Deutsche Telekom soll Mitarbeiter oder Partner bespitzelt haben

2. Dezember 2009, 14:00
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Bericht der "Rheinischen Post" - Auswertung von Unterlagen auf bisher unerkannte Verstöße des Sicherheitsdienstes

Der Sicherheitsdienst der Deutschen Telekom soll einem Bericht zufolge in mehr als 70 bisher unbekannten Fällen Mitarbeiter des Konzerns oder Geschäftspartner mit illegalen oder fragwürdigen Methode bespitzelt haben. Dies ergab eine streng vertrauliche Auswertung von 92.000 Seiten Akten durch die Rechtsabteilung zusammen mit der Beratungsfirma KPMG, wie die "Rheinische Post" schreibt. Ein Telekom-Sprecher erklärte auf AP-Anfrage, er könne die Zahlen nicht bestätigen, da die Auswertung noch laufe.

In mehr als 300 Fällen wurden dem Blatt zufolge Telefondaten illegal erfasst. Häufig sollen private Kontodaten unerlaubt geknackt sowie Fotos von einzelnen Personen gemacht oder Flugbewegungen erfasst worden sein. Es sei unklar, wie der Konzern an die Informationen gekommen sei.

Vorfälle

Der Konzern hatte die Untersuchung der im Rahmen der Ermittlungen zur Spitzelaffäre zeitweise beschlagnahmten Akten veranlasst, nachdem er sie von der Bonner Staatsanwaltschaft im Juli zurückbekommen hatte. Wie lange die Prüfung durch die Expertenkommission und die KPMG noch andauere, sei noch unklar, sagte der Telekom-Sprecher. Man hoffe aber, in diesem Jahr fertig zu werden.

Alle Vorfälle haben laut "Rheinischer Post" nichts mit der bereits bekannten Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten durch den Konzern zu tun, wegen der Anklagen vor Weihnachten erwartet werden.

Die Deutsche Telekom hatte im Mai vergangenen Jahres Strafanzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft erstattet, nachdem intern aufgedeckt worden war, dass 2005 und 2006 unter anderem Journalisten und Aufsichtsräte von der Konzernsicherheit bespitzelt worden waren.

Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft richteten sich unter anderem gegen den ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und den früheren Aufsichtsratschef Zumwinkel. Es geht um den Verdacht von Verstößen gegen das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz. Ricke und Zumwinkel beharrten bisher darauf, von illegalen Machenschaften nichts gewusst zu haben. (APA/AP)

 

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