15 Prozent weniger Volksschüler seit 1998

2. Dezember 2009, 13:35
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AHS, BHS und Berufsschulen gewinnen im Zehn-Jahresvergleich - Hauptschüler haben in maturaführenden Schulen schlechtere Aussichten

Wien - Die Zahl der Volksschüler ist in den vergangenen zehn Jahren um fast 60.000 Kinder auf 332.000 (Schuljahr 2008/09) gesunken. Das entspricht einem Rückgang von fast 15 Prozent, wie am Mittwoch veröffentlichte Zahlen der Statistik Austria zeigen. An den Hauptschulen gab es 2008/09 238.000 Schüler, das sind um 22.000 oder neun Prozent weniger als im Schuljahr 1998/99. Deutliche Gewinner sind die berufsbildenden höheren Schulen (BHS, plus 16 Prozent), die AHS-Unterstufe (plus zwölf Prozent) und die AHS-Oberstufe (plus neun Prozent).

Grund für den Schülerschwund an den Volksschulen sind die seit Mitte der 1990er Jahre rückgängigen Geburtenzahlen. Der Rückgang wird sich nach aktuellen Bevölkerungsprognosen in gebremster Form auch weiter fortsetzen: 2016 soll es 328.000 Volksschüler geben, erst danach wird wieder mit Zuwächsen gerechnet.

Immer mehr wechseln an AHS

Die Gründe für den Schüler-Rückgang an den Hauptschulen sind vielfältiger: Einerseits machen die geringeren Geburtenzahlen auch dieser Schulform zu schaffen. Gleichzeitig wechseln immer mehr Kinder nach der Volksschule in eine AHS: So kamen zuletzt auf 100 Erstklässler in der Hauptschule schon 55 in der AHS-Unterstufe, vor zehn Jahren waren es erst 43. Gleichzeitig wertet die Statistik Austria den Schulversuch Neue Mittelschule (NMS) als neuen Schultyp, der die Hauptschulen ebenfalls Schüler kostet.

2008/09 gingen 60 Prozent aller Schüler der fünften Schulstufe in eine Hauptschule, 33 Prozent in eine AHS-Unterstufe und vier Prozent in eine NMS (Rest Sonderschule). Gegenüber dem Schuljahr 2007/08 haben damit die Hauptschulen rund vier Prozentpunkte ihres Anteils verloren - praktisch direkt an die NMS, da der Anteil der AHS-Unterstufe fast konstant blieb.

Wechsel von Hauptschule an AHS schwierig

Im vergangenen Schuljahr besuchten schon 136.000 Schüler eine BHS, das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber 1998/99. In AHS-Oberstufen gingen 88.000 Schüler (plus neun Prozent), in AHS-Unterstufen 116.000 (plus zwölf Prozent). Zu den Gewinnern zählen auch die Berufsschulen (140.000 Schüler, plus sieben Prozent), zu den Verlierern die Sonderschulen (13.000, minus 13 Prozent) und die Polytechnischen Schulen (21.000, minus vier Prozent).

Weiteres interessantes Detail: Schüler, die aus einer Hauptschule in eine maturaführende Schule wechseln, haben schlechtere Erfolgsaussichten als Abgänger einer AHS-Unterstufe: 87,2 Prozent aller AHS-Unterstufen-Abgänger schafften auf Anhieb den Aufstieg von der Einstiegsklasse in die nächsthöhere Schulstufe, von den Hauptschul-Abgängern waren es nur 75 Prozent und von den Einstiegsklassen-Repetenten sogar nur 55 Prozent. (APA)

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