Industriestaaten bleiben die größten CO2-Verursacher

2. Dezember 2009, 14:10
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China seit einigen Jahren an erster Stelle - Schwellen- und Entwicklungsländer verzeichnen drastische Zunahmen

Kopenhagen - Nach den kürzlich veröffentlichten aktuellen wissenschaftlichen Daten der "Copenhagen Diagnosis" stiegen die globalen, jährlichen Kohlendioxid-Emissionen von 1990 bis 2008 um fast 40 Prozent an. Drastische Zunahmen sind vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verzeichnen, doch bleiben gemessen am Pro-Kopf-Ausstoß die Industriestaaten vorerst noch die größten "Produzenten".

China und die USA

Der weltweit größte Erzeuger von Treibhausgasen ist seit einigen Jahren China. Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt den Ausstoß allein aus dem Energiebereich für 2007 mit 6,1 Gigatonnen CO2 an, 3,9 Gigatonnen mehr als 1990. Chinas Anteil an den weltweiten Emissionen stieg damit innerhalb von 17 Jahren von elf auf 21 Prozent. Auch der Pro-Kopf-Ausstoß stieg deutlich von 2,0 auf 4,6 Tonnen, liegt damit aber immer noch unter den Werten der Industriestaaten. Auch unternimmt China Anstrengungen, um durch mehr Effizienz den Ausbau erneuerbarer Energien und durch Aufforstung die Emissionen zu begrenzen. Dies gleicht jedoch den Zuwachs durch Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme nicht aus.

Die USA liegen in der Rangfolge der größten Verschmutzer der Atmosphäre auf Platz zwei mit einem energiebezogenen CO2-Ausstoß von 5,7 Gigatonnen im Jahr 2007. Das sind 0,9 Gigatonnen mehr als 1990. Den Gesamtausstoß an Treibhausgasen gibt das UN-Klimasekretariat mit 7,1 Gigatonnen CO2-Äquivalent an. Das CO2-Äquivalent schließt sonstige Treibhausgase mit ein. Einen Rekordwert belegen die USA unter den großen Industriestaaten auch bei den Pro-Kopf-Emissionen, selbst wenn diese leicht von 19,1 Tonnen 1990 auf 18,7 Tonnen 2007 zurückgingen. Präsident Barack Obama hat angekündigt, die CO2-Emissionen sollten bis 2020 wieder 17 Prozent unter den Wert von 2005 fallen. Das bleibt weit hinter den Zusagen der EU zurück, ist aber gemessen an der Emissionszunahme in den vergangenen Jahren trotzdem anspruchsvoll.

EU und Japan

Ein sehr uneinheitliches Bild bietet die EU. Ihre Gesamtemissionen sanken bis 2007 um 4,3 Prozent auf 4,1 Gigatonnen CO2-Äquivalent. Das reicht noch nicht, um die Acht-Prozent-Vorgabe für die EU aus dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen. Während Deutschland mit minus 21,3 Prozent und einem Gesamtausstoß von 0,95 Gigatonnen CO2-Äquivalent sein nationales Kyoto-Ziel von 21 Prozent bereits erreicht hat, schnellten die Emissionen Spaniens um 53,5 Prozent nach oben. Auch weist die IEA für die energiebezogenen CO2-Emissionen nur einen Rückgang um magere 0,1 Gigatonnen auf 4,0 Gigatonnen aus - die übrige Ersparnis verdankt die EU zum erheblichen Teil dem industriellen Strukturwandel in Osteuropa. Die Pro-Kopf-Emissionen der EU-Staaten sanken von 8,5 Tonnen auf 7,8 Tonnen. Die EU hat zugesagt, ihre Gesamtemissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken, im Rahmen eines internationalen Abkommens um mindestens 30 Prozent.

Die Gesamtemissionen Japans stiegen von 1990 bis 2007 um 8,2 Prozent auf 1,4 Gigatonnen CO2-Äquivalent. Das Land dürfte damit seine Kyoto-Ziele weit verfehlen. Bei den energiebezogenen Emissionen gab es einen leichten Zuwachs von 1,1 auf 1,2 Gigatonnen CO2. Die Pro-Kopf-Werte stiegen ebenfalls und zwar von 3,5 auf 4,0 Tonnen CO2, was unter den Industriestaaten aber noch ein vergleichsweise niedriger Wert ist.

Indien

Ein rasanter Aufholprozess ist in Indien zu beobachten - wirtschaftlich, aber auch beim Treibhausgasausstoß. Die energiebezogenen CO2-Emissionen verdoppelten sich von 0,6 Gigatonnen 1990 auf 1,3 Gigatonnen 2007. Auch der Pro-Kopf-Ausstoß stieg drastisch von 0,7 Tonnen auf 1,2 Tonnen, liegt damit aber noch in einem Bereich, den Wissenschafter als im globalen Durchschnitt halbwegs verträglich ansehen. (APA)

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