blatt am Donnerstag. Es nannte für diese Information jedoch keine Quellen und gab auch nicht an, welche Spiele manipuliert worden sein könnten.

Heftige Kritik wurde in den spanischen Medien am Fußballverband RFEF laut, der den Skandal am Dienstag mit einem weitgehend unverständlichen Kommunique aufgedeckt hatte. Die angesehene Zeitung "El Pais" hielt dem RFEF eine Strategie der Verdunkelung vor. "Der Verband trägt nicht dazu bei, Licht in die Affäre zu bringen. Damit macht er den Skandal nur noch schlimmer." Der RFEF war erst auf Aufforderung der UEFA aktiv geworden.

Der in den Skandal verwickelte Zweitligist UD Las Palmas hatte offengelegt, worum es in den Ermittlungen geht. Danach besteht der Verdacht, dass der Ausgang des Spiels Las Palmas gegen Rayo Vallecano (0:0) im Juni 2008 manipuliert wurde. Wenigstens sieben Profis verschiedener Clubs werden illegaler Wetten verdächtigt.

Dazu gehörte auch der Goalie des nunmehrigen Erstligisten Real Saragossa, Javier Lopez Vallejo. Der Keeper erklärte: "Ich habe mit der Sache nicht das Geringste zu tun." Juan Carlos Ceballos vom Zweitligisten CF Cordoba betonte: "Ich habe bei Fußballwetten kleine Summen eingesetzt. Daran gibt es nichts Illegales."

Zwei Tage nach der Aufdeckung eines Skandals um illegale Fußballwetten und manipulierte Spiele in Spanien hat sich die Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen eingeschaltet. Die Anklagebehörde erhielt vom spanischen Fußball-Verband (RFEF) eine offizielle Mitteilung über mutmaßliche Manipulationen. Es werde nun geprüft, ob im Zusammenhang mit dem Wettskandal Straftaten begangen wurden, teilte die Behörde am Donnerstag in Madrid mit. (APA)

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