GreenBuilding-Awards für vier vorbildliche Projekte

2. Dezember 2009, 11:46
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Österreichische Energieagentur und Umweltminister Berlakovich verliehen die Auszeichnungen für energiebewusste Unternehmen

Die Österreichische Energieagentur vergab erstmals den neu initiierten "GreenBuilding Award". Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) zeichnete bei der Verleihung am Montag Abend Unternehmen aus vier Kategorien aus, die im Zuge des GreenBuilding-Programms in die Energieeffizienz ihrer Gebäude investiert haben.

Konkret ging es darum, bei Sanierungsprojekten mindestens 25 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs einzusparen, bei Neubauten musste der Energiebedarf laut den gültigen Bauordnungen um mindestens 25 Prozent unterschritten werden.

Die Sieger sind:

  • Die Allianz Versicherung in der Kategorie "Projekt mit dem größten Replikationspotenzial"
  • Das Wirtschaftszentrum Niederösterreich als "Bestes Neubauprojekt"
  • Die Firma Manschein in der Kategorie "Bestes Sanierungsprojekt"
  • Das Bürogebäude ENERGYbase des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) als "innovativstes Projekt"

Alle vier Unternehmen hätten diese Vorgaben vorbildhaft umsetzen können, hieß es in einer Aussendung. So konnte die Allianz Versicherung den Strom- und Wärmeverbrauch ihres gemieteten Bürogebäudes um 41 Prozent reduzieren. Das Wirtschaftszentrum NÖ hat im neu errichteten Büro einen Heizwärmebedarf (HWB) von nur ca.16 kWh/m²a und liegt damit 66% unter den Vorgaben der NÖ Bauordnung.

Auch die Firma Manschein hat nach der Gebäudesanierung nur noch einen HWB von 15kWh/m²a und konnte den Energieverbrauch mit ihrem so genannten „Ohnergie-Konzept" um ganze 82% reduzieren. Das Projekt "Energybase" wiederum "bestach durch einen effizienten Heizwärmebedarf von 11 kWh/m² a und liegt somit 72 Prozent unter den Richtwerten der Wiener Bauordnung".

"Einsparpotenzial von 50 Prozent"

"Im Gebäudesektor werden weltweit noch 40 Prozent des Endenergiebedarfs verbraucht, allein im Bereich der Dienstleistungsgebäude gibt es aber ein Einsparpotenzial von 50 Prozent", erklärte der Geschäftsführer der Energieagentur, Fritz Unterpertinger. Der "GreenBuilding Award" solle "das Engagement und die ökologische Vorreiterrolle der ausgezeichneten Unternehmen sichtbar machen und viele motivieren, ihrem Beispiel zu folgen. GreenBuilding leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Effizienz im Gebäudesektor."

Erfreute über die Auszeichnung zeigte sich auch Gerhard Hirczi, Geschäftsführer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF): "Das erste Betriebsjahr hat unser ambitioniertes Ziel bestätigt, dass wir den Energieverbrauch im ENERGYbase im Vergleich zu herkömmlichen Büroimmobilien um 80 Prozent senken konnten. Das ist einerseits gut für die Umwelt, andererseits ist dieses technologische Know-how aus Wien weltweit stark nachgefragt und bietet Wiener Unternehmen neue Chancen auf internationalen Märkten."

EU-Programm zur Energieeffizienz

GreenBuilding ist ein freiwilliges Programm der Europäischen Kommission zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Dienstleistungsgebäuden unter Einbeziehung erneuerbarer Energiequellen. In Österreich erfolgt die Umsetzung im Rahmen von klima:aktiv, der Klimaschutzinitiative des Umweltministeriums. Die prämierten Projekte nehmen nun am Europäischen Greenbuilding Award teil, der im April 2010 in Frankfurt verliehen wird. (map, derStandard.at, 2.12.2009)

  • Das Passivbürohaus ENERGYbase in Wien-Floridsdorf, errichtet vom WWFF, erzeugt rund 20 Prozent des benötigten Energiebedarfs durch insgesamt 400 Quadratmeter große Photovoltaikzellen an der Südfassade selbst. Energieintensive Heizkörper und Klimaanlagen sind aufgrund der Passivhausqualität nicht notwendig,  Beheizung und Kühlung erfolgen über Grundwasser. Die Raumklimatisierung erfolgt durch spezielle Grünpflanzen, damit wird ganzjährig ein optimales Raumklima sowie eine Luftfeuchtigkeit von rund 45 Prozent ermöglicht.
    foto: wwff/herta hurnaus

    Das Passivbürohaus ENERGYbase in Wien-Floridsdorf, errichtet vom WWFF, erzeugt rund 20 Prozent des benötigten Energiebedarfs durch insgesamt 400 Quadratmeter große Photovoltaikzellen an der Südfassade selbst. Energieintensive Heizkörper und Klimaanlagen sind aufgrund der Passivhausqualität nicht notwendig, Beheizung und Kühlung erfolgen über Grundwasser. Die Raumklimatisierung erfolgt durch spezielle Grünpflanzen, damit wird ganzjährig ein optimales Raumklima sowie eine Luftfeuchtigkeit von rund 45 Prozent ermöglicht.

  • Foto von der Preisverleihung (v.l.n.r.): Gerhard Tretzmüller (Amt der NÖ Landesregierung), Gregor Rauhs und Franz Kittel (beide WWFF), Christina Spitzbart (Österreichische Energieagentur), Umweltminister Nikolaus Berlakovich,  Wolfram Littich und Franz Trinkl (beide Allianz Versicherung), Siegfried Manschein (Ing. Manschein GmbH).
    foto: österreichische energieagentur/jana madzigon

    Foto von der Preisverleihung (v.l.n.r.): Gerhard Tretzmüller (Amt der NÖ Landesregierung), Gregor Rauhs und Franz Kittel (beide WWFF), Christina Spitzbart (Österreichische Energieagentur), Umweltminister Nikolaus Berlakovich, Wolfram Littich und Franz Trinkl (beide Allianz Versicherung), Siegfried Manschein (Ing. Manschein GmbH).

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