Bürger-Projekte: Wege für Fußgänger und Radfahrer optimieren

3. Dezember 2009, 12:38
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Beteiligungsverfahren kommt zum Abschluss - 30 Projekte werden präsentiert

Wien - Die Pfeilgasse in der Wiener Josefstadt verdankt ihre Bekanntheit vor allem einem Studentenheim, macht sonst aber ebenso wie die Zeltgasse, in die sie übergeht, einen eher verschlafenen Eindruck. Der Platz für Fußgänger und Radfahrer ist eher knapp bemessen. "Die Autos parken, wo man eigentlich nicht parken kann, die Leute kommen kaum vorbei", attestiert der Grüne Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian. Zur Steigerung der Lebensqualität in dem Areal, das bereits vor fünf Jahren aus einer Architektenstudie als neuralgische Zone hervorging, hat der Bezirk heuer ein BürgerInnenbeteiligungsverfahren ins Leben gerufen. Die Ergebnisse, insgesamt 30 Projekte, liegen nun vor und wurden am Mittwochabend präsentiert.

Etliche der zentralen Forderungen dürften im Bereich des relativ einfach Machbaren liegen. An oberer Stelle bei den Wünschen der Anrainer rangieren die Optimierung der Fuß- und Radwege, erklärt der Moderator des BürgerInnenbeteiligungsverfahrens, Christan Schrefel, gegenüber derStandard.at. Angedacht wurden etwa bessere Markierungen und farbliche Änderungen bei den Radwegen. Für Rahdjian, selbst ein erklärter Radfahrer, ein Paradbeispiel für eine Verbesserung, die sich vergleichsweise rasch umsetzen lässt.

Eine Optimierung der Situation für die Fußgänger könnte, so ein Ergebnis, durch eine Neuordnung der Auto-Parkplätze erreicht werden. In Sachen Radfahrer und Fußgänger hat laut Schrefel "unter allen ein breiter Konsens geherrscht". Keine Selbstverständlichkeit bei einem BürgerInnenbeteiligungsverfahren. "Die Diskussionen waren teilweise sehr kontroversiell", berichtet Bezirksvorsteher Rahdjian von den insgesamt zehn Treffen. "Es sind immer ganz unterschiedliche Leute gekommen. Die einen waren erschrocken, weil sie nichts ändern wollen, den anderen gingen die Vorschläge nicht weit genug."

"Dampf ablassen hat wichtige Funktion"

Manche seien auch ganz einfach gekommen, "um Dampf abzulassen oder zu sagen, wo der Schuh drückt", so Rahdjian. "Eine wichtige Funktion, bei der interessante Dinge und Anliegen zum Vorschein kommen, die sich manchmal auch schnell lösen lassen." Als Beispiel nennt der Bezirksvorsteher einen wackeligen Kanaldeckel, der sich mit einem Telefonat in Ordnung bringen lässt. Die Beteiligung an dem Partizipationsverfahren zur Pfeilgasse/Zeltgasse ist laut Rahdjian nach einem "recht guten Anfang" zum Ende hin "etwas abgesackt". Rund 120 Anrainer waren es beim ersten Treffen, 20 bis 50 bei den weiteren Zusammenkünften. Erhalten haben die Einladung rund 3.000 Haushalte.

Zum Auftakt des Verfahrens gab es eine Präsentation von TU-StudentInnen, die im Rahmen einer Lehrveranstaltung ihre Ideen zur Pfeilgasse/Zeltgasse entwickelten. Anschließend wurde der Straßenzug gedrittelt und abschnittsweise von den Teilnehmern am Beteiligungsverfahren abgegangen und bei drei mal drei Treffen diskutiert. Ein weiterer Wunsch, der sich dabei herauskristallisierte, sind vergrößerte und sicherere Eingangsbereiche bei den Schulen - eventuell auch auf Kosten von Autoparkplätzen.

Besser organisiert werden, samt zusätzlichen Radabstellplätzen, soll auch der Platz vor dem Pfeilheim. Andere Projekte, die entwickelt wurden, betreffen eine bessere Aufstellung der Sammelbehälter, zusätzliche Bäume oder kleinere Verbesserungen in den Parks. "Was die Parks betrifft, herrscht sonst eine große Zufriedenheit, der Tigerpark wurde vor rund zehn Jahren neu gestaltet", so Schrefel. Eine mittelfristige Projekt sei es, die Durchfahrt von der Zeltgasse in die Lange Gasse zu sperren und vom Verkehr zu befreien.

Was tatsächlich umgesetzt wird, ist laut Rahdjian derzeit "noch völlig offen". Nach der Präsentation ist die Bezirkspolitik am Zug, um in verschiedenen Kommissionen und Ausschüssen Fragen wie die Finanzierbarkeit zu klären. Nächster Termin der Bezirksentwicklungskommission ist eine Woche nach dem Abschluss des BürgerInnebeteiligungsverfahrens am 10. Dezember. (glicka, derStandard.at, 2. Dezember 2009)

  • Dicht geparkte Autos machen Fußgängern in der Pfeilgasse das Leben schwer. Die Neuorganisation der Abstellflächen soll Abhilfe schaffen.
    foto: derstandard.at/gedlicka

    Dicht geparkte Autos machen Fußgängern in der Pfeilgasse das Leben schwer. Die Neuorganisation der Abstellflächen soll Abhilfe schaffen.

  • Geht es nach dem Beteiligungsverfahren, soll auch der Platz vor dem Pfeilheim umgestaltet werden.
    foto: derstandard.at/gedlicka

    Geht es nach dem Beteiligungsverfahren, soll auch der Platz vor dem Pfeilheim umgestaltet werden.

  • Als mittelfristiges Projekt angedacht: eine Sperre der Durchfahrt von Zeltgasse in die Lange Gasse.
    foto: derstandard.at/gedlicka

    Als mittelfristiges Projekt angedacht: eine Sperre der Durchfahrt von Zeltgasse in die Lange Gasse.

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