Letzte Frist für Saab

2. Dezember 2009, 19:52
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Der schwedische Autohersteller bekommt von der US-Mutter für die Käufersuche noch eine letzte Frist von 30 Tagen

Stockholm/Detroit - Der schwer angeschlagene schwedische Autohersteller Saab bekommt eine letzte Frist von 30 Tagen zum Überleben. Bis dahin muss sich ein Käufer finden, sonst wird das traditionsreiche Unternehmen abgewickelt. Das hat der US-Konzern General Motors (GM) bei einer Aufsichtsratssitzung in Detroit entschieden.

Während Regierungsvertreter in Stockholm sowie Gewerkschaften und Saab-Sprecher den Zeitgewinn für neue Verkaufsbemühungen begrüßten, überwog bei Beobachtern deutlich die Skepsis: Zu wenig Zeit und keine finanziell ausreichend starken Bieter in Sicht, hieß es in Stockholm.

Saab mit derzeit 3.400 Beschäftigten hat seit 20 Jahren fast durchwegs Verluste eingefahren und in diesem Jahr weniger als 50.000 Autos abgesetzt. GM will im neuen Jahr eine "geordnete Abwicklung der globalen Aktivitäten" einleiten, wenn bis Jahresende keine erfolgversprechenden Verhandlungen mit Kaufinteressanten in Gang gekommen sind.

Saab-Konzernchef Jan Ake Jonsson meinte nach der Entscheidung des GM-Aufsichtsrates in Detroit für eine 30-Tage-Frist zum Verkauf: "Das ist unter den gegebenen Bedingungen das Beste, was möglich war. Jetzt müssen wir alle Segel setzen, damit es mit einer Übernahme klappt."

Spyker

Nach Medienangaben liegt GM unter anderem ein Angebot des chinesischen Autokonzerns BAIC vor. BAIC war als Finanzier auch an einem in letzter Minute gescheiterten Übernahmeversuch durch die kleine schwedische Sportwagen-Firma Koenigsegg beteiligt. Ein weiteres Angebot soll vom US-Finanzinvestor Renco vorliegen. Neu als Bieter hinzugekommen sei der niederländische Sportwagenbauer Spyker Cars mit russischen sowie arabischen Eignern, hieß es in Medien. Es gebe Gespräche mit dem US-Autobauer, sagte ein Sprecher von Spyker am Mittwoch. Er wollte sich aber nicht verraten, ob bereits ein konkretes Angebot unterbreitet wurde. Spyker folgt damit dem schwedischen Sportwagenhersteller Koenigsegg, der die geplante Übernahme der Opel-Schwester Saab Ende November überraschend abgeblasen hatte.

Die exklusive Autoschmiede Spyker, die im vorigen Jahr 43 Autos gebaut und für 200.000 Euro aufwärts verkauft hat, konnte bisher nie einen Gewinn ausweisen. Das Unternehmen unterbreitete das Angebot nach eigenen Angaben gemeinsam mit seinem russischen Anteilseigner Convers Group. Der russische Banken-Magnat Wladimir Antonow ist Hauptaktionär bei Convers Group und hält 29,9 Prozent an Spyker. (APA)

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