Slowenische Nachrichtenagentur STA hat neue Chefredakteurin

2. Dezember 2009, 11:40
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Barbara Strukelj mit großer Unterstützung der Belegschaft bestellt

Die staatliche slowenische Nachrichtenagentur STA hat eine neue Chefredakteurin bekommen. Die von STA-Direktor Bojan Veselinovic am Dienstag bestellte Barbara Strukelj folgt dem vor einem Monat abgesetzten Chefredakteur Borut Mesko nach. Strukelj wird ihre vierjährige Amtszeit am Donnerstag antreten, berichtete die STA. Die STA-Belegschaft stimmte in einer unverbindlichen Stellungnahme mit über 98 Prozent der Bestellung von Strukelj zu.

Strukelj, die seit 1991 bei der STA arbeitet, war zwischen 1998 und 2006 Leiterin des Wirtschaftsressorts, von Ende 2001 bis Mitte 2008 außerdem stellvertretende Chefredakteurin. Die neue Chefredakteurin hob als ihre größte Herausforderung die Modernisierung und Anpassung der Agentur an die Veränderungen in der Medienlandschaft hervor.

Die Redakteure stimmten am Dienstag mit 58 zu einer Stimme für die neue Chefredakteurin. Laut dem STA-Direktor ist die ausgewiesene Unterstützung "ein gutes Zeichen, dass die bevorstehenden Hürden überwunden werden können". Nach einer Zeit mit instabiler Führung sei ein solcher Zuspruch der Belegschaft ein gutes Zeichen für die Umsetzung der Pläne der neuen Chefredakteurin, betonte er.

Der frühere Chefredakteur Mesko war 2007 unter der im vergangenen Herbst abgewählten konservativen Regierung gegen den Widerstand der Belegschaft eingesetzt worden. Bestellt wurde er von der damaligen Direktorin Alenka Paulin, die zuvor direkt aus dem Kabinett des damaligen Regierungschefs Janez Jansa an die Spitze der Staatsagentur gewechselt war. Zwischen der früheren STA-Leitung und der Belegschaft war es immer wieder zu Unstimmigkeiten gekommen.

Der neue STA-Direktor, der unter der jetzigen Mitte-Links-Regierung vor acht Monaten die Führung der Agentur übernommen hat, hatte Mesko im Oktober entlassen. Er entschied sich für eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der Begründung, dass Mesko seine Pflichten missachtet habe. Mesko, der die Vorwürfe zurückwies, beschuldigte den neuen Direktor des Mobbings. Er kündigte an, die Rechtmäßigkeit seiner Entlassung vor Gericht klären zu lassen. (APA)

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