Verein für Antipiraterie

Vorratsdatenspeicherung muss Verfolgung von Piraten ermöglichen

Gregor Kucera, 02. Dezember 2009 14:27
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"Politisches Minenfeld" würde die rechtliche Durchsetzung der Urheberrechte unmöglich machen

Der "Verein Anti Piraterie" (VAP) lud am Mittwoch zu einem Pressegespräch mit dem Titel "Urheberrecht ist ein Grundrecht: Vorratsdatenspeicherung, Strafprozessordnung und Filmpiraterie" ins Wiener "Metro"-Kino. Der Grund: Aus Sicht des VAP bedarf es einiger zusätzlicher Maßnahmen und klärender Regelungen, die die Politik in Punkto Vorratsdatenspeicherung und Telekommunikationsgesetz setzen müsse. Eine Verfolgung von Produktpiraten sei auf Basis der geltenden und geplanten Gesetze aus Sicht des VAP nahezu unmöglich.

Daten länger speichern und Auskunft bekommen

Das Podium, bestehend aus Disney-Austria-Geschäftsführer und VAP-Präsident Ferdinand Morawetz, Werner Müller (Geschäftsführer des Fachverbands der Film- und Musikindustrie) und Rechtsanwalt Andreas Manak, forderte "dringend eine Regelung im Telekommunikationsgesetz, die nicht nur eine ausreichende Speicherpflicht, sondern auch einen durchsetzbaren Auskunftsanspruch im Falle von Urheberrechtsverletzungen vorsieht". Die geplanten Änderungen, die derzeit in Begutachtung seien, würden mit EU-Recht kollidieren und zudem nicht den Forderungen des VAP gereichen. Konkret geht es dem VAP um eine Verpflichtung für die Provider Daten länger zu speichern und die Auskunftspflichten zu vereinfachen.

 

Provider sollen Auskunft geben müssen

"Damit der Rechteinhaber wirksam gegen Rechtsverletzungen im Internet vorgehen kann, benötige er vom Internet-Service-Provider (ISP) Auskünfte, die Rückschlüsse auf die Identität des betreffenden Internetteilnehmers zulassen. Gerade diese Auskunftspflicht wurde mit dem OGH-Urteil vom 14. Juli drastisch eingeschränkt", so der VAP. "Der OGH hat ausgesprochen, dass Verkehrsdaten, daher auch dynamische IP-Adressen, vom ISP nicht gespeichert werden dürfen und daher auch keine Auskunft erteilt werden darf. Daher können Rechteinhaber über dynamische IP-Adressen und deren Nutzer keine Auskunft erhalten, auch wenn dies die einzige Möglichkeit ist, den Rechtsverletzer zu identifizieren."

Große Fische oder Einzeltäter?

"Wir wollen keine Studenten hinter Gitter bringen, die sich im Internet einen Film anschauen", so Morawetz. "Wir wollen die großen Fische fangen." Was in der "analogen Welt" am Beispiel von den Verkaufsaktivitäten chinesischer HändlerInnen auch gleich bekräftigt wurde: "Wir haben kein Interesse diese HändlerInnen festzunehmen. Dabei handelt es sich um die ärmsten der Armen, die durch den Verkauf von Raubkopien ihre Schlepper abarbeiten müssen. Uns geht es um die Hintermänner". Während im Drogenhandel "nur" 100 bis 400 Prozent Profit zu machen seien, würde Produktpiraterie bis zu 900 Prozent bringen und daher auch von organisierten Kriminellen genutzt werden.

 

In der digitalen Welt sieht es mit den Einzeltätern dann schon etwas schwieriger aus. Allerdings sei man auch hier "nicht an den SchülerInnen und StudentInnen interssiert, die sich Filme aus dem Netz laden" und der VAP sprach sich auf dezitiert gegen die Verfolgung von diesen EinzeltäterInnen sowie großangelegten Abmahnwellen aus, aber "man dürfe nicht glauben, dass es sich dabei immer nur um arme StudentInnen handle."

Weltweites Milliardengeschäft

Rudolf Unterköfler vom Bundeskriminalamt, Leiter des Büros für Wirtschafts- und Finanzermittlungen, gab einen Einblick in das weltweite Problem Produktpiraterie - nicht nur im Bereich Film und Musik. "50 Prozent aller Potenzmittel sind illegale Fälschungen und werden über das Internet in alle Welt verbreitet. Aber auch bei Elektrogeräten gibt es große Gefahrenquellen. Es gibt Berichte von Endgeräten die nach 10 Minuten Betrieb in Flammen aufgehen. Auch diese Aspekte darf man nicht außer Acht lassen", so Unterköfler.

Tatort ohne Täter

Das große Problem bei den Ermittlungen im Internet sei, "dass sich die Täter nciht am Tatort aufhalten, sondern irgendwo stecken", so Unterköfler. Dies mache die Spurensuche wesentlich schwieriger, aufwendiger und komplizierter.

Erfolge in Wien

Im Rahmen des Pressegesprächs wurden zwei Exekutivbeamte ausgezeichnet, die sich im Falle von Produktpiraterie besonders hervorgetan haben. So gelang es den Beamten ein großes Lager in der Webgasse im 6. Bezirk auszuforschen und 30.000 illegale Filmkopien sicherzustellen. Im anderen Fall konnte der Beamte mit seinem Team den größten heimischen Umschlagplatz für Produktfälschungen im Internet ausheben. Auch eine Ehrenmitgliedschaft im VAP wurde vergeben - diese erhielt die Schauspielerin Ursula Strauss. In ihrer Dankesrede verwies Strauss darauf, dass hinter jedem Filmprojekt zahlreiche Menschen stehen, die von ihrem Job auch leben müssen. Der illegale Download von Filmen gefährde die gesamte Branche.

 

 

Abfilmen in Österreich selten

Das Mitschneiden beziehungsweise Abfilmen von aktuellen Filmen in Kinos sei in Österreich kein Thema. Wohl aber gebe es Fälle wo Tonaufnahmen aufgezeichnet wurden und dann mit Filmmaterial aus dem Ausland über Tauschbörsen weiterverbreitet worden seien.

Was darf Musik kosten?

Keine Antwort konnte man vom Podium hingegen in der Frage erwarten, welcher Preis aus Sicht der Industrie für ein Lied in einem legalen Shop adäquat sei. "Hier wird der Markt den Preis regulieren. Wir geben da keine Empfehlungen. Aber glauben Sie mir über einen Film um 98,50 Cent darüber reden wir sicher nicht", sprach Werner Müller. Die mehrmals an diesem Vormittag geäußerte Meinung lautete, dass erst die illegalen Plattformen geschlossen werden müssten, um den legalen Plattformen zum Durchbruch zu verhelfen. "Gegen Null Euro kommt man nicht an", so Müller weiter.

"Ist legal schlecht, wird illegal genutzt"

Auf die Frage welche Strategien die Industrie verfolge, um weitere legale Angebote zu etablieren, und den Zugang zu vereinfachen - immerhin würden sich illegale Angebote weitaus besser und einfacher nutzen lassen als Marktführer iTunes, zudem auch ohne DRM und Probleme wenn man Dateien auf andere Endgeräte spielen will, antwortete Morawetz: "Es ist schwierig eine einheitliche Regelung für die Welt zu finden. Es wird eine Strategie entschieden, ob sie uns in Österreich nun passt oder nicht. Aber ich gebe Ihnen Recht, wenn das legale Angebot schlecht ist oder Schwächen hat, dann werden illegale Angebote auch stärker genutzt."(Gregor Kucera, derStandard.at vom 2.12.2009)

Link

VAP

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Posting 1 bis 25 von 115
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Domar
05.01.2010 04:07
Die Vorratsdatenspeicherung...

...muss gestoppt werden!

www.piratenpartei.at

Die Speicherung von vertraulichen Daten engt die Privatsphäre ein und ist aus Datenschutzrechtlichen Günden unmoralisch!

Ein super Beispiel ist A1:
http://derstandard.at/125928214... eting-frei

stolmich
11.12.2009 09:59
Vorratsdatenspeicherung muss Spionage abwenden

und zwar von der contentindustrie. Auf Verlangen von Internetkunden sollen die IP-Adressen der contentindustrie öffentlich gemacht werden müssen, bei Missbrauch durch Spionage bei Providern, gehören diesen Leuten der Internetzugang gekappt. Wo kommen wir da hin, wenn ein Industriezweig Hilfssheriff spielen will. Wo bleibt dann der Sheriffstern auf der GEMA-Webseite <ironie>?? Es gibt keine Piraterie außer, wenn Privatkopien am Naschmarkt verscherbelt werden. Reines Saugen und Tauschen ist keine Piraterie für mich. Die EU soll denen das mal einbleuen, wenn die es sich nicht merken können. Ansonsten, Streichung von sämtlichen Leermedienabgaben und AKM. Wer startet die erste Petiton an die EU??

con fusius
05.12.2009 17:09

was ihr auch macht liebe contentmafia, ich kauf mir keine dvds oder cds mehr und gehe in kein kino, solange es sowas wie drm gibt und ihr glaubt dass das recht allein für euch und eure umsätze da ist.

ich kann auch selber musizieren und das macht viel mehr spaß als sich geklonte konserven (wirklich gute neue musik ist ja im promille bereich zu finden) anzuhören und stumpfinnige gewaltverherrlichung in der glotze anzusehen.

TheSpear
05.12.2009 13:04

Solche Forderungen sind unverschämt. Hiermit sinkt die Privatsphäre komplett gegen 0.
Zuerst heißt es nur Voratsdatenspeicherung um Terroristen zu finden (wers glaubt). Jetzt kommen die ersten Würschtl daher und fordern schon Freigabe für Verfolgung. Angenommen diese Forderung geht durch, dann gehts munter weiter.
Dann kommen die Versicherungen und die Chefs, sollte man dann im Netz Spuren hinterlassen wenn man nicht sollte bist du entlassen.

Die Medien sind bei diesen Themen allerdings sehr schwach. Ich lese kaum etwas darüber.
Ich habe einigen Freuden erzählt was man vor hat und keiner wusste was von der kommenden Vorratsdatenspeicherung.
Allerdings alle waren empört!

http://www.youtube.com/watch?v=b4_CcePYGq8

legolas69
05.12.2009 16:05

Ich persönlich bin dafür, dass die Privatsphäre aller Politiker auf ein minimum reduziert wird und alle Ihre Einnahmen der Allgemeinheit transparent gemacht werden und die maximal das fünffache des mindestlohnes verdienen dürfen. Alles was sie tun sollte außerdem mit-gefilmt und dokumentiert werden so würde man noch einpaar extra Jobs schaffen und Korruption bekämpfen!

Shrike
04.12.2009 12:03
Keine Studenten hinter Gitter bringen ...

Eh nicht. Leider erlauben die knieweichen europäischen Gesetze ja keine Bastonade für derart grausame Verbrechen wie das Runterladen eines Liedes. Aber auf hunderttausend Euro verklagen wird man sie doch noch dürfen.

t_e_l_e
04.12.2009 11:15
jetzt reichts

der artikel hier der general verdaechtiger der content industrie findet hier eine tagelange plattform auf der frontpage um ihre ueberzogenen forderungen wiederholt raufruelpsen zu koennen

der artikel ueber die kritische auseinandersetzung mit der vorratsdatenspeicherung und deren verhinderung zur wahrung der buergerrechte war nicht mal ne stunde dort
http://derstandard.at/125928101... -Ablehnung

es scheint als wenn der standard gegen freie meinungsaeusserung und mehr big brother is watching you ist
*wuerg*

Hans Dampfff
04.12.2009 11:14
Vorratsdatenspeicherung muss Verfolgung von Piraten ermöglichen

von wegen! Dafür ist die marine oder küstenwache zuständig!
Im übrigen war es glasklar, dass die vorratsdatenspeicherung NICHT zur verfolgung von "terroristen" dienen wird.

MemoryDragon
04.12.2009 09:32
Ich poste nur mehr diesen Link hier

http://derstandard.at/125928112... el-geneppt

Das passt perfekt ins Bild, 120.000 Dollar und genaue Abrechnungen bei einer Independend Vereinigung für Online Verkäufe. 63 Dollar und absolut keine Abrechnung vom Major Label für Verkäufe über iTunes und Co.

auti
12.01.2010 18:17

das passt denke ich auch noch ganz gut...
http://www.negativland.com/albini.html

Die andere Meinung
 
04.12.2009 08:37
"Gegen Null Euro kommt man nicht an", so Müller weiter.

naja, mit "da - nimm hundekacke für 100 euro" wird man auch nicht gegen ein angebot ankommen..

TanteMitzi
04.12.2009 03:30
"Wir wollen die großen Fische fangen"

ha, ha, ha.
Heisst: wir wollen zuerst einmal den Fuss in der Tür. Dann kommt die Fahrscheinkontrolle.

Jowanni
04.12.2009 00:01
stelle hiermit einen antrag auf aufdampfmaschiene

hiermit bringe ich den antrag ein in jedes "postamt" eine brief aufdampf maschiene zu stellen und trete dafür ein, dass jeder private verein das rechtbekommen soll zur erreichung des vereinsziels zugriff auf diese daten erhalten soll.
im ernst, schaut so die bekämpfung von terroristen aus (grund der vorratsdaten-schweinerei, unterstützt von frau bm-ich-bin-trotzdem-noch-im-amt-fekter)?

Zaubersalz
03.12.2009 15:32
Piraten!

Es wird Zeit, daß man sich adäquate Worte überlegt! Wieso vergleicht man illegale Uploads/Downloads mit Piraterie?! Ist es üblich für Piraten, etwas zu stehlen und dann im Übermaß weiterzuverteilen?! Wenn man schon so schöne erfundene in keinem rechtlichen Zusammenhang stehende Wortschöpfungen kreiert... wieso nennt man die Gesetzesübertreter dann nicht Robin Hoods?! Das klingt genauso harmlos wie Piraten - seit Fluch der Karibik sind Piraten außerdem noch cool und kein wirklich abschreckendes Beispiel für Schwerverbrecher! :-)

MemoryDragon
04.12.2009 09:39

Naja auf der anderen Seite reden sie immer vom Urheberschutz und in Wahrheit ist es ja doch nur der Schutz der Geschäftsmodelle der Mittelsmänner, also des Vertriebs. Was die Urheber davon haben hat ja der vorher gepostete Link gezeigt! Da wurde vermutlich schamlos 99,999% der Einnahmen vom Mittelsmann kassiert.
Die maßen sich leider Rechte an und bekommen sie auch auf dem Rücken der Allgemeinheit und der Künstler! Zum Glück bin ich kein Künstler aber wenn ich einer wäre würde ich mir ernsthaft überlegen nur Direktvertrieb zu machen (oder eben independend Vertriebsvereinigungen) und die Major Labels links liegen lassen. Dasselbe gilt übrigends auch für Bücher seitdem ich die Autorensätze der dt. Verlage kenne.

Entsetzen!
04.12.2009 10:24

So wäre es richtig gewesen:

"Während im Drogenhandel "nur" 100 bis 400 Prozent Profit zu machen seien, würde die Musikmafia bis zu 900 Prozent Profit machen"

Heitere Hyperinflation, gepflegter Staatsbankrott
 
03.12.2009 13:51
"Wir wollen die großen Fische fangen."

Von wegen!

Ist die Datenspeicherung erst einmal installiert, werden Medienindustrie, Regierung, Polizei und Geheimdienste das Gesetz sicherlich schrittweise "verbessern", bis die Anonymität im Netz dahin ist.
Vielleicht erreichen ja auch Arbeitgeber, Banken, Versicherungen etc. einen "einfachen und unbürokratischen" Zugriff auf alle gespeicherten Daten.

Unter dem Vorwand, Verbrechen zu bekämpfen, versuchen selbstsüchtige Lobbys, die elementaren Grundrechte für ihre Zwecke ausser Kraft zu setzen.

MemoryDragon
03.12.2009 13:50
Gegenfrage

Wieviele direkte Vertreter der eigentlichen Urheber (Autoren, Filmemacher etc... ) saßen da gestern am Podium, würde mich wundern wenn dort auch nur einer gesessen wäre. Vermutlich waren es Vertreter der GEMA die nur ein Rechteverwerter ist und irgendwelcher Verlage und der IFPI die allesamt nur Verwerter sind also Mittelsmänner zwischen dem eigentlichem Publikum und den Urhebern!

Immer wieder lustig wie diese Clientel mit den Armen Autoren etc... winkt und sie selber sind die größten Nassauer weil sie 95% der Einnahmen selber einstecken dafür dass sie das Material nur vertreiben!

/ .
03.12.2009 15:29
hupf_in_gatsch
03.12.2009 13:35

Und ich denk mit noch: wer geht denn zu so einem Schaaas, und dann seh ich das Foto mit den leeren Plaetzen *freu*

Und fuer Interessierte hier der Link zu einer Studie, die fuer die NL-Regierung geschrieben wurde. Fazit: Filesharing ist gut fuer die Wirtschaft. Und gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut, oder? ;)

http://www.ivir.nl/publicati... lation.pdf

Black Mamba
03.12.2009 12:36
vielleicht sollten die herrschaften in ihren eigenen läden ausmisten ...

... und mal dafür sorgen, dass ihre verrechnungssysteme - wie soll man sagen - etwas ausgewogener sind:

http://www.wired.com/epicenter... wrong-guy/

werner b.
03.12.2009 11:53

Zum Piraten verfolgen braucht 's Schiffe oder Hubschrauber, nicht Vorratsdatenspeicherung :)

Tut's da was dagegen, das spart gleich mal einige Mio. die sonst indirekt den Konsumenten wieder draufgeschlagen werden.

MemoryDragon
03.12.2009 13:51

Ein Fall für die Soko Donau, die Piraten in Niederösterreich nehmen echt schon überhand!

Graf Cagliostro
03.12.2009 11:37
"Vorratsdatenspeicherung muss Verfolgung von Piraten ermöglichen"

... träumt's weiter, Stasi-Pack!

Sputnik740
03.12.2009 11:07

Wo bleibt die Verbindung zum Terror ? Das fehlt mir noch irgendwie in der flachgeistigen Argumentation die nur verschleiern will, dass da eine Interessensgruppe am Rechtssystem vorbei operieren will.....

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